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Großartige Leistung von Harmuß

Großartige Leistung von Harmuß

Juni war es endlich so weit. Der Ultramarathon wurde pünktlich 5.30 Uhr an der Dresdener Frauenkirche gestartet. 23 Extremsportler machten sich mit dem Rennrad bei idealen Wetterbedingungen auf die Reise nach Italien.

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Die Gruppe aus unserer Region vor der Dresdener Frauenkirche.

Quelle: Privat

Am 28. Das Teilnehmerfeld war stark besetzt. Mit dabei waren unter anderem der Marathon-Weltmeister Zdeneck Weiß alias Sam, Triathlon-Europameister Thomas Geiger, Ironman Rolf Baum aus Meißen und eben Rainer Harmuß vom Zweiradtreff Fritzsche-Team und vom LRC Mittelsachsen aus unserer Region. Gleich von Anfang an ging es zur Sache und es wurde mächtig Tempo gemacht. Rainer war bis Kilometer 280 gut unterwegs. Darauf folgte ein Durchhänger, den er mit Energieriegeln und Red Bull zu kompensieren versuchte.

 

Nach etwa zehn Kilometer war er wieder zurück im Rennen. Über Tschechien ging es weiter nach Österreich. Die Nacht hatte Harmuß gut überstanden. Man sollte dabei erwähnen, dass es ein Marathon war, der nonstop gefahren wurde und es somit keine Übernachtung gab. Es wurde auch nachts gefahren. Lediglich um Mitternacht gab es eine Pause von 75 Minuten. Ansonsten war immer meist nach etwa hundert Kilometer eine kurze Verpflegungspause von 30 Minuten angesagt. Es gab einen Zeitplan, der eingehalten werden musste.

 

In den frühen Morgenstunden des 29. Juni bei Kilometer 570 erreichten die Sportler Bruck in Österreich. Kurz gestärkt ging es die Großglockner-Hochalpenstraße hinauf. Vor dem Anstieg hatten die Fahrer bereits schon 5500 Höhenmeter überwunden. Das Feld war mittlerweile auf 16 Fahrer geschrumpft. Harmuß war noch immer mit dabei. Bei drei Grad auf einer Höhe von 2500 Metern wurde für den ein oder anderen die Luft dünner. Doch den Sportlern blieb keine Zeit, das fantastische Panorama am Gipfel zu genießen. Sie mussten so schnell wie möglich wieder hinunter fahren, um nicht auszukühlen. Bei strahlendem Sonnenschein wurde nun die letzte Verpflegungsstelle bei Kilometer 700 angefahren.

 

Die letzten 14 noch im Feld befindlichen Fahrer waren ziemlich von den Strapazen gezeichnet. Für viele wurde es jetzt reine Kopfsache. Alle hatten jetzt nur noch ein Ziel vor Augen - die letzten 60 Kilometer/2400 Höhenmeter zu meistern und in Italien anzukommen. Auch Harmuß war mittlerweile völlig am Ende. Schmerzen am ganzen Körper, die Fußsohlen brannten.

 

Doch aufgeben so kurz vorm Ziel kam für ihn nicht in Frage. Nach 750 Kilometern erreichten sie nun den Monsterschlussanstieg. Es war kein geringerer als der Monte Zoncolan, mehrmaliges Etappenziel des bekannten harten Radklassikers, dem Giro de Italia. Hier lagen vor den Fahrern noch mal 10,5 Kilometer auf einer Höhe von 1200 Metern mit einer Durchschnittssteigung von etwa 15 Prozent, und davon sechs Kilometer mit Steigung von 19 bis 20 Prozent zu Fuß. Langsam im einstelligen Geschwindigkeitsbereich, ja sogar zeitweise laufend quälten sich die Fahrer nach oben. Geschafft. Als Elfter erreichte Rainer Harmuß am 29.Juni, um 19.07 Uhr das Ziel. Er hatte das noch für ihn Unglaubliche geschafft. 760 Kilometer und 12 000 Höhenmeter weggedrückt. Was für ein Höllenritt!

 

Übrigens konnte dieses Event im Internet über einen Liveticker verfolgt werden, was einige Radsportbegeisterte nutzten. Auch aufgrund dieser Tatsache kamen viele Glückwünsche für die erbrachte Leistung. Harmuß war so was von überwältigt - in Worten kaum auszudrücken. Die Rückreise erfolgte nach einer Übernachtung in Italien am Sonntag, dem 30. Juni. Mit einem Reisebus ging es schließlich zurück nach Deutschland. An Schlaf war auf dieser Rückfahrt jedenfalls nicht zu denken. Es wurde gefeiert. Um 22.15 Uhr wurde dann Harmuß in Meißen von unserem sehr erfolgreichen Dieter Starke abgeholt. Das war für Harmuß auch ein bewegender Moment. Starke gratulierte ihm und sagte nur "Wahnsinn".

 

Er wusste, was Harmuß da vollbracht hatte und konnte die Leistung genau einschätzen. Auf diesem Wege möchte sich Harmuß bei allen bedanken, die fest an ihn geglaubt haben und ihm im Vorfeld unterstützten. Es ist schön zu wissen, in einem Verein aktiv zu sein, von dem man so viel Unterstützung erfährt. Danke dem LRC Mittelsachsen.

 

Danke auch an Torsten Fritzsche und Stephan Beier (Radmechaniker). Bei weiterem Interesse an dem Erlebten von Harmußs Tour einfach nur im Internet www.elbspitze.de aufrufen.

Stefan Bräuer

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