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Oschatz Häftling nutzt Freigang zur Flucht
Region Oschatz Häftling nutzt Freigang zur Flucht
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16:52 02.06.2014

Seitdem befindet sich Steven D. auf der Flucht. Bei einer so genannten Ausführung mit einem Bediensteten der Justizvollzugsanstalt nahm der 27-Jährige im Stadtzentrum von Torgau plötzlich die Beine in die Hand und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

Karl-Heinz Herden, Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Torgau, bestätigte gestern auf Anfrage dieser Zeitung, dass sich der Strafgefangene auf der Flucht befindet. Warum er überhaupt Ausgang erhielt, obwohl er noch bis 2016 seine Strafe zu verbüßen hat, begründet Herden: "Es ist kein schwieriger Fall und er hat keine Bezugsperson. Wir nehmen an, dass er bei einem ehemaligen Mitgefangenen untergekommen ist." D. habe keinen festen Wohnsitz und er hätte laut Herden bald mit einer Lockerung in der Justizvollzugsanstalt rechnen können. "Er steht kurz vor der Entlassung, deshalb die Ausführung mit einem Beamten." Dies werde so gehandhabt, um die Gefangenen auf die Freiheit vorzubereiten. Die Justizvollzugsanstalt unternehme alle Anstrengungen, um des Flüchtigen wieder habhaft zu werden und sei auch für Hinweise aus der Bevölkerung dankbar.

"Der Verurteilte ist zur Fahndung und Festnahme ausgeschrieben", sagte gestern der Leipziger Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz. Die Voraussetzungen für eine Vollzugslockerung seien im Strafgesetzbuch und in der Strafvollstreckungsordnung geregelt. "Die Leitung der JVA entscheidet hierüber individuell für jeden Gefangenen im Rahmen des Vollzugsplanes", so Schulz. Da der Verurteilte bereits mehr als zwei Drittel seiner Strafe abgesessen habe, könne unter Berücksichtigung des Sicherheitsinteresses der Allgemeinheit grundsätzlich der Rest der zu verbüßenden Strafe durch die Strafvollstreckungskammer zur Bewährung ausgesetzt werden. Schulz weiter: "Soweit hierzu bei der Prüfung auch das Verhalten des Verurteilten im Vollzug von Bedeutung ist, hat sich der Verurteilte mit seiner Flucht sicher keinen Gefallen getan."

Der Fall des heute 27-Jährigen sorgte in Borna vor knapp sieben Jahren für Aufsehen. Bei einem nächtlichen Überfall am 24. August 2007 war ein 47-Jähriger niedergestochen worden. Das Opfer war Ende Juli aus der Haft entlassen worden, wurde beschimpft und niedergestoßen. Steven D. forderte damals dessen Geld, setzte sich auf den Oberkörper des Mannes und stach mit dem Messer zu. Der 47-Jährige hatte Glück. Der in Richtung Herz geführte Stich endete, von einer Rippe abgelenkt, nur drei bis vier Zentimeter tief im Hautgewebe. Steven D. und ein Mittäter raubten ihm 850 Euro. Das Geld trug das Opfer nach seiner Haftentlassung bei sich. Die 850 Euro wurden übrigens nie wieder gefunden.

Heinz Großnick

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