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Großübung: Oschatzer und Mügelner Feuerwehrleute bei Gift-Unfall im Einsatz

Feuerwehr Großübung: Oschatzer und Mügelner Feuerwehrleute bei Gift-Unfall im Einsatz

An einer Großübung des Landkreises Nordsachsen auf dem Bundeswehrgelände in Delitzsch mit über 400 Einsatzkräften waren auch Feuerwehrkameraden aus Oschatz, Niedergoseln und Mügeln beteiligt. Sie mussten sich um zwei explodierte Fässer mit giftigen Substanzen kümmern.

Unter Vollschutz rücken die Feuerwehrmänner aus Oschatz, Mügeln, Niedergoseln und Schildau nach der Explosion von zwei Giftfässern an.

Quelle: Christine Jacob

Delitzsch. Diesen Einsatz wird es so hoffentlich nie geben müssen: Mehr als 400 Einsatzkräfte – vornehmlich Ehrenamtliche – und 74 Fahrzeuge aus dem gesamten Rettungswesen des Landkreises waren am Samstagvormittag um Delitzsch im Einsatz. Dahinter steckte eine groß angelegte Übung für ganz Nordsachsen. In dem Szenario haben Freiwillige Feuerwehren, Rettungsdienst, Katastrophenschutzeinheiten und Kreiskrankenhausmitarbeiter aus den Regionen Torgau, Oschatz bis Delitzsch einen Fall geprobt, der mit vielen kritischen Momenten aufwartete.

Erste Katastrophe: Das Personal in der Unteroffiziersschule des Heeres (USH) hattte einen Waldbrand bemerkt, der aus Richtung Sachsen-Anhalt auf das Kasernengelände überzugreifen drohte und daraufhin die Leitstelle in Leipzig alarmiert. Der Waldbrand breitete sich rasend schnell aus – wurde mit vereinter Kraft gelöscht. „Kräfte aus dem gesamten Landkreis sind im Einsatz“, so Ordnungsdezernentin Angelika Stoye in der Bilanz zur Großübung, bei der am Ende 418 Rettungskräfte von Oschatz bis Delitzsch beteiligt waren.

Zweite Katastrophe: Während das Waldbrand-Szenario noch lief, kam es im Übungsgelände der USH zu einer Explosion.

Dritte Katastrophe: Als ob das alles noch nicht genug Arbeit für einen Vormittag wäre, setzte ein Gefahrgut-Unfall dem Ganzen die Krone auf. Bei der Explosion waren zwei Fässer mit gefährlichen Stoffen beschädigt worden. Und hier kamen die Feuerwehr-Kameraden aus dem Südraum des Landkreises ins Spiel. Der Einsatzzug Gefahrgut Ost rückte mit fünf Fahrzeugen an. Elf Feuerwehrmänner aus Oschatz, drei aus Niedergoseln, zwei aus Mügeln und zehn aus Schildau identifizierten die gefährlichen Substanzen – alles unter Vollschutz. Danach beseitigten sie die ausgelaufenen Stoffe, dichteten die Fässer ab und reinigten die Schutzanzüge abschließend. „Das war giftiger Stoff, es galt die höchste Sicherheitsstufe“, sagte Lars Natzke nach der Übung auf OAZ-Anfrage. Der Oschatzer Wehrleiter war an diesem Tag als Beobachter und Berater bei der Großübung vor Ort. Sein Fazit: „Die Kameraden haben ihre Aufgaben gemeistert.“ Bei einem Treffen werden die Beobachter demnächst auswerten, was beim nächsten Mal noch besser gemacht werden könnte.

Für die Oschatzer Feuerwehrleute war es nicht die erste Berührung mit giftigen Substanzen. 2002 wurde bei einer Havarie auf dem Danzas-Gelände an der Nossener Straße in Oschatz ein Fass mit Butrol beschädigt. Dabei lief die stark ätzende, giftige Chemikalie aus und drohte, ins Erdreich zu versickern. Und Ende 2015 hatten sie einen Großeinsatz bei der Oschatzer Arbeitsagentur. „Mit besten Grüßen aus Tschernobyl“ stand auf dem Umschlag eines Briefes geschrieben, der ein weißes Pulver enthielt und daraufhin auf Radioaktivität untersucht wurde.

Von Christine Jacob und Frank Hörügel

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