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Grüße aus Südafrika: Kinderkulturkarawane im E-Werk

Grüße aus Südafrika: Kinderkulturkarawane im E-Werk

Das Leben auf der Straße in Johannesburg ist kein Zuckerschlecken. Darauf kommen die meisten Europäer von allein. Die Berichterstattung in den Nachrichten hält ja auf dem Laufenden über die großen und kleinen Katastrophen.

Oschatz.

 

 

 

 

Von Janett Petermann

Und das nahmen die Einheimischen gern wahr, denn mehr als 40 Besucher folgten der Einladung. Die Kinderkulturkarawane machte, vollgepackt mit Musik, Tanz, Theater und Informationen, Halt im E-Werk. Die bunte Mischung aus Erwachsenen und Kindern kam in der Zeit des Gastspiels bei Familien der evangelischen Gemeinde und Mitgliedern der Bündnisgrünen unter und konnte sich so im Gegenzug auch ein ganz gutes Bild von unserem Deutschen Leben machen.

Das ist auch Sinn des Projekts "Begegnung konkret", in dem man einander sehen, miteinander gehen und voneinander lernen soll. "Die Künstler selbst suchen den direkten Kontakt zu den Menschen und fühlen sich so in Familien besonders willkommen und heimisch", erklärte Antonie Brückner, Referentin im E-Werk, die Vorlieben der Gruppe.

Erster Teil des Projekts war am Vormittag ein Treffen mit den Sozialassistenten des Beruflichen Schulzentrums in Oschatz. Gerade für soziale Berufe ist es von Vorteil, über den eigenen Tellerrand zu blicken und sich ein Bild von Konfliktsituationen zu schaffen. Mit ihrer freundlichen Art kamen die Südafrikaner schnell an und schafften es, ihre Variante der Konfliktlösung auch den angehenden Sozialassistenten verständlich zu machen.

Die Gruppe Muka gründete sich 1995 in Johannesburg und ist mittlerweile ein von der Unesco gefördertes Projekt, das weltweit die neue Generation Südafrikaner repräsentiert. Die Veranstaltung in Oschatz fand im Rahmen der am 5. November beginnenden Bildungstage des Landkreises statt und wurde zusätzlich noch vom katholischen Fonds und dem Jugendamt unterstützt.

Ihr Stück "Not yet Uhuru", was auf Deutsch so viel bedeutet, wie "Noch nicht frei", spielt in einem Flüchtlingsdorf, Squatter Camp, in ihrer Heimat. Besonders ist die Art der Präsentation, denn passend zu unserer Wahrnehmung dieses Erdteils durch Medien werden Berichte eines Fernsehsenders nachgestellt. Da die Darbietung komplett auf Englisch stattfindet, stand auch im E-Werk eine Dolmetscherin zur Seite, die bei Verständigungsschwierigkeiten half und zu Beginn das Stück erläuterte. Musik und Tanz sind trotz der ernsten Thematik tragende Elemente der Darstellungsform von Muka. Trotz aller Probleme verlieren wir den Mut nicht, scheint das Stück sagen zu wollen. Die heitere Laune schwappte auch in Oschatz auf die Gäste über und nicht nur die traurigen, düsteren Geschichten, sondern vor allem die Heiterkeit werden einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die anschließende Möglichkeit für Fragen an die Gruppe nutzten die Besucher gern.

Besonders interessant wurde es, als es um die Zukunftswünsche der jungen Artisten ging. Der 14-jährige Schüler Zoo will auf jeden fall studieren, verriet er den Oschatzern.

"Die Resonanz des Auftritts hat mich sehr beeindruckt", so Antonie Brückner im Anschluss. Die positiven Stimmen und Freude über den Besuch bestätigten ihre Meinung, dass Bildung, Kunst und Kultur zusammengehören. "Man muss sich für Kultur eben auch einmal anstrengen, wir leben ja schließlich auch in einer anstrengenden Zeit", fasste sie zusammen.

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