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Großer Unmut bei Oschatzer Kleingärtnern

Großer Unmut bei Oschatzer Kleingärtnern

In der Sparte Gänsegrube brodelt es. Die Kleingärtner fühlen sich von den Plänen der Stadt, einen Teil der Sparte für ein neues Wohngebiet zu opfern, überfahren.

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Klaus Pfitzner (r.), Annemarie Dademasch, Reiner Käseberg, Gerd Wilsdorf, Petra Gulde und Vereinschef Frank Gulde (v.l.) wollen sich nicht von ihren Parzellen vertreiben lassen.

Quelle: Sven Bartsch

Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) beschwichtigt: Es gebe keinen Handlungsdruck.

 

Wenn in der nächsten Stadtratssitzung der Bebauungsplan für das Wohngebiet Altstadtblick beschlossen wird, kann theoretisch sofort mit der Erschließung und nachfolgend mit dem Bau von Wohnhäusern begonnen werden. Praktisch kann das aber noch ein paar Jahre dauern, versicherte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) gegenüber der OAZ. "Es gibt keinerlei Handlungszwang oder Zeitdruck", so das Stadtoberhaupt. Schließlich gebe es auch noch zwei weitere Wohngebiete im Fliegerhorst (65 Bauplätze) und an der Nordstraße. Eine Kündigung des Pachtvertrages für die Gänsegrube mit dem Kreisverband der Kleingärtner stehe demzufolge nicht vor der Tür, so Kretschmar. Im Haushalt der Stadt sei weder Geld für die Planung, geschweige denn für den Straßenbau vom Penny-Markt zum künftigen Wohngebiet eingeplant.

 

Darauf setzen auch die Mitglieder der Sparte Gänsegrube, in der aktuell 40 Gärten belegt sind, ihre Hoffnungen. Denn dort, wo die Kleingärtner heute ihr Feierabend-Glück genießen, sollen eines Tages die Bagger alles plattmachen - zumindest in den 21 Gärten der oberen beiden Sparten-Reihen. Davon wird auch Klaus Pfitzner betroffen sein, der seit 1980 Mitglied des Kleingartenvereins ist. "Wir verstehen nicht, dass über unsere Köpfe hinweg entschieden wird und sehen nicht ein, dass wir hier aufgeben sollen", schimpft Pfitzner. Selbst Vereinsvorsitzender Frank Gulde, der vor einem Jahr in diese Funktion gewählt wurde, ist betroffen. Erst im Dezember 2011 hat er seinen Garten übernommen. Von den Bauplänen der Stadt wusste er zu diesem Zeitpunkt nach eigenen Angaben nichts. "Unter diesen Umständen hätte ich den Vertrag nie unterschrieben", ärgert sich Gulde.

 

Oberbürgermeister Kretschmar kann den Ärger verstehen, sieht aber hier ein Versäumnis des Kreisverbandes der Kleingärtner Torgau-Oschatz, der als Generalpächter Vertragspartner des Grundstückseigentümers Stadt Oschatz ist. "Wir hatten uns mit dem Kreisverband geeinigt, dass frei werdende Gärten nicht mehr vergeben werden", sagt Kretschmar. Andreas Zschau als Vorsitzender des Regionalverbandes der Kleingärtner Torgau-Oschatz war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

 

Am kommenden Montag will Oberbürgermeister Kretschmar versuchen, die Wogen in der Gänsegrube zu glätten und die Kleingärtner umfassend über die geplanten Aktivitäten zu informieren.

Frank Hörügel

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