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Oschatz Gesichter eines Landes - Diashow im "O" über Indien
Region Oschatz Gesichter eines Landes - Diashow im "O" über Indien
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17:13 12.02.2012
Frank Bienewald mit Agnes und Familienzuwachs Moti im "O": In seiner preisgekrönten Diashow "Indien - Paradies der Farben" gab er Einblicke in ein wunderbar facettenreiches Land. Quelle: Dirk Hunger

Von Lisa Garn

Das erste Mal Indien war erschreckend. Vor 20 Jahren war Bienewald ein Jahr auf Reisen und kam fast zufällig ins Land. "Im Mai, zur schlechtesten Reisezeit: Ich hatte Fieber, Durchfall und Magenkrämpfe und das bei 45 Grad im Schatten. Ich wollte nur weg." Ihn hat das Land überfordert, das Volle zum Beispiel, das Laute und das Fremdsein. Wieder zu Hause, las er sich in die Materie ein und war dann gepackt. 1997, wieder hatte er Job und Wohnung gekündigt, ging Bienewald ein Jahr nach Indien, ist seitdem immer wieder länger dort, einmal fuhr der Physiotherapeut von Dresden aus mit dem Fahrrad los, nach zwei Jahren hatte er 35 000 Kilometer zurückgelegt, die meisten davon im Land selbst. "Die Idee war, es langsamer kennenzulernen. Ich brauche ohnehin immer ein paar Wochen, um mein westliches Denken abzulegen."

Bienewald berichtet Erstaunliches über das faszinierende Land und fesselt nicht nur durch Fotos, sondern auch durch Geschichten. Er besuchte riesige religiöse Feste, erlebte uralte Bräuche und exzessive Rituale und traf immer wieder interessante Menschen. Er sog dabei die unglaublichen Farben mit allen Sinnen auf und zeigt beeindruckende Bilder - von Menschen in bunten Gewändern, Landschaften, Städten, die fast märchenhaft anmuten. Er zeigt die Gesichter des Landes, Porträts von Menschen, junge, alte mit tiefen Falten, ohne Zähne, mit hübschem Lächeln, nackte Sadhus mit nachdenklichem Blick. Er lernt diese Heiligen Männer kennen, die ihr Leben den Göttern gewidmet und allem weltlichem entsagt haben. Oder Jains, die beim Gehen mit dem Besen vor sich kehren, um keine Insekten zu zertreten. Bienewald zeigt Indien ebenso in seinem Alltag. Da operiert auch mal eine Art "Zahnarzt" in einer haarsträubenden "Behandlung" auf dem Bürgersteig, sollten Fußgänger Straßen sicherheitshalber rennend überqueren, ist eine Busreise nicht ganz so einfach. "Man muss drängeln können. Und wenn man im Bus drin ist heißt das nicht, dass man gewonnen hat. Man muss ja auch wieder raus." Er berichtet von rücksichtslosen Lkw-Fahrern, von Fahrten, die nicht immer die pure Erholung waren. Bienewald hat dabei auch einen Mann mit seinem Fahrrad fotografiert, das übervoll mit Eimern und Plastikschüsseln beladen ist. "Er ist für das Bild extra abgestiegen und kam dann nicht mehr rauf. Aber das war alles kein Problem, er hat mir noch lange hinterher gewunken." Genau das ist es, was Bienewald immer wieder reizt. "Diese Begegnungen mit den Menschen faszinieren mich und diese unglaublichen Farben." Auch in der Tempelstadt Palitana beispielsweise: "Man hatte immer das Gefühl, dass gerade ein Volksfest gefeiert wird. Das hat nichts zu tun mit der Ruhe und Düsternis in unseren Kirchen." Bienewald fotografiert rituelle Waschungen am Ganges, ist bei Festen wie dem Drachenfest dabei, auf den Bilder ist eine Stadt voller Drachen über den Dächern zu sehen. "Das sieht so zauberhaft aus, wie Millionen Sternchen am Himmel." Oder Holi, das Fest der Farben, das mehrere Tage gefeiert wird. "Eine ganze Gegend ist dann praktisch im Ausnahmezustand, man bespritzt sich gegenseitig mit Farbe und Wasser. Das hat mich total begeistert."

Er hat auf seinen Reisen auch eine Ahnung davon bekommen, "was die indische Kultur an Werten besitzt, die bei uns schon lange verloren zu sein scheinen", sagt Bienewald. Und die Faszination an Indien, sie wird ihn nicht mehr loslassen - auch wenn er in letzter Zeit kürzer dort ist. "Wir haben einen niedlichen kleinen Schreihals. Aber wenn er zu Fuß unterwegs ist, wird er sicher ganz schnell Indien kennenlernen."

-Standpunkt

Die Diashow war der Auftakt zur zweiten Auflage der Reihe "Rund um den Globus" von Thomas Barth. Die nächste findet am 25. Februar im "O" statt: "Zwei Esel auf Pilgerreise".

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