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Oschatz Glasbläser zeigt Wermsdorfer Kindern sein Handwerk
Region Oschatz Glasbläser zeigt Wermsdorfer Kindern sein Handwerk
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06:00 15.10.2016
Einmal kräftig Luft holen und in den erhitzten Glaskolben blasen. Der formt sich dann zu einer Kugel. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Wermsdorf

„Wir blasen Ihnen was aus Glas“, lautet der Slogan von Kalook Wollny aus Belgern. Doch als der 55-Jährige jetzt im Hort „Posthörnchen“ in Wermsdorf zu Gast war, konnten sich die 32 Mädchen und Jungen selbst einmal im Glasbläserhandwerk ausprobieren. Dafür hatte Wollny das notwendige Handwerkszeug und Material wie Glaskolben, eine hölzerne Form und Brenner mitgebracht. „Möchtest du eine Kugel oder ein Herz herstellen?“, fragte der Belgeraner jedes Kind. Die meisten entschieden sich jedoch für eine Kugel.

Erste Kugel kommt an den Tannenbaum

Zunächst erhitzte Wollny dafür einen Glaskolben über dem Brenner auf 800 bis 1000 Grad Celsius, bevor die Kinder den Glaskolben anschließend durch kräftiges Hineinblasen zur Kugel formten. Farbe und Glitzer drauf – und fertig war das Mitbringsel für Zuhause. „Das Glasblasen macht sehr viel Spaß und auch das anschließende Anmalen. Man hat ein gutes Gefühl dabei, wenn man einmal so eine Kugel selbst herstellen kann“, freute sich Robert Schwarzer über die außergewöhnliche Ferienbeschäftigung. Seine selbst geblasene Kugel möchte der Zehnjährige zum Weihnachtsfest zu Hause an den Tannenbaum hängen.

„Die Idee, den Glasbläser einzuladen, hatte unsere Chefin Susanne Thomas. Sie hatte von dieser Möglichkeit von einem anderen Hort gehört“, sagte Horterzieherin Marion Moser und fügte außerdem hinzu: „Die Kinder sind sehr begeistert. Das ist sehr ansprechend und mal etwas anderes.“

Bevor Wollny und seine zwei Helferinnen den Kindern bei der Herstellung ihrer Herzen und Kugeln behilflich waren, bekamen sie noch einen Film über das Handwerk der Glasbläserei zu sehen. „Von ehemals 4300 Glasbläsern zur Wendezeit sind schätzungsweise noch 500 übrig geblieben“, sagte Wollny gegenüber der Oschatzer Allgemeinen.

Glasbläser Wollny seit 40 Jahren im Beruf

Weil der Beruf mittlerweile so selten geworden ist, sei er als immaterielles Weltkulturerbe aufgenommen worden, wozu das Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken gehört. Wissen und Können weiterzugeben, das hat sich Wollny, der in zwei Jahren immerhin sein 40-jähriges Betriebsjubiläum feiert, zur Aufgabe gemacht.

Den Beruf des Glasbläsers hat er 1978 in Ilmenau von der Pike auf gelernt. In all den Jahren seiner Tätigkeit hat er nach eigenen Angaben auch außergewöhnliche Dinge hergestellt wie zum Beispiel einen Glasbaum mit 300 Blättern. Derzeit arbeitet er an einer Pyramide, die ausschließlich aus Glas bestehen soll. „Die Rotoren sind schon fertig“, sagte Wollny und ist davon überzeugt, dass es ein solches Exponat bisher weltweit überhaupt noch nicht gibt.

Dass seine handgemachte Glaskunst zwar nicht mehr so wie früher aber trotzdem noch gefragt ist, erfährt Wollny bei seinen zahlreichen Einsätzen in Einkaufszentren im gesamten Bundesgebiet immer wieder. „Da kommen sogar Jugendliche zu mir, legen ihr Handy aus der Hand und wollen sich selbst ausprobieren“, hat er erstaunt festgestellt.

Vorbestellungen für 1000 Kinder

Doch vor allem Kindergruppen aus Hort und Schulen schätzen sein Handwerk und seine Angebote zum selbst ausprobieren. „Bis Ostern bin ich schon ausgebucht“, versicherte der Belgeraner. Allein aus Schwerin würden schon Vorbestellungen für insgesamt 1000 Kinder vorliegen. Und in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern soll nach Fertigstellung auch die gläserne Pyramide in der Marienplatzgalerie aufgestellt werden und die Blicke der Menschen auf sich ziehen.

Von Heinz Großnick

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