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Oschatz Haftstrafen für Hähnchendiebe
Region Oschatz Haftstrafen für Hähnchendiebe
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16:52 17.10.2013
Rainer Göpfert (l.) vom Hähnchen-Grill bekommt von seinem Chef Roland Geiser 500 Euro, weil er die Polizei auf die Spur der Diebe brachte. Quelle: Dirk Hunger

Rene P. muss zehn Monate hinter Gitter. Patrick B. kommt mit einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung davon.

Bei Wilhelm Busch war es der zweite Streich, als Max und Moritz der Witwe Bolte frisch gegrillte Hühner durch den Schornstein stahlen. Ob sich Patrick B. und Rene P. bei ihren Straftaten zwei bis fünf (siehe Kasten) an den Streichen von Max und Moritz orientiert hatten, kam zur Gerichtsverhandlung nicht zu Sprache - und ist auch eher unwahrscheinlich. Denn die Gedanken der beiden ehemaligen Förderschüler kreisen nicht um literarische Figuren, sondern hauptsächlich um hochprozentigen Stoff wie Schnaps und die Droge Crystal. Alle zwei bis drei Tage nehme er Crystal, ansonsten begnüge er sich mit Schnaps und Bier, räumte der mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafte Rene P. ein. Der untersetzte Patrick B. macht es in dieser Beziehung seinem zwei Köpfe größeren Kumpan Rene P. nach.

Weil die jungen Männer keine Ausbildung absolviert und keine Arbeit haben, besorgen sie sich das Geld für die Befriedigung ihrer Süchte durch Diebstähle und Einbrüche. Das Diebesgut hätten sie teilweise selbst verbraucht oder verkauft, sagte Rene P.

"In Oschatz und Mügeln sind die Leute so sauer auf Sie, dass Sie gleich in Untersuchungshaft gekommen sind", sagte Richterin Juliane Guha nach der Urteilsverkündung. Seit vier Monaten sitzen die beiden Oschatzer in Leipzig in Untersuchungshaft.

Ohne große Umschweife hatten die beiden 20-Jährigen die Serie von zehn Einbrüchen und Diebstählen im Mai/Juni dieses Jahres in Oschatz und Mügeln zugegeben, bestritten nur einige unwichtige Details der Vorwürfe. Deshalb konnte Richterin Guha auf die Vernehmung von sieben der insgesamt 15 geladenen Zeugen verzichten. Bei allen Einbrüchen hatte es das Diebes-Duo auf Geld, Alkohol, Zigaretten und Lebensmittel abgesehen. Und sie haben damit die Inhaber der betroffenen Geschäfte in Angst und Schrecken versetzt. Den 52 Jahre alten Betreiber eines Döner-Imbisses in Mügeln regten die drei Einbrüche in seinen Laden so auf, dass er nach eigenen Angaben mit Blutungen in der Lunge ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. "Diese Leute müssen unbedingt weggesperrt werden, sie sind gefährlich für die Gesellschaft", meinte er.

Diesen Wunsch erfüllte Richterin Guha schließlich nur zum Teil. Sie hob die Haftbefehle für beide Täter auf. Rene P. muss jedoch in absehbarer Zeit den Rest seiner zehnmonatigen Jugendstrafe absitzen. Patrick B. hat dagegen die Chance, ein freier Mann zu bleiben. Zwei Jahre darf er sich nichts zu Schulden kommen lassen, ansonsten muss er wieder hinter Gitter.

Frank Hörügel

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