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Oschatz Gundolf Schmidt berichtet über seine Abenteuer
Region Oschatz Gundolf Schmidt berichtet über seine Abenteuer
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18:06 19.02.2019
Gundolf Schmidt mit einer Schönheit in Wladiwostok. Quelle: Jana Brechlin
Wermsdorf

Er will unterhalten, amüsieren und ein bisschen auch missionieren. Der Wermsdorfer Gundolf Schmidt will mit seinen Reisetagen im März die Werbetrommel für den Besuch anderer Länder rühren. Am 7., 8. und 9. März lädt der Lehrer im Sabbatjahr in den „Goldenen Hirsch“ ein. Dort wird er Fotos – „die guten Bilder hat meine Frau gemacht, die weniger guten sind von mir“ – aus dem Iran, aus Sibirien und Moskau, von der Wolga und dem Baikalsee zeigen und erzählen, während den Zuhörern landestypische Spezialitäten serviert werden. „Die Zahl der Plätze ist aus diesem Grund begrenzt, denn die Besucher sitzen ja zum Essen am Tisch und nicht dicht gedrängt auf Stuhlreihen“, macht er deutlich.

Ausstellung im Alten Jagdschloss

Wer nicht dabei sein kann, dem sei ab sofort die Ausstellung im Begegnungszentrum des Alten Jagdschlosses empfohlen, in der aktuell Fotos und kurze Texte zur Reise an den Baikalsee, in den Iran sowie über die Flusskreuzfahrt auf der Wolga zu sehen sind. Außerdem ist in den Praxisräumen von Dr. Kathrin Auerbach in Wermsdorf derzeit eine Ausstellung zur Reise mit der transsibirischen Eisenbahn zu sehen. Dort wie zu den Vorträgen wolle er Lust wecken, auch einmal Ziele abseits üblicher Urlaubsdestinationen zu entdecken, erklärt Gundolf Schmidt. „Der Iran zum Beispiel hat Sehenswürdigkeiten ohne Ende und ein sehr gastfreundliches Volk. Die Menschen dort sind mir immer sehr offen und zuvorkommend begegnet, egal ob ich etwas gekauft habe oder nicht. Das ist im Westen nicht immer so, hier bei uns ist Freundlichkeit oft an Konsum gebunden“, hat er beobachtet. Außerdem herrsche im Osten eine größere Bereitwilligkeit, sich fotografieren zu lassen – und umgedreht fotografiert zu werden.

Viele Sehenswürdigkeiten im Iran

Seit einigen Jahren würde zwischen verschiedenen Staaten Streit angeheizt, das Atomabkommen mit dem Iran sei aufgekündigt, um Öllieferungen aus Russland werde gestritten und bei all’ dem setzten Politiker oft weniger auf Diplomatie, sondern befeuerten die Lage oft noch, bedauert der Wermsdorfer. Dabei wolle er Probleme nicht verleugnen, versichert Gundolf Schmidt. „Die Krim ist annektiert, Putin ist kein lupenreiner Demokrat und ich bin froh, dass ich in Deutschland leben kann. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass die feindliche Stimmung von Politikern wie Trump nicht immer noch weiter forciert wird“, sagt er. Während seiner Reise mit der transsibirischen Eisenbahn, die er zusammen mit dem Collmer Günter Schmidt unternommen hat, sei es zu einer Verspätung gekommen, weil die Gleise für die Vorbereitungen eines russischen Manövers blockiert waren. Dennoch habe man sich immer sicher und willkommen gefühlt, versichert er. „Nur wenn sich Menschen besuchen, kann es etwas werden mit gegenseitiger Achtung und Respekt“, ist der 58-Jährige überzeugt.

Klare Empfehlung für die bereisten Länder

Er könne für alle Reisen, über die er demnächst in Wermsdorf berichten wird, eine klare Empfehlung aussprechen. „Im Iran landet nachts um ein Uhr das Flugzeug, und wenn man morgens aufwacht, ist man mitten im Gewühl“, erinnert er sich. Obwohl dies ein organisierter Urlaub war, habe es immer auch Gelegenheit gegeben, sich frei zu bewegen und selbst etwas zu unternehmen. Und auch beim Wandern am Baikalsaal war Gundolf Schmidt mit einer Gruppe unterwegs, die viele Naturerlebnissen und kräftezehrende Touren geteilt hat. „Das war mein bisher einziger Urlaub, in dem ich vier Kilo abgenommen habe“, sagt der Wermsdorfer, der sonst zum Beispiel mit dem Fahrrad entlang der Donau unterwegs war. „Und erst zwei Kilo sind wieder drauf“, schiebt er schmunzelnd hinterher. Ein Urlaub, den wirklich jeder machen könne, sei die Kreuzfahrt auf der Wolga – auf einem einstigen DDR-Schiff mit russischer Besatzung. „Die Stimmung des Teams war super und hat sich sofort auf die Gäste übertragen.“

Devise: einfach ausprobieren

Er halte es nach der Devise „einfach ausprobieren“, verrät der reiselustige Lehrer. Das galt auch für die Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn: Um Mitreden zu können, testeten sich die Urlauber durch alle drei Kategorien, schliefen in der bequemen ersten Klasse und fuhren 66 Stunden am Stück in der 3. Kategorie, wo sie sich mit über 50 Mitreisenden das Großraumabteil und eine einzige Toilette teilten. „Das läuft trotzdem erstaunlich entspannt, es gibt keinen Stress zwischen den Leuten. Das einzige, was stören könnte, ist ein Bettnachbar, der schnarcht“, so Schmidt.

Reservierungen sind unter der Telefonnummer 034364 87870 möglich. Ein Abend kostet neun Euro, die Karte für den 7., 8. und 9. März zusammen 25 Euro, inkl. Essen. Beginn ist jeweils um 19 Uhr im „Goldenen Hirsch“.

Von Jana Brechlin

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