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Großer Andrang bei besonderer Stadttour durch Oschatz

Großer Andrang bei besonderer Stadttour durch Oschatz

Auf mittelalterliche Spurensuche in Oschatz mit Heimatforscher Robert Schmidt haben sich über 50 Frauen, Männer und Kinder gestern begeben. "Ich bin überrascht, freue mich aber über diesen Andrang", so der Oschatzer.

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Im ältesten original erhaltenen mittelalterlichen Raum von Oschatz - der Elisabeth-Kapelle - zeigte Heimatforscher Robert Schmidt auch die Überreste des einstigen Wandschmucks.

Quelle: Dirk Hunger

Gestartet wurde an der Klosterkirche. "Wir bewegen uns heute im mittelalterlichen Zentrum der Stadt. Sie werden erstaunt sein, dieses Gebiet ist nicht sehr groß, reicht über die Klosterkirche, entlang der Stadtmauer, am Museum, Vogtshaus vorbei, zur St. Aegidienkirche und dann schon bald wieder zurück zur Klosterkirche", erklärte Schmidt.

 

Zunächst wird die Klosterkirche von Außen betrachtet. 1228 wurde das Kloster gegründet, der Teil der Annen-Kapelle sei der älteste. Erst bei den letzten Dachdeckerarbeiten sei dies aufgrund der Bauart der Pfeiler bestätigt worden. "Bis dahin hatte man angenommen, die Kapelle sei später angebaut worden. Alles ist reine Spätgotik", erklärt der Geschichtsexperte. In der Kapelle weist Schmidt auf Zeichen in den Sandsteinen hin. Sie stammen von den Steinmetzen, die damit nicht nur ihre Arbeiten kennzeichneten, sondern auch abrechnen konnten. Viele der Zuhörer sind erstaunt von der Größe des Raumes, der derzeit durch die kirchliche Baubrigade genutzt wird. "Das soll aber nicht auf Dauer so bleiben. Es gibt eine Arbeitsgruppe, die ein Nutzungskonzept erarbeitet. Ich selbst gehöre ihr an", so der Oschatzer. Sie favorisiere einen Mehrzweckraum, der später Konzerte, Theater und manch anderes mehr ermöglichen könnte. Unglaublich, dass das riesige Gewölbe beispielsweise von den Ulanen als Reithalle oder um 1945 sogar als Gemüsemarkt genutzt wurde. Nächste Station: Elisabeth-Kapelle. Im Haus gegenüber der Klosterkirche gelegen, waren hier die Seelschwestern vertreten. Sie waren ein Orden von Freiwilligen, der sich von Klöstern darin unterschied, dass die Schwestern dies auch wieder verlassen konnten. Die Kapelle wurde von Domherr Nikolaus Homuth gestiftet und ist der älteste original erhaltene Raum in Oschatz. Weiter führte die Tour an der Stadtmauer entlang, zum Museum, der einstigen Suptur, dem Vogtshaus zur St. Aegidienkirche und weiter. Zum Abschluss lud Robert Schmidt die Teilnehmer zu einem Lichtbildervortrag in die Klosterkirche ein.

 

"Für mich war die Tour sehr interessant. Ich habe mir manches für den Wandertag mit meiner 6. Klasse notiert", erklärt Christine Schilling aus Mügeln, die am Oschatzer Gymnasium unterrichtet.

Bärbel Schumann

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