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Großübung mit 200 Beteiligten: Landkreis simuliert in Oschatz Katastrophenfall

Großübung mit 200 Beteiligten: Landkreis simuliert in Oschatz Katastrophenfall

Ein Schreckensszenario: Am Sonnabend kurz vor 8 Uhr streift ein kleines Motorflugzeug am Stadtrand von Oschatz eine Hochspannungsleitung und stürzt auf einen Kesselwagen auf dem Gelände von Tyczka Totalgaz.

Oschatz.

 

 

 

 

Von Jana Brechlin

 

 

 

Gleich mehrere solche Übungen finden zeitgleich in ganz Sachsen statt. In Oschatz wacht Ordnungsamtsdezernentin Angelika Stoye über den Ablauf. Vertreter aus Landesdirektion und Umweltamt sowie mehrere Schiedsrichter achten darauf, wie die Vorgaben der Störfallverordnung umgesetzt werden. "Dafür sind rund 200 Beteiligte eingesetzt. Allein 100 kommen von Feuerwehren, Deutschem Roten Kreuz, Oschatzer 'Collm Klinik' und Polizei. Die Helfer sollen die Chance haben, ihr gelerntes Wissen bei einem größeren Störfall anzuwenden", so Angelika Stoye.

Um 8 Uhr geht der Alarm los, kurz darauf heulen Sirenen durch die Stadt. Immer wieder, bis sämtliche Feuerwehren aus Oschatz und den Ortsteilen sowie Lampersdorf da sind. Wer bisher nicht wach war, ist es jetzt. Zehn Minuten später stehen auch die ersten Schaulustigen in sicherer Entfernung am Werksgelände und beobachten die Großübung. Karsten Saack und Frank Reichel von der Einsatzleitung dirigieren die Helfer, die Katastrophenfläche ist in verschiedene Bereiche gegliedert, in denen gelöscht, mit chemischen Bindemitteln gearbeitet und nach Verletzten gesucht wird. Direkt am Eingang entsteht der sogenannte Sichtungsplatz: "Hierher kommen die Verletzten zur Erstversorgung", erklärt Angelika Stoye.

Dr. René Rottleb, Geschäftsführer der "Collm Klinik" Oschatz hat das Handy griffbereit. "Geht der Notruf ein, wird die Alarmierungskette in Gang gesetzt. Wir müssen damit rechnen, dass innerhalb kürzester Zeit viele Patienten ins Krankenhaus gebracht werden, deshalb wird zusätzliches Personal gerufen", beschreibt er. Teilweise mit Atemschutzausrüstung beginnt für die Feuerwehrleute Schwerstarbeit: Wasserversorgung aufbauen, löschen und Verletzte bergen. Mit Sauerstoffflaschen auf dem Rücken und Statisten auf der Trage treffen die ersten Helfer am Sichtungsplatz ein. Dort stehen Notärzte, Sanitäter und Rettungsassistenten bereit.

Routiniert und aufmerksam befragen und untersuchen die Mediziner die Frauen und Männer. Auf einer Karte, die jeder Patient um den Hals gehängt bekommt, werden Symptome und Ergebnisse notiert, farbige Felder - grün zum Beispiel heißt "leicht verletzt" - markieren den Zustand. Die 23 Patienten-Darsteller wie Klaus-Dieter Fröse gehen voll in ihrer Rolle auf: Er zeigt die - aufgeklebten - Brandwunden an Arm und Handgelenk und beschreibt: "Ich bin gestolpert in der Eile, dann tat auf einmal alles weh." Notfallseelsorgerin Wenke Petermann spricht beruhigend auf die Leute ein: "Kommen sie, wir gehen zum Behandlungsplatz." Auf einer Wiese vor Merkwitz sind Zelte aufgebaut und provisorische Erste-Hilfe-Stationen eingerichtet. Mittlerweile werden die ersten Patienten ins Krankenhaus gefahren.

Dort funktioniert die Alarmkette, bestätigt Angelika Stoye nach ihrer Stippvisite: "Es waren über 100 Mitarbeiter vor Ort, drei OPs standen bereit. Die Ärzte und Pflegekräfte waren hoch motiviert und sehr sortiert." Sollte jetzt tatsächlich noch in Wirklichkeit ein Notfall sein, ist dennoch für Hilfe gesorgt, versichert Dr. Horst Wunder. "Die Wermsdorfer Rettungswache ist aus der Übung ausgeklammert und übernimmt den normalen Dienst." Insgesamt zieht Angelika Stoye ein positives Fazit: Alle Wehren und Retter seien in sehr angemessener Zeit vor Ort gewesen und hätten engagiert agiert.

Fotos unter www.ffw-oschatz.de

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