Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Großübung: Oschatzer und Mügelner Feuerwehrleute bei Gift-Unfall im Einsatz
Region Oschatz Großübung: Oschatzer und Mügelner Feuerwehrleute bei Gift-Unfall im Einsatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:37 11.09.2017
Unter Vollschutz rücken die Feuerwehrmänner aus Oschatz, Mügeln, Niedergoseln und Schildau nach der Explosion von zwei Giftfässern an. Quelle: Foto: Christine Jacob
Anzeige
Delitzsch

Diesen Einsatz wird es so hoffentlich nie geben müssen: Mehr als 400 Einsatzkräfte – vornehmlich Ehrenamtliche – und 74 Fahrzeuge aus dem gesamten Rettungswesen des Landkreises waren am Samstagvormittag um Delitzsch im Einsatz. Dahinter steckte eine groß angelegte Übung für ganz Nordsachsen. In dem Szenario haben Freiwillige Feuerwehren, Rettungsdienst, Katastrophenschutzeinheiten und Kreiskrankenhausmitarbeiter aus den Regionen Torgau, Oschatz bis Delitzsch einen Fall geprobt, der mit vielen kritischen Momenten aufwartete.

Erste Katastrophe: Das Personal in der Unteroffiziersschule des Heeres (USH) hattte einen Waldbrand bemerkt, der aus Richtung Sachsen-Anhalt auf das Kasernengelände überzugreifen drohte und daraufhin die Leitstelle in Leipzig alarmiert. Der Waldbrand breitete sich rasend schnell aus – wurde mit vereinter Kraft gelöscht. „Kräfte aus dem gesamten Landkreis sind im Einsatz“, so Ordnungsdezernentin Angelika Stoye in der Bilanz zur Großübung, bei der am Ende 418 Rettungskräfte von Oschatz bis Delitzsch beteiligt waren.

Zweite Katastrophe: Während das Waldbrand-Szenario noch lief, kam es im Übungsgelände der USH zu einer Explosion.

Dritte Katastrophe: Als ob das alles noch nicht genug Arbeit für einen Vormittag wäre, setzte ein Gefahrgut-Unfall dem Ganzen die Krone auf. Bei der Explosion waren zwei Fässer mit gefährlichen Stoffen beschädigt worden. Und hier kamen die Feuerwehr-Kameraden aus dem Südraum des Landkreises ins Spiel. Der Einsatzzug Gefahrgut Ost rückte mit fünf Fahrzeugen an. Elf Feuerwehrmänner aus Oschatz, drei aus Niedergoseln, zwei aus Mügeln und zehn aus Schildau identifizierten die gefährlichen Substanzen – alles unter Vollschutz. Danach beseitigten sie die ausgelaufenen Stoffe, dichteten die Fässer ab und reinigten die Schutzanzüge abschließend. „Das war giftiger Stoff, es galt die höchste Sicherheitsstufe“, sagte Lars Natzke nach der Übung auf OAZ-Anfrage. Der Oschatzer Wehrleiter war an diesem Tag als Beobachter und Berater bei der Großübung vor Ort. Sein Fazit: „Die Kameraden haben ihre Aufgaben gemeistert.“ Bei einem Treffen werden die Beobachter demnächst auswerten, was beim nächsten Mal noch besser gemacht werden könnte.

Für die Oschatzer Feuerwehrleute war es nicht die erste Berührung mit giftigen Substanzen. 2002 wurde bei einer Havarie auf dem Danzas-Gelände an der Nossener Straße in Oschatz ein Fass mit Butrol beschädigt. Dabei lief die stark ätzende, giftige Chemikalie aus und drohte, ins Erdreich zu versickern. Und Ende 2015 hatten sie einen Großeinsatz bei der Oschatzer Arbeitsagentur. „Mit besten Grüßen aus Tschernobyl“ stand auf dem Umschlag eines Briefes geschrieben, der ein weißes Pulver enthielt und daraufhin auf Radioaktivität untersucht wurde.

Von Christine Jacob und Frank Hörügel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Flugsportler aus ganz Deutschland reisten zum ersten Flugzeug-Oldtimertreffen auf dem Oschatzer Flugplatz an. Auch Besucher waren willkommen und durften in einigen Flugzeugen mitfliegen.

14.09.2017

Das Galeriegespräch geht am 9. Oktober mit dem kontroversen Motto „Oschatz – Nabel der Welt!?“ in die zweite Runde. Unter den Teilnehmern ist auch der Unternehmer Holger Schmidt.

11.09.2017

An Persönlichkeiten vergangener Zeiten, die in der Region Oschatz geboren wurden oder hier viele Jahre lang lebten, erinnern nicht nur Straßennamen oder Plätze. Auch in Museen kann man auf deren Spurensuche gehen. Eine Großfamilie, die in der Oschatz-Mügelner Region Spuren hinterließ, ist die Familie Schmorl.

14.09.2017
Anzeige