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Oschatz Großartige Handball-Ära geht vorerst zu Ende
Region Oschatz Großartige Handball-Ära geht vorerst zu Ende
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16:10 29.04.2014

Seit 1995 spielte die erste Frauenmannschaft des SHV Oschatz zunächst in den verschiedenen Regionalligastaffeln (damals gleichzeitig die dritthöchste Spielklasse des DHB). Nach der Umstrukturierung dieser folgten ein paar Zwischenstationen in der Sachsenliga und der Mitteldeutschen Oberliga bis zum Wiederaufstieg in Deutschlands dritthöchste Spielklasse. "In den letzten Jahren ist es ständig schwieriger geworden, die Vorgaben des DHB zu erfüllen", sagt Jens Fiddecke, Vizepräsident des SHV Oschatz. So wurden eine ganze Reihe an organisatorischen Anforderungen neu eingeführt (Videoaufzeichnung, Videoeinstellung ins Internet, elektronische Führung des Spielprotokolls mit direkter Online-Übertragung, Bereitstellung von Räumlichkeiten zur Durchführung eventueller Dopingkontrollen, und so weiter, und so weiter). Aber auch die finanziellen Mindestforderungen wurden stetig angehoben (Hinterlegung einer Kaution, höhere Spielgebühren, steigende Schiedsrichter- und Kampfrichterkosten sowie Aufwendungen für die Absicherung der Fahrten zu den Spielorten). Diese Anforderungen konnten jedoch immer wieder durch die unerlässliche Hilfe der zahlreichen Sponsoren, die Unterstützung seitens der Stadt Oschatz und des Landkreises Nordsachsen sowie eines hohen, persönlichen Engagements der Handballfreunde des SHV Oschatz erfüllt werden.

In den zurückliegenden Wochen haben nun aktive SHV-Urgesteine den Verein nach langen Jahren Zugehörigkeit verlassen beziehungsweise werden ihn am Saisonende verlassen. Carmen Schneider und Franziska Staffe, die beide seit 1995 dem Verein die Treue gehalten haben, werden ihre handballerische Karriere in Oschatz ebenso beenden, wie Nachwuchstalent Josephine Hessel (Wechsel zum BSV Zwickau), Doreen Wiersma (Karriereende) Anja Heine (berufliche Verpflichtungen) oder Lena Dybowski, Lisa Zimmermann oder Franziska Keller (Vereinswechsel). Auch wenn die eine oder andere Spielerin (Nicole Wirsik, Sandra Kube, Luise Ganske) signalisiert hat, hier noch weiter Handball spielen zu wollen, hätte das sportlich auf keinen Fall für eine konkurrenzfähige Mannschaft in Deutschlands dritthöchster Spielklasse gereicht. Die logische Konsequenz für die Vereinsführung war die Nicht-Meldung an den DHB für die kommende Saison aus sportlichen Gründen. " Wir werden vorerst im Erwachsenen-Bereich etwas kleinere Brötchen backen und neben der Frauenbezirksliga unsere erfolgreiche Nachwuchsarbeit weiter forcieren", so Vizepräsident Fiddecke weiter.

Der SHV Oschatz hat auch in Punkto Nachwuchsarbeit eine lange und erfolgreiche Tradition, und diese wird Erfolg versprechend weitergeführt und soll mit neuen sportlichen Lorbeeren versehen werden. Dafür haben auch die langjährigen Sponsoren, allen voran der mitteldeutsche Gasversorger Mitgas und die Abfallwirtschaft Torgau/Oschatz, ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben.

Ab der neuen Saison werden alle Mannschaften des Vereins wieder ausschließlich unter dem Namen SHV Oschatz trainieren und spielen. Die Nachwuchsarbeit des SHV Oschatz wird sich ab der kommenden Saison, wie schon seit langem im Erwachsenenbereich, auf den weiblichen Bereich konzentrieren. Der Einsatz der Frauen des SHV Oschatz in den höheren Spielklassen ist vor vielen Jahren aus der eigenen Nachwuchsarbeit hervorgegangen. Zahlreiche einheimische Talente haben sich aus den Nachwuchsteams über die Jahre immer wieder für die Frauenmannschaften empfohlen. In den aktuellen Kinder- und Jugend-mannschaften gibt es eine ganze Reihe von Spielerinnen, die durchaus Anlass geben, optimistisch in die Handballzukunft des SHV Oschatz zu blicken. Präsidium, Mitglieder und Fans des SHV werden bestrebt sein, an einem Strang ziehend, den handballinteressierten Oschatzern auch weiterhin eine systematische Entwicklung in Richtung höherklassigen Handball anzubieten.

Den letzten Heimauftritt des Drittligisten können alle Handballfreunde am 4. Mai, um 15 Uhr in der Rosentalsporthalle Oschatz genießen. Nach der Begegnung wird sowohl die Saison 2013/2014 als auch die gemeinsame 3. Liga-Zeit gemütlich ausklingen. Eine genauere Ankündigung folgt.

Kerstin Staffe

Kerstin Staffe

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