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Oschatz Größtes Trichter-Grammophon der Welt tönt bei Frieder Donat
Region Oschatz Größtes Trichter-Grammophon der Welt tönt bei Frieder Donat
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16:26 20.12.2013

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"Begonnen hat es mit dem Sammeln von Miniatur-Schnapsflaschen", erinnert sich der Lampersdorfer Bäckermeister, der auch Filialen in Oschatz betreibt. Mittlerweile zieren hunderte Exemplare und sogar einige Raritäten die Wände in seinem Hobbykeller. "Ich habe hier Sorten, die gibt es gar nicht mehr", berichtet er stolz. Trinken würde er aber auch die besten Tropfen nicht "Ein Briefmarkensammler schneidet ja auch nicht die Kanten der Marken ab."

Da er leidenschaftlich gern die Trödelmärkte der Region durchforstet, stieß er aber schon bald auf eine neue Leidenschaft - Grammophone. "Mein größtes Glück sind Haushaltsauflösungen durch Firmen, die den Kram schnellstmöglich los werden wollen und nicht auf den Preis schauen, wie es Experten tun würden", so Donat.

"Momentan habe ich das größte Trichtergrammophon der Welt im Besitz. Insgesamt wurden davon nur zehn Stück gefertigt". Doch dieses ist nur eines der vielen Exemplare in der Sammlung.

Der Besitz eines Grammophons zieht nun automatisch auch den Besitz von Schallplatten nach sich. Diese bewahrt Frieder Donat wohl sortiert in zahlreichen Rollschränken auf. "Das Wichtigste ist bei dieser Menge eine gute Ordnung", weiß der passionierte Sammler nach jahrelanger Erfahrung.

Nun sind allerdings die wenigsten der Tonträger in einem neuwertigen Zustand. "Am schlimmsten sind solche, die von Sonne oder Wärme verformt wurden. Doch ich bin weltweit sicher der einzige Sammler, der die schrottreifen Platten - ohne mit einem Heißluftföhn zu experimentieren - wieder in Form bringen kann." Das ist nun der Punkt, an dem sich der Beruf und die Sammelleidenschaft von Frieder Donat überschneiden und die Antwort auf die Frage, was Bäcker und Schallplatte gemeinsam haben. Zuerst hört es sich an wie ein Backrezept, doch es ist die Reparaturanleitung des Bäckermeisters. "Bei 110 Grad Celsius in den Bäckereiofen auf Tortenplatten. Dann fünf Minuten warten und vorsichtig wieder heraus nehmen." Während sich die anderen Sammler langwierig mit dem Föhn quälen müssen, kann Donat schon nach dem Abkühlen wieder die Musik genießen.

"Am besten ist der charakteristische Klang eines Grammophons", weiß Frieder Donat. Doch über die Jahre lernte er, wie der Klanggenuss noch optimiert werden kann. "Die neuen Nadeln sind Schrott", urteilt er knallhart. Persönlich sind für ihn Nadeln aus Silber der absolute Favorit. "Doch die kommen nur zu besonderen Anlässen zum Einsatz." Sogar als Laie hört man sofort den Unterschied zu den günstigen Exemplaren. Die Töne wirken weicher und sauberer.

Auch sein Umfeld hat der gesellige Lampersdorfer schon angesteckt. "Zu Feiern sacke ich eines der Koffer-Grammophone ein - und sofort ist das Gerät der Mittelpunkt des Geschehens", freut er sich über die Begeisterung für sein Hobby.

Doch nicht alle Leute, die auf ihn und seine Grammophone treffen, wissen, auf was sie da gestoßen sind. "Wir waren auf Mallorca, und da mussten die Platten und ein Koffergrammophon natürlich auch mit. Erst wurden wir in Dresden am Flughafen von der Flugsicherung kritisch beäugt und in Palma dann das gleiche Spiel noch einmal. Die Spanier wussten gar nicht, was sie mit dem Kasten anfangen sollen", erinnert sich der Bäckermeister mit einem Schmunzeln an die Reise.

Auch in Zukunft wird sich der Lampersdorfer seinen geliebten Grammophonen widmen. "Ich freue mich natürlich über jeden Fund auf dem Dachboden, den ich gebrauchen kann", appelliert er an alle, die in Zukunft auf alte Platten oder gar ein Grammophon stoßen.

Janett Petermann

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