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Härtestes Ballonrennen der Welt: Polen überqueren die Region Oschatz

Härtestes Ballonrennen der Welt: Polen überqueren die Region Oschatz

Einmal im Jahr laden die Mitglieder des Oschatzer Segelfliegerclubs zum Fest auf das Vereinsgelände ein. Dabei haben die Besucher die Gelegenheit, hautnah den lautlosen Flugsport zu erleben.

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Die polnischen Rennteilnehmer schweben über Oschatz. Fotomontage: Wolfgang Sens

Quelle: Sven Bartsch Foto

Oschatz. von hagen rösner

Jan Simon, passionierter Segelflieger, kommentiert die Flüge der Luftgleiter. Als sich die Augen der Besucher gen Himmel richten, entdecken sie in großer Höhe auch einen hellen Punkt. Das Luftfahrzeug ist ein Ballon, der in so großen Höhen über die Oschatzer Region fährt, dass die Besatzung den Linienflugzeugen in die Fenster schauen könnten. Der Ballon kreuzt von West nach Ost die Oschatzer Region. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich nicht um einen Heißluftballon, sondern um einen Gasballon handelt", sagt Luftfahrtkenner Simon. Woher der Ballon kommt, und wer in dieser Höhe über die Collm-Region hinweg fährt - das bleibt aber rätselhaft.

Auch die Mitarbeiter des Flughafens Leipzig können nicht viel zur Aufklärung beitragen. "Tut mir leid, der Flughafen Leipzig beschäftigt sich ausschließlich mit den Aktivitäten am Boden. Was am Himmel passiert, ist Aufgabe der Deutschen Flugsicherung", sagt Uwe Schuhardt, der für die Pressearbeit des Flughafens Halle-Leipzig zuständig ist. Die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS)mit Sitz im hessischen Langen ist für die Flugverkehrskontrolle über Deutschland zuständig. Es ist ein privates Unternehmen. "Ballons fallen normalerweise nicht in unser Ressort, weil sie nicht in die Höhen steigen, in denen der Flugverkehr stattfindet. Es sei denn, sie berühren den Luftverkehrsraum, dann benötigen sie eine Aufstiegsgenehmigung und im Regelfall auch einen Transponder, damit wir das Luftfahrzeug auch auf unseren Monitoren registrieren können", informiert Kristina Kelek von der Deutschen Flugsicherung. Allerdings habe es in den vergangenen Tagen keine Auffälligkeiten im Luftverkehrsraum gegeben, sagt Kelek. Der Oschatzer Luftraum wird von München aus überwacht. Der entscheidende Hinweis über das mysteriöse Luftfahrzeug über Oschatz kommt dann aus der Ballonfahrerszene - von der Ballon Crew Sachsen aus der Nähe von Kamenz. "Schaut mal unter dem Stichwort ,Gordon Bennet Cup' nach", hieß es von den Profis.

Und tatsächlich haben beim Oschatzer Fliegerfest Teilnehmer des härtesten Ballonrennes der Welt unsere Region überquert. Dabei siegt das Team, das den am weitesten entfernten Punkt vom Startpunkt erreicht.

Das Rennen wurde erstmals 1906 gestartet, damals ging es in Paris los. In diesem Jahr starteten die Ballons am 28. August in Pau in den Pyrenäen, im äußersten Südwesten Frankreichs. An dem Wettbewerb nahmen 17 Teams aus acht Nationen teil. Am 30. August, als in Oschatz etwa 1800 Kilometer vom Startort entfernt das Fliegerfest gefeiert wurde, waren nur noch sechs Teams in der Luft, die sich weiter nach Osten bewegten. Im Rennen waren noch ein deutscher, zwei schweizerische, ein amerikanischer, ein polnischer und ein spanischer Ballon. Mit hoher Sicherheit und in Auswertung der vorhanden Flugkarten, war es wohl der Ballon Pol - 1 mit Krzysztof Zapart und Bazyli Dawidziuk, der die Oschatzer Region kreuzte. Die beiden Polen belegten letztlich den 5. Platz. Das Gewinnerteam waren Schweizer, auf Platz 2 kam ein deutsches Team, auf Platz drei ebenfalls ein Schweizer, und auf den vierten Platz kam das spanische Team. Die weiteste Entfernung, die zurückgelegt wurde, betrug 2080 Kilometer in Non-Stopp-Fahrt.

Übrigens gehört das Gordon Bennet Rennen auch zu den gefährlichsten Ballonrennen der Welt. 1995 fuhr ein Ballon angekündigt in den Luftraum Weißrusslands ein. Er wurde dort abgeschossen und die beiden Piloten kamen ums Leben. 2010 starben zwei amerikanische Piloten, als sie über der Adria in eine Gewitterfront gerieten und ins Meer stürzten.

Aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 05.09.2015

Rösner, Hagen

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