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Oschatz Geteiltes Blut ist halbes Leid
Region Oschatz Geteiltes Blut ist halbes Leid
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16:11 23.12.2013
Hoffnung für Sophie (l.): Seit der Knochenmarkspende von Zwillingsschwester Sandy (l.) geht es ihr wieder merklich besser. Auch die Haare werden nach der Chemotherapie wieder wachsen. Quelle: privat

"Es kommt einem alles unwirklich vor, wenn man erfährt, dass sich das Leben einer Familie von einem Tag zum anderen auf Leben und Tod ändert", erinnert sich Heiko Lieback kurz vor Weihnachten.

Von Hagen Rösner

Familie Lieback/Linke, das sind die beiden Eltern, Heiko Lieback (Solaranlagenbauer, 35), Mandy Linke (Altenpflegerin, 35), die beiden 13-jährigen Zwillingstöchter Sandy und Sophie und der 8-jährige Sohn Simon.

Angefangen hatte alles, als Tochter Sophie Ende August über unbestimmte Zahnschmerzen klagte. Eine genaue Ursache konnte nicht ermittelt werden. Schließlich stand eine Untersuchung in der Praxis der Dahlener Medizinerin Katja Heinecke an. Es wurden Blutuntersuchungen gemacht. "Ich kann mich noch gut erinnern, dass Katja Heinecke bis in die Nacht auf die Ergebnisse der Untersuchung wartete. Das Blutbild war verheerend, die Diagnose eindeutig: Knochenmarkkrebs", erinnert sich Heiko Lieback.

Noch in der Nacht wurden die Taschen gepackt und die Reise in das Uniklinikum nach Leipzig angetreten. "Nach dieser Diagnose war klar, dass jetzt schnell gehandelt werden musste. Unsere Ärztin hatte inzwischen schon alles in der Klinik für uns organisiert", so der Familienvater. Mutter Mandy Linke unterschrieb einen Aufhebungsvertrag bei ihrem Arbeitgeber, um sich schnell und intensiv um ihre erkrankte Tochter in Leipzig zu kümmern - eine folgenschwere finanzielle Entscheidung, wie sich später herausstellte. Denn Mitte November musste sich Mandy Linke nicht nur um ihre Tochter kümmern, sondern stand auch noch ohne Arbeitslosengeld und Krankenversicherung da. "Für uns war das ein ziemlich herber Schlag, aber glücklicherweise haben uns nach einiger Diskussion sowohl die Krankenkasse als auch die Arbeitsagentur in Oschatz unterstützt, so dass wir uns voll auf die Genesung unserer Tochter konzentrieren konnten", berichtet Heiko Lieback.

Vom Schicksal der Familie waren die ehemaligen Arbeitskollegen von der Altenpflegeeinrichtung Vitaris nicht unberührt. Am Nikolaustag klingelte es an der Haustür und die Kollegen konnten eine großzügige Unterstützung überreichen. "Für uns war das damals eine Geste, die uns unheimlich aufgebaut hat, vielleicht ein Zeichen, dass doch noch alles gut wird", interpretiert Lieback. Die zweite gute Nachricht folgte kurz darauf. Bei einer Typisierung stellte sich heraus, dass Zwillingsschwester Sandy als Spenderin für eine Knochenmarktransplantation in Frage kommt. Nach einer kräftezehrenden Chemotherapie, konnte diese Ende November auf der onkologischen Station der Leipziger Uniklinik vorgenommen werden.

"Nach der üblichen Zeit des Abwartens waren wir Mitte Dezember froh, dass der Körper von Sophie die Knochenmarkspende von Sandy offenbar angenommen hat. Für uns war dies das größte Weihnachtsgeschenk, welches wir je bekommen haben", berichtet Heiko Lieback. Kurz vor Weihnachten stand noch eine Bluttransfusion auf dem Behandlungsprogramm. Dabei sollen die weißen Blutkörperchen aus dem Blut von Sandy mögliche Krebszellen im Körper von Sophie vernichten.

"Ich hoffe, dass die Therapie in den kommenden Tagen und Wochen positiv verlaufen wird, damit wir im kommenden Jahr als Familie vereint wieder in Oschatz Weihnachten feiern können", ist Heiko Lieback zuversichtlich.

Hagen Rösner

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