Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Glasseidenwerk Oschatz sagt Mitbewerbern den Kampf an
Region Oschatz Glasseidenwerk Oschatz sagt Mitbewerbern den Kampf an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:13 29.06.2018
Geschäftsführer Jürgen Preiss-Daimler (l.) übergibt mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die neue Anlage am Standort Oschatz. Quelle: Foto: Axel Kaminski
Oschatz

Im Beisein von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wurde eine Pilotanlage zum Herstellen hochwertiger Glasfasern in Betrieb genommen. Damit rüstet sich das Unternehmen für die Zeit, in der die Wanne, in der derzeit noch Glas geschmolzen wird, nicht mehr in Betrieb sein wird. Damit kommt offensichtlich auch eine Zeit, in der in Oschatz weniger Massen-, dafür mehr hochwertige Produkte hergestellt werden.

P-D will weltbester Glasfaserspezialist werden

In seinem Grußwort sagte Jürgen Preiss-Daimler, dass P-D zum weltbesten Glasfaserspezialisten aufsteigen werde. „Wir werden die Glasfaserwelt aufschrecken“, unterstrich er. Die neue Technologie, die mit der Inbetriebnahme der Anlage jetzt in Oschatz vom Laborversuch zum Probebetrieb herangereift ist, ermöglicht es, Glasfasern mit besonderen Eigenschaften herzustellen. Dazu gehört neben Festigkeit und Steifigkeit, die 30 bis 40 Prozent höher liegen als bei herkömmlichen Produkten, verbesserte chemische Beständigkeit. Das Unternehmen bezeichnet diese im neuen Verfahren erzeugten Glasfasern als Hochleistungsmaterialien. Ihre Einsatzgebiete liegen dort, wo das Oschatzer Werk schon heute aktiv ist: im Fahrzeugbau, Flugzeugbau und bei Windkraftanlagen – und zwar weltweit.

Dankbar für Zuschüsse vom Freistaat

Mit Blick auf das bereits erwähnte Jubiläum im September dankte der Geschäftsführer den Mitarbeitern am Standort für die gute Zusammenarbeit in allen Höhen und Tiefen der vergangenen 25 Jahre. Er sprach die hohen Energiepreise in Deutschland an, die es schwer machen würden, mit einer energieintensiven Produktion konkurrenzfähig zu sein. Da seien neue Produkte und neue Technologien unumgänglich. Deshalb sei er dankbar für die Zuschüsse, mit denen der Freistaat Sachsen diese Zwei-Millionen-Investition gefördert habe.

Ministerpräsident Michael Kretschmer würdigte in seinem Grußwort den Zusammenhalt und die klugen Ideen, mit denen man sich hier gegen schwierige Marktbedingungen durchsetze. Zu den Diskussionen um die Entwicklung des ländlichen Raumes sagte er mit Blick auf diese Anlage in Oschatz: „Forschungsförderung ist keine Frage der Postleitzahl.“ Er halte die eine Million Euro, die der Freistaat für diese Pilotanlage zur Verfügung gestellt habe, für sehr gut angelegtes Geld. Auch er sehe die Entwicklung der Energiepreise mit Sorge.

Produkte für die ganze Welt

Der Ministerpräsident hatte vor der Inbetriebnahme der Anlage einen Rundgang durch den Betrieb absolviert. Er betonte, dass er sich merken werde, dass er in seinem VW-Bus unter einem Oschatzer Himmel fahre. „Sie können stolz darauf sein, hier in Oschatz Produkte herzustellen, die in der ganzen Welt eingesetzt werden“, sagte Kretschmer am Ende des offiziellen Teiles seines Besuches.

Auf Pilotanlage soll ganze Pilotlinie folgen

Die Inbetriebnahme einer Pilotanlage ist – nach der Laborphase – ein erster Schritt hin zur umfassenden Modernisierung der Produktion. Wer das Werk kennt, weiß, dass sich derzeit an die Schmelzwanne viele Aggregate zum Ziehen von Glasfasern anschließen. Mit den Erkenntnissen aus der Forschungsanlage soll später eine ganze Pilotlinie aufgebaut werden. Wichtig ist den Forschern und Technikern jetzt, die Prozesse bei der Herstellung des sogenannten Hochmodul-Glases genau kontrollieren zu können, um so die Produkteigenschaften exakt abzustimmen. „Wir fertigen hier ein Material, das sich auf herkömmlichen Anlagen nicht herstellen lässt“, erläuterte Dr. Armin Plath, Mitglied der Geschäftsleitung.

Jürgen Preiss-Daimler nahm am Freitag gemeinsam mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) eine Pilotanlage zur HErstellung hochwertiger Glasfasern in Betrieb.

Von Axel Kaminski

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Traditionell geht an der Schwetaer Apfelbaumschule das Schuljahr mit einem Theaterprojekt zu Ende. Theater ist an dieser Schule ein Angebot im Rahmen der Ganztagsbetreuung. In der vergangenen Woche ging es in die akute Phase mit täglichen Proben über. Das Ergebnis war am Donnerstag zu sehen.

29.06.2018

Ein Radfahrer ist bei einem Verkehrsunfall in Nordsachsen ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurde der 43-Jährige am Donnerstagabend zwischen Dahlen und Luppa von einem Auto erfasst.

29.06.2018

Die Arbeiten an der künftigen Grundschule in Wermsdorf gehen weiter. Während der Rohbau gefertigt wird, hat der Gemeinderat weitere Aufträge mit einem Volumen von 1,2 Millionen Euro vergeben.

29.06.2018