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Oschatz Glasseidenwerk Oschatz konzentriert sich auf Weiterverarbeitung und Spezialglas
Region Oschatz Glasseidenwerk Oschatz konzentriert sich auf Weiterverarbeitung und Spezialglas
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00:17 27.05.2017
Jöran Pfuhl (Geschäftsführer P-D Glasseiden Oschatz), Johannes Schumann (Vertrieb P-D Glasseiden Oschatz), Daniel Will (Technischer Leiter Impreg Group) und Oliver Ruch (Geschäftsführer tubus GmbH; von links) begutachten einen aufgeschnittenen GFK-Schlauchliner. Quelle: Mathias Schönknecht
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Oschatz

Der Fokus liegt auf der Weiterverarbeitung. Diese Devise steht beim Oschatzer Glasseidenwerk ganz oben auf der Agenda der kommenden Jahre. Dazu demonstrierte das Unternehmen zusammen mit zwei Partnern eine Methode ihrer Glasverarbeitung: Die grabenlose Kanalsanierung. Außerdem skizzierte Geschäftsführer Jöran Pfuhl die zukünftige Ausrichtung des Werkes am Wellerswalder Weg.

Seit 24 Jahren ist das Glasseidenwerk in der Kanalsanierung tätig. Beim aktuellen Verfahren arbeiten die Oschatzer mit mehreren Unternehmen zusammen. Die Aufgabenbereiche sind klar verteilt: Das P-D Glasseidenwerk stellt die Glasfasermatten her; die Ammerbucher Firma „Impreg“ fertigt aus diesen Glasmatten – mit einer speziellen Technik aus Innen- und Außenfolien – einen GFK-Schlauchliner und tränkt diesen mit UV-härtendem Harz. GFK steht für glasfaserverstärkte Kunststoffe. Das Leipziger Unternehmen „tubus“ realisiert schließlich den Einbau in den Kanal.

Um Vorteile im grabenlosen Sanierungsverfahren zu verdeutlichen, wurde den 70 geladenen Gästen aus Kommunen, Abwasserzweckverbänden und Planungsbüros aus der Region Mitteldeutschland das Verfahren an einem 37 Meter langen Abwasserkanal auf dem Firmengelände in Oschatz vorgeführt:

Die grabenfreie Sanierung beginne immer mit der Inspektion des beschädigten Rohres. Im Vorzeigeobjekt ist dies durch die Oschatzer Firma Kanalreinigung Thomas Reimann geschehen, erklärte Johannes Schumann vom Vertrieb bei P-D Glasseiden. Dabei wird der Kanal vermessen und Schäden festgestellt. Nach der Reinigung wird der Schlauchliner in den Kanal eingeführt, dann mittels Druckluft aufgepumpt und das Harz mit einer UV-Lichterkette ausgehärtet. In acht Stunden könnten so – je nach Beschaffenheit und Größe des Kanals – etwa 300 Meter saniert werden.

Für die 37 Meter des Vorführobjekts benötigten die Arbeiter anderthalb Stunden, sagte Impreg-Mitarbeiter Oliver Vorlop. Der Vorteil dieser Methode sei laut Schumann, dass „nichts aufgerissen werden muss“ und der Kanal so wesentlich schneller saniert werden kann. Mit etwa 50 bis 70 Jahren halte der sanierte Kanal in etwa genauso lange wie ein neu eingesetztes Rohr.

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Auf dem Gelände des Glasseidenwerks Oschatz demonstrierten Arbeiter der Unternehmen „Impreg“ und „Tubus“ die grabenlose Kanalsanierung.

„Wir liefern etwa 3000 bis 5000 Tonnen Glaskomplexe weltweit pro Jahr nur im Bereich der Kanalsanierung“, sagte Schumann. „Tendenz steigend.“ Die Weiterverarbeitung sei somit eine wesentliche Stütze des Unternehmens, ergänzte Jöran Pfuhl, Geschäftsführer des Oschatzer Glasseidenwerks. Wenn Ende des ersten Quartals 2018 die letzte verbliebene Glasschmelzwanne abgeschaltet wird, soll die Glasfaserproduktion aber nicht komplett eingestellt werden. „Die Glaserzeugung wird mit einer neuen kleinen Spezialglaswanne fortgesetzt“, kündigte Pfuhl an. Das Glas werde dann vor allem im ballistischen Bereich und der Luftfahrt verwendet.

Nach 2018 sollen 330 bis 350 Mitarbeiter zum Glasseidenwerk gehören. Aktuell sind es 380 und 14 Auszubildende. Pfuhl: „Die Umwandlung wird personalneutral verlaufen. Wir werden, wie bereits auf einer Mitarbeiterversammlung angekündigt, niemanden betriebsbedingt entlassen.“ Etwa 35 Mitarbeiter sollen ab Mitte 2018 in der Spezialglas-Produktion tätig sein. Die 60 Beschäftigten, die bisher das Standardglas herstellten, gehen teilweise in Rente oder werden in anderen Unternehmensbereichen eingesetzt.

Um in der ausgedehnten Weiterverarbeitung flexibel und kundengerecht reagieren zu können, werde das Unternehmen außerdem in eine zusätzliche Komplexmaschine investieren. „Damit werden weitere Arbeitsplätze am Standort Oschatz geschaffen“, sagte Pfuhl.

Von Mathias Schönknecht

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