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Oschatz Grandioser Welsfang eines Oschatzers in der Elbe ist Anglerlatein
Region Oschatz Grandioser Welsfang eines Oschatzers in der Elbe ist Anglerlatein
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09:51 05.08.2016
Ein echter Riesenwels. (Archivbild) Quelle: dpa-Zentralbild
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Oschatz

Einen ganz dicken Fisch haben mitten im Sommerloch die Mopo24, Focus und die Mitteldeutsche Zeitung in diesen Tagen an Land gezogen. Erst vermeldeten sie, dass ein Oschatzer einen Riesewels aus der Elbe gezogen hat und anschließend entlarvten sie den grandiosen Welsfang in der Elbe als Falschmeldung.

Inzwischen dürfte der Oschatzer Thomas Wieclawik in der regionalen Anglerwelt bekannt sein wie ein bunter Hund. Er postet am 25. Juli auf Facebook mehrere Fotos eines gefangenen Riesenwelses. Sein Kommentar dazu: „In der tschechischen Elbe gefangen, unvorstellbar.“ Lauffeuerartig breitet sich daraufhin das Gerücht aus, der Oschatzer hätte den Raubfisch gefangen. Dabei scheint Thomas Wieclawik selbst dem Fake eines tschechischen Facebooknutzers auf den Leim gegangen zu sein. Wie es zu den Facebookveröffentlichungen kam, bleibt im Detail im Unklaren. Trotz mehrerer Nachfragen seitens der Oschatzer Allgemeinen war der junge Mann nicht zu einer Stellungnahme bereit..

Ein Franzose war der echte Angler

Sicherheit gibt es aber inzwischen über die Herkunft des riesigen Fisches und Anhaltspunkte zum Angler, der ihn an Land zog. Der angebliche Wels aus der Elbe stammt danach aus Frankreich. Schon vor drei Monaten postete ein Franzose, ein erfahrener Angler, auf seinem Facebookprofil ein Foto von sich und dem Wels. Der Franzose, der die Bilder veröffentlichte, nennt sich im Internet Marc Audebrand. Jetzt tauchten diese Bilder in neuer „Verpackung“ wieder bei Facebook auf. Und dienten dem Oschatzer Thomas Wieclawik offenbar für seinen Beitrag zum beliebten Anglerlatein.

Doch warum konnte sich die Story vom Riesenwels so schnell verbreiten? Immerhin wurde der Beitrag des Oschatzers über 2800-mal geteilt. Die Antwort ist einfach: Es gibt Riesenwelse in der Elbe und die gehen den Anglern gar nicht mal so selten ins Netz. Beispielsweise zwei junge Nordsachsen aus Bad Düben und Umgebung. Sie machten am Himmelfahrtstag 2011 an der Elbe bei Dommitzsch den Fang ihres Lebens. Eigentlich wollten die beiden Angler in den Morgenstunden auf Zanderfang gehen, doch plötzlich hing ein Riesenwels am Haken. Immerhin benötigen die beiden Petrijünger knapp eine Stunde, um das Monstrum an Land zu bringen.

Riesenwelse in der Elbe sind keine Seltenheit

Ähnliche Szenen müssen sich im Juli 2015 am Elbufer bei Strehla abgespielt haben. Hier hatte sich ein junger Mann aus Geringswalde (Landkreis Mittelsachsen) mit seinen Ruten auf die Lauer gelegt. Er hatte es ganz gezielt auf Raubfische abgesehen und Glück gehabt. Sein Wels hatte eine Länge von 2,14 Meter und wog 65 Kilogramm.

Ganz aktuell ist ein Fang vom Mai dieses Jahres. Auch hier hatten zwei Männer in der Elbe bei Prettin einen großen Wels gefangen. Dieses Tier ging sogar in den Bericht der Wittenberger Polizei ein. Als die beiden Männer nämlich den 1,63 Meter großen und 30 Kilogramm schweren Fisch zerlegten, fanden sie im Körper des Tiers eine skelettierte menschliche Hand. Die Polizei wurde alarmiert. Damals wurde spekuliert, der Wels hätte bei einer Wasserleiche zugeschnappt.

Und was fällt einem Bewohner der Collm-Region zum Thema Wels ein: Klar – der ominöse Wels aus dem Naturbad Luppa. Obwohl es immer noch keine eindeutigen Belege für dessen Existenz gibt, wird alle Jahre wieder über den Fisch geredet. Das letzte Mal gab es im August 2010 Schlagzeilen. Damals soll eine junge Frau vom Fisch gebissen worden sein. Bei einer sofortigen ärztlichen Untersuchung konnte die Ursache „Fischbiss“ nicht ausgeschlossen werden. Seitdem ist es allerdings um den Wels von Luppa ruhig geworden. Wahrscheinlich ist der Riese in die Tiefe abgetaucht. Die Frage ist nur: Wie lange?

Von Hagen Rösner

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