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Günstiger trotz Verspätung: Hochbehälter am Eichardt in Betrieb

1,6 Millionen Euro-Neubau ersetzt sieben Wasserspeicher Günstiger trotz Verspätung: Hochbehälter am Eichardt in Betrieb

Der Trinkwasserbehälter am Eichardt ist fertig: Rund ein Jahr Bauverzögerung zum Trotz hat das 1,6 Millionen Euro teure Großbauwerk deutlich weniger gekostet als geplant. 20 000 Haushalte in fünf Kommunen werden nun von dort aus mit Trinkwasser versorgt. Sieben kleinere Behälter können dafür abgebaut werden.

Blick ins Blaue: Durch ein Bullauge können die Betriebsführer in die beleuchteten Kammern des neuen Hochbehälters schauen.

Quelle: Sven Bartsch

Eichardt. „Es hat zwar lange gedauert, aber wir haben das Budget eingehalten und das ist bei solch großen Projekten nicht immer die Regel“, lobte Stephan Baillieu, Geschäftsführer der Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft (DOWW), den Neubau des Trinkwasser-Hochbehälters am Eichardt zwischen Großweitzschen und Leisnig, der gestern offiziell übergeben wurde. Sogar rund 200 000 Euro günstiger als die avisierten 1,8 Millionen Euro ist der Doppelbehälter, der etwa 20 000 Haushalte versorgt, geworden. Dafür hat die Fertigstellung auch ein Jahr länger gedauert als geplant. Schon im August des vergangenen Jahres sollte das Bauwerk in Betrieb genommen werden. „Es lag am Wetter. Das ist wie am Fichtelberg hier oben“, erklärte Baillieu.

Da war es gut, dass die sechs kleineren Hochbehälter im Altkreis Döbeln sowie der Vorgängerbau am Eichardt noch länger in Betrieb gehalten werden konnten. Statt der sieben kleinen kann nun aber die neue, zentrale Großanlage für immer gesicherte Zufuhr von Trinkwasser in Großweitzschen, Bockelwitz, Hartha/Waldheim und Sornzig/Ablass sorgen.

1700 Kubikmeter Wasser fassen die beiden Kammern des neuen Behälters. Seit Juli sind sie in Betrieb. Bei der offiziellen Einweihung gestern durften die Bürgermeister Tobias Goth, Steffen Ernst und Ronald Kunze einen Blick durchs Sichtfenster in die halb gefüllten Kammern werfen. Es war der Tageshöhepunkt des Verbrauchs, währenddessen nur 1100 Kubikmeter Wasser vor Ort sind – allerdings immer noch doppelt so viel wie im alten Speicher bei kompletter Füllung. Über Nacht füllt sich der Speicher wieder auf. Je eine Panzertür mit Bullauge führt in die Kammern. Darüber, dass jemand versehentlich mal eine öffnet, müsse sich aber niemand sorgen machen. „Die Türen gehen nach innen auf. Da drücken aber gerade 840 Tonnen Wasser drauf, das wird schwierig“, sagte der Döbelner Revierleiter der Oewa Wasser und Abwasser GmbH, Sven Gammisch, scherzhaft.

Auch falls die beiden Kammern einmal überlaufen sollten, ist für Ausgleich gesorgt. Eine der beiden Kammern des alten Behälters ist als Rückhaltebecken draußen offen gelassen worden. Die neuen Kammern stecken derzeit noch unter Erde und einer braunen Schutzplane. Die soll bald verschwinden und durch stachelige Bodendecker ersetzt werden. „Die Stacheln müssen so groß sein, dass keiner dort hochklettert“, sagte Gammisch. Das Gelände werde außerdem noch befestigt und komplett eingezäunt.

Das Wasser für den Eichardt kommt aus Zschaitz. Hier wird das Wasser aus acht Brunnen gezogen und über das Pumpwerk am Wolfsgut nahe der B 169 zum Eichardt transportiert. Von hier aus wird es über Großweitzschen zu einem kleineren Behälter in Wendishain geleitet. Von dort wird es auf Hartha und Leisnig verteilt.

Die neue Anlage am Eichardt wird von einem Bereitschaftsdienst rund um die Uhr online überwacht. Bei Problemen kann der Notdienst sofort vor Ort fahren und eingreifen. Durch die hohe Wasserkapazität kann besser auf Havarien und Unterversorgung reagiert werden.

Von Sebastian Fink

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Eichardt
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