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Großer Mangel an geeigneten Azubis in der Region Mügeln

Großer Mangel an geeigneten Azubis in der Region Mügeln

Das sächsische Handwerk sucht dringend Nachwuchs. Mehr als 800 Ausbildungsstellen in etwa 80 Berufen sind für das Ende August beginnende neue Ausbildungsjahr noch offen.

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Kfz-Meister Michael Geißler (links) und Lehrling Christoph Salzmann hier bei der Instandsetzung eines Lkw-Motors in der Werkstatt der Fischer Nutzfahrzeuge GmbH in Mügeln.

Quelle: Sven Bartsch

Die Handwerkskammer zu Leipzig startete deshalb eine groß angelegte Lehrstellen-Offerte. Hände ringend sind auch Unternehmen aus der Region auf Nachwuchssuche.

 

"Lehrstellen gibt es in fast allen Berufen. Im Kammerbezirk wird in etwa 100 bis 130 Handwerksberufen ausgebildet", teilt Pressesprecherin Dr. Andrea Wolter von der Handwerkskammer zu Leipzig mit und ergänzt: "Unsere Lehrstellenbörse und auch die der anderen deutschen Handwerkskammern können sich Jugendliche auch als App unter Lehrstellenradar auf ihr Smartphone holen."

 

Besonders groß sei die Nachfrage in den Berufen Elektroniker und Friseur. In der Lehrstellenbörse des Kammerbezirkes seien derzeit knapp 90 freie Lehrstellen offeriert, sechs davon aus dem Landkreis. "Allerdings stellen längst nicht alle Handwerksbetriebe ihre Azubi-Gesuche in diese Datenbank ein. Viele nutzen auch andere Wege, um Nachwuchs zu generieren", so Wolter.

 

Auch in der Region sind zahlreiche Firmen noch auf Nachwuchssuche. "Es gibt immer weniger Leute, die sich begeistern können, in der Werkstatt zu arbeiten. Wir suchen aktuell für das Ausbildungsjahr 2013/14 noch einen Kfz-Mechatroniker", informiert André Otto, Prokurist in der Fischer Nutzfahrzeuge GmbH in Mügeln. Voraussetzung für die Aufnahme der Lehre sei mindestens ein qualifizierter Hauptschulabschluss. "Ganz wichtig sind technisches Verständnis und handwerkliche Fähigkeiten", so Otto. In den vergangenen Jahren konnten nach seinen Angaben die freien Lehrstellen immer besetzt werden. Das sei jedoch immer schwieriger, wie der Prokurist feststellt. "Wir haben in diesem Jahr erst eine Bewerbung."

 

Auch die Firma Rematec in Mügeln hat noch Ausbildungsbedarf. "Wir haben vor, im Laborbereich einen Azubi als Chemikant oder Chemielaborant einzustellen. Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss der zehnten Klasse oder Abitur. Wir sind in dieser Richtung sehr flexibel", versichert Werkleiter Rico Doßmann. Mit der überbetrieblichen Ausbildung könne eine vernünftige Qualifikation erreicht werden. Auch die Chance auf einen Arbeitsplatz nach Abschluss der Lehre sei sehr groß. "Bisher haben wir alle bei uns ausgebildeten Leute für den Eigenbedarf übernommen."

 

"Wir haben im vergangenen Jahr verschiedene Initiativen an Schulen genutzt, um auf unsere Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen", informiert Roland Paul, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Naundorf/Niedergoseln. "Es scheint so, dass es schwieriger wird, Lehrlinge zu bekommen, obwohl wir ja einiges tun, um unseren künftigen Mitarbeitern ordentliche Arbeitsbedingungen zu bieten. Bei uns ist moderne Technik im Einsatz. Wir nehmen bei der Arbeitsorganisation und Schichtarbeit Rücksicht, haben ein gutes Arbeitsklima und jetzt auch das Lehrlingsgeld noch erhöht." Bisher gebe es in der Agrargenossenschaft noch keine Bewerbungen. Eingestellt werden können ab 20. August jeweils zwei Azubis für den Beruf des Landwirtes sowie des Tierwirtes.

 

Von einer schwierigen Situation spricht Wolfgang Ryll von der Firma Elektro-Ryll in Oschatz. "Es betrifft nicht nur unsere Branche, sondern alle Handwerksbereiche, in denen dringend Personal benötigt wird. Wir suchen beispielsweise dringend einen ausgebildeten Elektroniker im Bereich Energie- und Gebäudetechnik. Arbeitsbeginn ist sofort möglich."

 

Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres im Herbst möchte das Oschatzer Unternehmen außerdem einen Lehrling in diesem Berufszweig einstellen und ausbilden.

Heinz Großnick

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