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Oschatz Gösselschlupf auf Gänsefarm Eskildsen
Region Oschatz Gösselschlupf auf Gänsefarm Eskildsen
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14:55 27.03.2018
Gössel Schlupf in der Eskildsen GmbH Gänsezucht Wermsdorf am 12. April 2017 Quelle: unknown
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Wermsdorf

Jetzt wird es wieder lauter auf der Gänsefarm von Lorenz Eskildsen in Wermsdorf: Es ist Kükenschlupf. Die ersten Gössel – so heißen die kleinen Gänse – haben sich schon aus ihren Eiern gekämpft, pünktlich vor Ostern folgen jetzt bis zu rund 7500 weitere Küken. Etwa einen halben Tag brauchen die jungen Tiere, um die Schale zu knacken – und noch einmal so lange, bis ihr zarter Flamm nach dem Schlupf vollständig trocken ist. Erst dann verlassen die Gössel den Brutschrank, in dem sie die letzten 30 Tage bei exakt 37,5 Grad Celsius zugebracht haben.

„Danach braucht man eine richtige Kinderstube“, sagt Lutz Witt von der Eskildsen GmbH, „die Küken brauchen noch zwei bis drei Wochen zusätzliche Wärme, dick eingestreutes Stroh und kleines, schnabelgerechtes Futter.“ Bei mildem Wetter könnten die Tiere dann im Alter von drei Wochen das erste Mal ins Freie. Bisher hat die Witterung den Mitarbeitern auf der Gänsefarm allerdings wenig Freude gemacht.

Kälte stoppt Legeleistung

„Durch die Kälte verringert sich die Legeleistung, da hinken wir im Vergleich zu anderen Jahren noch hinterher“, so Witt. So lange es in den Ställen noch kalt sei, würden die Gänse mit dem Eierlegen warten. „Das ist eben so, wenn man die Produktion natürlich steuert. Sobald die Temperaturen steigen, wird die Legeleistung deutlich besser“, fügt er hinzu. Hobbytierhalter gehören genauso zu den Kunden der Gänsezucht wie Großabnehmer. Ein Teil, genauer 20 000 Gössel, werden die Mitarbeiter aber für die eigene Vermarktung aufziehen. „Das sind dann die diesjährigen Weihnachtsgänse“, blickt Lutz Witt voraus.

Robel Gebremeskel lernt bei der Gänsezucht Eskildsen in Wermsdorf Tierwirt und freut sich über die ersten geschlüpften Gänseküken 2018. Quelle: Jana Brechlin

Doch zunächst wird es betriebsam im Brutraum, wo regelmäßig der Schlupf kontrolliert wird. In flachen Körben haben Helfer wie Robel Gebremeskel dicht an dicht die befruchteten Eier sortiert, aus denen im Brutschrank dann die neue Gänse-Generation schlüpft. Der 25-Jährige kam als Flüchtling aus Eritrea nach Deutschland und ist derzeit im ersten Jahr seiner Ausbildung zum Tierwirt für Geflügel. „Er ist sehr interessiert, hoch intelligent und lernt sehr schnell – für uns ein absoluter Glücksfall“, beschreibt Lutz Witt. Sonst seien Bewerber für einen Ausbildungsplatz Mangelware. „Gerade die grünen Berufe haben es schwer, weil wir auch sonntags arbeiten und bei jedem Wetter raus müssen. Dafür gibt es kaum Interessenten“, bedauert er. Für Robel Gembremeskel kein Problem. Der junge Mann hat in seiner Heimat schon Erfahrung in der Landwirtschaft gesammelt und hat voriges Jahr während eines Praktikums Betrieb und Arbeit schätzen gelernt. Jetzt erlebt er zum ersten Mal eine ganze Saison von Anfang an auf der Gänsefarm mit.

Besucher freuen sich auf Freiland-Zeit

Kommen die Tiere dann ins Freie, sind sie auch ein Blickfang für die Besucher der Hofküche. Während drinnen Kreationen vom Herd auf den Tisch kommen, bietet die Freilandhaltung draußen etwas zum Schauen. „In der Hofküche gibt es jetzt immer wochentags zum Mittagstisch Spezialitäten wie unsere Gänsebratwurst, Gänseburger oder Entenbrustfilet“, beschreibt Lutz Witt.

Von Jana Brechlin

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