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Großbrand im Gestüt Cavertitz: 20 Pferde fliehen vor Flammen

120 Feuerwehrleute im Einsatz Großbrand im Gestüt Cavertitz: 20 Pferde fliehen vor Flammen

Eine Lagerhalle mit 100 Tonnen Stroh ist in Cavertitz (Landkreis Nordsachsen) komplett niedergebrannt. Das Gebäude war am Mittwochabend in Flammen aufgegangen, wie die Polizei in Leipzig mitteilte. Der Brand konnte im Laufe des Donnerstags gelöscht und ein Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude des Gutshofs verhindert werden.

Wegen zahlreicher Glutnester ist die Halle noch nicht begehbar.
 

Quelle: Dirk Hunger

Cavertitz.  Eine ungewöhnliche Verkehrsmeldung sorgte am Donnerstagmorgen für Aufmerksamkeit. Kraftfahrer im Raum Cavertitz wurden aufgefordert, wegen frei laufender Pferde besonders vorsichtig und aufmerksam zu fahren.

Grund für die Pferde auf Abwegen war ein Brand im Gestüt Sachsen. Nach Angaben von Verwalterin Cornelia Zeibig waren insgesamt 18 Pferde aus dem Gelände des Gestütes entwichen. Deshalb habe man die Durchsage im Verkehrsfunk veranlasst. Sieben Pferde seien Donnerstagmorgen noch gesucht worden, zum Mittag waren alle Tiere gefunden. Zwei Tiere habe man zur Behandlung in eine Leipziger Tierklinik bringen müssen. Eines habe sich, nachdem es in Panik am Brandort in ein geparktes Auto galoppiert war, schwere Verletzungen zugezogen. „Es ist zum Glück weder durch den Brand noch durch die anschließenden Ereignisse ein Personenschaden entstanden“, zeigte sich Cornelia Zeibig erleichtert. Die Pferde seien in kleineren Gruppen gefunden worden, vorwiegend am nördlichen Ortsrand von Lampertswalde.

Bis zu 120 Kameraden im Einsatz

Zum Schaden an der Halle, in der Heu und Stroh gelagert waren, ließen sich am Donnerstag noch keine näheren Angaben machen. „Im vorderen Teil der Halle standen auch Pferde, die aber ständig von dort auf die Koppel heraus können“, erläuterte Cornelia Zeibig. Zum Zeitpunkt des Brandes seien sie im Freien gewesen.

Nach dem Brand einer Lagerhalle sind 20 Pferde aus einem Gestüt in Cavertitz bei Oschatz ausgebrochen. Noch am Morgen waren Polizei und Mitarbeiter des Guts damit beschäftigt, die Tiere einzufangen. (Bilder: Dirk Hunger)

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Am Mittwochabend, kurz vor 21 Uhr waren die Feuerwehren der Umgebung wegen des Brandes dieser Halle alarmiert worden. „Als wir hier eintrafen, fanden wir einen Vollbrand vor“, schildert der Cavertitzer Gemeindewehrleiter Hans-Günther Hesse die Situation. Man habe sich entschlossen, das Objekt aufzugeben und sich mit dem Einsatz darauf zu konzentrieren, die benachbarten Ställe, Scheunen und anderen Gebäude zu schützen. Da starker Wind immer wieder das Feuer anfachte, habe es viel Mühe gekostet, den Funkenflug zu unterbinden. In den Abendstunden und in der Nacht seien bis zu 120 Feuerwehrkameraden im Einsatz gewesen. Neben den Wehren Cavertitz, Klingenhain-Schirmenitz-Außig, Olganitz, Sörnewitz und Treptitz seien auch die Dahlener und die Zeuckritzer Kameraden alarmiert worden. Donnerstagmittag waren noch circa 20 Kameraden vor Ort, um das brennende Stroh und Heu unter Kontrolle zu halten.

„Das Löschwasser entnehmen wir aus der Dahle“, erläuterte Hans-Günther Hesse. Sie sei Luftline nur reichlich 50 Meter entfernt, dennoch habe man mehrere Hundert Meter Schlauch verlegt. „Einerseits müssen wir die Schläuche so ausbringen, dass wir die Anfahrtswege für unsere Fahrzeuge frei halten. Andererseits halten wir Reserven vor, damit wir schnell handeln können, falls wir Glutnester an anderen Gebäuden entdecken sollten“, erklärte der Einsatzleiter den hohen Aufwand. Zeitweise habe man mit drei Pumpen bis zu 2400 Liter Löschwasser pro Minute aus der Dahle gefördert. In der Nacht zum Donnerstag seien die Brandstelle, die Wasserentnahme sowie das Gelände zwischen den Gebäuden mit der Technik auf den Feuerwehrfahrzeugen ausgeleuchtet worden.


Hans-Günther Hesse verwahrte sich gegen Behauptungen, dass die Feuerwehr das Öffnen eines Pferdestalles angeordnet hätte. Dieser Schritt sei von Eigentümern der Tiere ausgegangen. Passiert sei dann das, was keiner wollte: Die Tiere seien über das Gelände gerannt, auch zur Brandstelle. Dabei habe es sich nicht um Pferde des Gestütes, sondern um Pensionspferde gehandelt. Ein Tier habe an der Einsatzstelle das Dienstauto des Cavertitzer Ortswehrleiters beschädigt. Zwar sind Schuld- und damit Versicherungs- und Haftungsfragen noch völlig offen, aber Karl-Heinz Schmiele war froh darüber, dass ihm das Autohaus schon einen Ersatzwagen zugesichert hatte. Schließlich habe er heute dienstlich im Schwarzwald zu tun.

Donnerstagmittag – die Rauchfahne vom war immer noch bis zum Liebschützberg zu sehen – war zum weiteren Vorgehen nur klar, dass Heu und Stroh weiter kontrolliert abbrennen sollen. Darüber, ob Teile des Gebäudes abgerissen werden müssen, um den Brand zu löschen, war noch keine Entscheidung gefallen.

 Am späten Nachmittag sollte über das weitere Vorgehen beraten werden. Ziemlich sicher erschien, dass eine Brandwache gestellt werden müsse. Auf die von Gestütsverwalterin Cornelia Zeibig gestellte Frage nach den entstehenden Kosten antworte Bürgermeisterin Christiane Gürth (SPD) mit einem Verweis auf die entsprechende Satzung der Gemeinde.

Brandursache noch unklar

„Über die Hintergründe des Brandes lässt sich gegenwärtig überhaupt noch nichts sagen“, erklärte Jan Müller, der Leiter des Polizeireviers in Oschatz. Man könne davon ausgehen, dass vor Ort Brandursachenermittler der Polizei tätig werden würden – wenn der Feuerwehreinsatz abgeschlossen ist. Nach Einschätzung von Hans-Günther Hesse sei es möglich, dass die einsturzgefährdete Halle erst am Wochenende betreten werden kann.

Am Donnerstag konzentrierten sich die Ermittlungen der Polizeibeamten deshalb auf das Umfeld des Brandherdes, wie zum Beispiel auf die im Gebäude anliegenden Medien. Bürgermeisterin Christiane Gürth dankte vor Ort bei den Kameraden der Gemeinde und bei den Feuerwehrleuten aus dem Umland für den andauernden Einsatz.

Von Axel Kaminski

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Cavertitz
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