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Oschatz Glossener Modelleisenbahnverein baut Schmalspurbahn im Modell nach
Region Oschatz Glossener Modelleisenbahnverein baut Schmalspurbahn im Modell nach
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06:00 13.12.2016
Manfred und Christine Zimmermann zeigen einige Module, die zu den Ausstellungen mitgenommen werden können.
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Glossen

Weihnachtszeit ist Märchenzeit. So sieht das auch Christine Zimmermann, Vorsitzende des Modelleisenbahnverein Glossen. Doch dieses Weihnachtsfest kommt die Märchenanlage des Vereins nicht zum Einsatz. Frau Holle, Schneewittchen und der Froschkönig machen Winterpause. „Vieles muss hier neu gemacht werden. Die Grünflächen, die H0-Schienen und die Dampflokomotive haben die Feuchtigkeit nicht vertragen. Daher muss hier und da etwas erneuert und ersetzt werden“, weiß die Mügelnerin.

Doch damit kennen sich die Mitglieder des Vereins gut aus. Es ist immer etwas zu tun. Seit elf Jahren erbauen sich die heute 16 Mitglieder – darunter zwei Jugendliche und drei Kinder – eine Miniaturwelt im Maßstab 1:87, mit einer H0e-Spurweite. „Wir bauen eine reale Schmalspurbahn im Modell nach – die ehemalige Strecke, die von Mügeln über Wermsdorf und Mutzschen nach Neichen führte. Hier bei uns in Glossen ist der Abschnitt der Bahnlinie zwischen Nebitzschen und Horstsee Wermsdorf zu besichtigen.“ Mittlerweile ist die Anlage so umgebaut, dass diese für Ausstellungen abgebaut und andernorts wieder aufgebaut werden kann. „Das war nicht immer so. Die älteren Mitglieder wollten nicht woanders ausstellen. Doch um den Verein am Leben zu halten, reichen die Mitgliedsbeiträge nicht aus“, erklärt die Vorsitzende.

Fast alle Gebäude per Hand hergestellt

Die Modelle erregen bei den Ausstellungen Aufmerksamkeit. Denn abgesehen von einem einzigen Gebäude, wurde alles per Hand hergestellt. Mit Liebe zum Detail wurden Häuser aus Pappe gefertigt, Fenster geklebt und Dächer mit Ziegeln versehen. Die Figuren wurden in stundenlanger Kleinarbeit liebevoll angemalt und platziert. „Wir haben es so naturgetreu wie möglich nachgestellt. Genau so, wie die alte Strecke verlief. Wir mussten darauf achten, dass jeder Stein richtig liegt und jeder Grashalm passte“, weiß die Vorsitzende. Dafür wurde nach alten Fotografien gesucht und sogar die Grundrisse der Gebäude verwendet. Aus Platzmangel kann der Verein seine Module nicht erweitern. Obwohl bereits die Genehmigung für einen Nachbau der Strecke am Kemmlitzer Kaolinwerk sowie der Chemiefirma Rematec vorliegt.

Gute Zusammenarbeit mit Verein in Suhl

Kürzlich war der Verein mit seiner Ausstellung in Suhl. „Wir hatten die Module Nebitzschen, Glossen, die Feldbahn und die Ausfahrt Glossen mit dabei“, erinnert sich Vereinsmitglied Mario Mallok. In Suhl hatte der Verein vor vier Jahren seine allererste Ausstellung. Seitdem sind die Vereine eng befreundet. Der Verein stellt auch in den eigenen Räumlichkeiten – Zum Steinbruch 1a in Glossen – seine Module vor, mit Führung von Helmut Franz, der aus eigener Erfahrung über das Leben und Arbeiten in früheren Zeiten erzählen kann. „Einfach anrufen und einen Termin ausmachen“, betont Ausstellungsleiter Manfred Zimmermann. Auch zu offiziellen Ausstellungen wie Ostern und Pfingsten lädt der Verein ein. Schon viele Schulklassen oder Kindergartengruppen kamen zu Besuch.

„Die Kinder waren immer begeistert. Wir nehmen uns viel Zeit für jeden“, sagt Franz. Vier Loks hat der Verein zurzeit. Einige weitere bringen die Vereinsmitglieder von Zuhause mit. Erst vor Kurzem konnte die lang angesparte Diesellok von der Döllnitzbahn erworben werden. „Viele denken, es ist nur Spielzeug. Doch wir spielen nicht. Es steckt viel Arbeit, Geld und Geduld dahinter. Wir bieten einen geschichtlichen Einblick“, so die Vereinschefin.

Bis Ende Januar ist Winterpause

Bis Ende Januar ist erst einmal Winterpause. Danach werden die Module wieder aus den Kisten gepackt und im Vereinsraum aufgebaut. Dann zieht wieder jeden Samstagnachmittag Leben ein. Im kommenden Jahr zur Weihnachtszeit sind die Mitglieder am zweiten Advent in Oschatz im Thomas-Münzer-Haus anzutreffen. Dann kommt neben den verschiedenen Modellen natürlich auch die Märchenanlage wieder zum Einsatz.

Von Kristin Engel

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