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Oschatz Günter Schmidt aus Collm steht vor 100. Marathonlauf
Region Oschatz Günter Schmidt aus Collm steht vor 100. Marathonlauf
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13:41 13.04.2018
Geschafft und zufrieden kommen die befreundeten Läufer Uwe Gerstmann (l.) und Günter Schmidt in Meißen an. Quelle: Foto: privat
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Collm/Meißen

Günter Schmidt hat es fast geschafft. Der Collmer lief vor zwei Wochen bei der Harzquerung über 51 Kilometer seinen 99. Marathon. Fast zeitgleich kam die Bestätigung über seine Aufnahme in den 100 Marathon-Club Deutschland. Vorerst als Anwärter, um „richtiges“ Mitglied in diesem elitären Club zu werden fehlen ihm noch genau 42,195 Kilometer. Vor einigen Jahren hatte er sich die 100er-Marke zum Ziel gesetzt, aber gleich festgestellt: „Welches Ziel ich mir danach setze, weiß ich noch nicht, denn eines ist klar: 500 Marathons werde ich in diesem Leben nicht mehr schaffen.“ Im Moment aber läuft und läuft und läuft der Rentner aus Collm .

Fünf Marathons ist Schmidt in diesem Jahr schon gelaufen, aber etwas ist anders. Es scheint, als würden dem Marathoni die 42 Kilometer nicht mehr genügen. Beim Muldentallauf lief er unangemeldet 32 Kilometer auf der Strecke und als sein Lauffreund Uwe Gerstmann offiziell die Ziellinie des Halbmarathons in Grimma überquerte, liefen beide noch nach Hause – bis nach Collm (Schmidt) und Oschatz (Gerstmann). Insgesamt waren das an diesem Tag etwa 6o Kilometer. Ähnlich auffälliges Verhalten zeigten sie kürzlich beim Oberelbemarathon von Königstein nach Dresden. Während die meisten Läufer froh waren, endlich das Ziel erreicht zu haben, liefen Gerstmann und Schmidt weiter nach Meißen. Auf der dortigen Elbbrücke endete ihr Arbeitstag nach 70 Kilometern. Das erinnert ein bisschen an die Filmfigur Forrest Gump, die einfach lief und lief: Von der West- an die Ostküste der USA und wieder zurück. „Ich weiß, dass das viele für bekloppt halten – irgendwie haben sie ja auch Recht“, räumt der Collmer ein.

Nun geht der 64-Jährige auch noch wandern. Am vergangenen Freitag startete er um 18 Uhr in Markleeberg und kam am Sonnabend um 13.45 Uhr wieder an – nach 108 Kilometern durch die Leipziger Seenlandschaft. Die Wanderer werden ja von Läufern oft etwas belächelt, von Schmidt nicht mehr, er zeigte sich nach der Tour geläutert: „Bis Kilometer 90 fand ich alles lustig, aber dann habe ich mich nur noch gefragt, was eigentlich mehr schmerzt: Die Blasen an den Füßen, das linke Fußgelenk oder der rechte Knöchel.“ Als Sechster von über 200 Starter kam er ins Ziel. Und war leicht verärgert: „Kein Mensch hat sich für mich interessiert.“ Kein Wunder: Das Ziel öffnete erst eine Stunde nach seiner Ankunft. Denn im Gegensatz zu den Wandern der Sieben-Seen-Tour machte sich der Collmer im Laufschritt auf die Strecke.

Bleibt die Frage, warum macht er das. Ehefrau Anita Schmidt hat eine klare Antwort: „Mein Mann wird immer verrückter.“ Der Salbitzer Andreas Gäbler, der bei fast allen Marathons von Schmidt selbst mit auf der Strecke war und ebenfalls auf seinen 100. Marathon hinsteuert, hat eine andere Begründung: „Die wollen im August in Berlin laufen!“ Im August, das kann eigentlich nur der Mauerweglauf sein – die 100 Meilen von Berlin. 162 Kilometer entlang der ehemaligen Berliner Mauer in maximal 30 Stunden. Schmidt streitet das noch ab und erklärt mit hintersinnig: „Niemand hat die Absicht, 100 Meilen zu laufen!“

Von Jana Brechlin

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