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Grund für Rausschmiss von Vorstandschef Erlecke bleibt geheim

Obstland AG Grund für Rausschmiss von Vorstandschef Erlecke bleibt geheim

Trotz Pressekonferenz bei der Obstland AG bleibt es ein Rätselraten, warum der inzwischen ehemalige Vorstandschef Michael Erlecke seinen Hut nehmen musste. Aufsichtsratschef Michael Heckel erklärte, die Kündigung erfolge aus wichtigem Grund. Derzeit leiten Gerd Kalbitz und Heiner Hellfritzsch die Aktiengesellschaft, die im vergangenen Jahr Gewinn machte.

Michael Erlecke war bis Anfang Mai noch der Herr über die Äpfel der Obstland AG. Jetzt musste er den Hut nehmen.

Quelle: Thomas Kube

Region Oschatz. Warum hat die Obstland Dürrweitzschen AG ihren Vorstandschef Michael Erlecke (43) kurzfristig gefeuert? Gespannt warteten Journalisten gestern auf einer Pressekonferenz des Obstbaubetriebes auf eine Antwort – und wurden enttäuscht. Aufsichtsratsvorsitzender Michael Heckel wollte den Grund für die Kündigung partout nicht verraten. Nur so viel scheint festzustehen: Der geschasste Vorstandschef Erlecke hat das Unternehmen wirtschaftlich nicht an die Wand gefahren, die Aktiengesellschaft hat auch im Vorjahr Gewinn gemacht.

Kurz vor dem 25. Gründungsjubiläum luden gestern die beiden neuen Vorstände der Obstland Dürrweitzschen AG Gerd Kalbitz (64) und Heiner Hellritzsch (65) zu einer Pressekonferenz. Kurz und knapp waren die Aufführungen des anwesenden Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Heckel zur Personalie Erlecke: „Der Widerruf und die Kündigung des Dienstvertrages erfolgte aus wichtigem Grund. Beide wurden am Morgen des 3. Mai übermittelt.“ Mehrmaliges Nachfragen veranlasste den Aufsichtsratsvorsitzenden zur Äußerung, dass der Grund momentan nicht genannt werden könne. „Sie können fragen und nochmals fragen, ich werde dazu nichts sagen“, unterstrich Heckel. Zu ihrer erfolgten Bestellung erklärten Kalbitz und Hellfritzsch, dass sie in keinem Fall einen Kurswechsel im Unternehmen vornehmen wollten. Sie seien aber angetreten, um wichtige zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen.

Spekulationen, dass die Aktiengesellschaft vom wirtschaftlichen Kurs abgekommen sei, wurden nicht bestätigt. Vielmehr konnte Kalbitz auf ein solides Geschäftsjahr 2015 zurück blicken. Das Konzernergebnis für das Vorjahr weise einen deutlichen Gewinn aus – das übrigens zum neunten Mal in Folge. Grundlage dafür sei die Rekordernte 2015 von insgesamt 47193 Tonnen Obst – 86 Prozent davon beträgt der Anteil der geernteten Äpfel. Vergleichbares suche man in der 25-jährigen Obstland-Geschichte vergebens, so Kalbitz.

Das Jahresergebnis habe den Vorstand veranlasst, dem Aufsichtsrat die Ausschüttung einer Dividende an die rund 1300 Anteilseigner zu empfehlen. Die Aktionärshauptversammlung findet am 27. August in Leipzig statt.

Wenn an diesem Wochenende Blütenfest und das 25-Gründungsjubiläum in Dürrweitzschen gefeiert würden, so werde dies mit dem Blick nach vorn geschehen. Die angestrebte Entwicklung umriss Kalbitz mit einigen Fakten. So soll der Bio-Geschäftsbereich beispielsweise ausgebaut und weitere Obstkulturen auf ökologischen Anbau umgestellt werden. 117 Hektar Umstellungsfläche sind vorgesehen. Damit würde sich die Bio-Anbaufläche auf insgesamt rund 300 Hektar vergrößern. Die Obstland Dürrweitzschen AG würde somit zum größten sächsischen Bio-Obsterzeuger avancieren und reagiere zugleich auf die aktuelle Marktentwicklung in Europa und darüber hinaus. Kalbitz machte deutlich, dass dies mit der Entwicklung von neuen Produkten verbunden sei, die sich mit neuen Qualitäten von anderen abheben sollen. „Wir versprechen uns davon größere Möglichkeiten im Export.“

Zukunftsorientiert werde deshalb die Verarbeitung des Obstes vorangetrieben. Vorstand und eine gebildete Arbeitsgruppe des Aufsichtsrates beschäftigen sich ausgiebig mit der nachhaltigen Sicherung der Produktion. Ausgelotet würden Reserven am Traditionsstandort Neugreußnig wie auch die Möglichkeiten einer insgesamt sicheren Produktion, die ebenso auf die Bio-Schiene ausgedehnt werden könnte. Eine dritte Überflutung nach den Naturkatastrophen 2002 und 2013 könne sich das Unternehmen zudem nicht leisten. Derzeit gehören 371 Frauen und Männer zum Stammpersonal. „Alle ziehen an einem Strang“, sagte Gerd Kalbitz.

Von Bärbel Schumann

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