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Oschatz Gregor Gysi in Oschatz: 300 Menschen wollen Linken-Fraktionschef reden hören
Region Oschatz Gregor Gysi in Oschatz: 300 Menschen wollen Linken-Fraktionschef reden hören
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12:21 04.03.2018
Bad in der Menge: Gregor Gysi gibt sich beim Besuch in Oschatz am Freitagabend volksnah – und findet anschließend klare, kritische Worte zu aktuellen Politik. Quelle: Foto: Christian Kunze
Oschatz

Warten auf Gregor: Mit über einer Stunde Verspätung traf der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag und Oberhaupt der Europäischen Linken gestern Abend auf dem Neumarkt ein – direkt aus Straßburg kommend.

Rund 300 Menschen waren gekommen, um seine Positionen für den Wahlkampf zu hören – der 69-Jährige unterstützt damit Nordsachsens Direktkandidatin Susanna Karawanskij. Einig waren sich beide in Sachen Gerechtigkeit. So forderte Gysi ein Rentensystem, in dem alle Empfänger von Erwerbseinkommen einzahlen, und eine Angleichung der Betriebsrenten in Ost- und Westdeutschland. Karawanskij legte gar noch die Abgabe der Millionärssteuer obendrauf.

Weiterhin wolle Gysi die „Fehlentscheidung Agenda 2010“ rückgängig machen und schlug die Brücke zum Landkreis Nordsachsen, der „erfolgreich durch Niedriglohn“ sei, „und das kann nicht sein“. Kritik übte er an Deutschland als Kriegspartei. „Diese Rolle nimmt die Bundesregierung mit ihren Waffen-Exporten in Kauf, obwohl unsere Verantwortung aus dem Zweiten Weltkrieg uns klar die Rolle des Vermittlers zwischen den Konfliktparteien verdeutlicht.“

Die Bekämpfung der Fluchtursachen sieht Gysi als eine wesentliche Strategie in der Asylpolitik. Ferner müsse statt einer Obergrenze ein Mindestkontingent für die Aufnahme an Geflüchteten für alle Nationen der Europäischen Union gelten.

Dietmar Schurig, Fraktionsvorsitzender der CDU im Oschatzer Stadtrat und damit im entgegengesetzten poltischen Lager zu Hause, lauschte Gysi während dem Abendessen – wie viele andere auch auf der Terrasse des Gasthauses “Zum Schwan“. Auch wenn er die Auffassungen des Bundespolitikers nicht in jedem Fall teile, wollte er sich dessen Auftritt nicht entgehen lassen. Im Anschluss besuchte er, wie andere auch, das Benefizkonzert des Linosclubs mit dem Bergmusikkorps Saxonia Freiberg in St. Aegidien – auch die Mitglieder des Ensembles hörten sich vor Konzertbeginn auf der Treppe zwischen Gotteshaus und Markt Gysis Rede an.

Von Christian Kunze

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