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Hagen Kunze liest aus „Wunderkinder“ im Ovalsaal des Schloss Hubertusburg

Lesung Hagen Kunze liest aus „Wunderkinder“ im Ovalsaal des Schloss Hubertusburg

Genies, Talente, Inselbegabungen: Die Wunderkinder, die Hagen Kunze in seinem gleichnamigen Buch porträtiert, haben Spuren in der Geschichte hinterlassen.

Zur Buchlesung mit dem Döbelner Autor kamen am Freitagabend nur wenige Gäste auf Schloss Hubertusburg. Vielleicht sind es zum nächsten Besuch im Oktober mehr.

Hagen Kunze stellt in Wermsdorf sein Buch „Wunderkinder“ vor.

Quelle: Christian Kunze

Wermsdorf. Mozart, Picasso, Leibnitz oder Marie Curie sind den meisten ein Begriff. Doch es gibt auch Talente und Genies, die kaum bekannt sind. Beide Gruppen von Menschen gehören in die Kategorie „Wunderkinder“, die Hagen Kunze in seinem gleichnamigen Buch porträtiert. Zur Lesung kamen am Freitagabend nur rund 20 Gäste in den Ovalsaal von Schloss Hubertusburg. Sie erlebten den stimmlich leicht angeschlagenen Kunze auch am Klavier. „Zu jeder Lesung gehört bei mir Musik“, sagt er, sehr zur Freude des Publikums, dem er damit auch über 75 Minuten Abwechslung bot.

Lesung mit Musik

Bereichert mit Musikstücken der ebenfalls zu den Wunderkindern gehörenden Bach und Chopin gab der Musikkritiker, Journalist, Autor und ehemalige Chefdramaturg des Theaters Döbeln schlaglichtartige Einblicke in das Leben von Genies. „Es war gar nicht so sehr die Frage wen nehme ich alles rein als vielmehr, wen lasse ich weg“, sagt der Verfasser über sein inzwischen achtes Minibuch, das im Verlag für die Frau erschienen ist. Nachdem er sich vor allem musikalischen Größen und deren Familien gewidmet hatte, bat ihn die Verlagschefin, ein wenig breiteres Publikum anzusprechen. Gesagt, getan. Und, für einen Journalisten nicht unüblich, las sich Kunze tief in die Archive – und damit in die Schicksale der von ihm ausgesuchten „Wunderkinder“. Gleichwohl half ihm die Erfahrung als Redakteur einer Tageszeitung, nicht zu ausufernd zu schreiben.

Elterlicher Einfluss

Das Spektrum reicht dabei vom Mathematiker Gauß über die erste Frau, die einen Nobelpreis in Naturwissenschaften erhielt bis hin zum „Vater“ der modernen US-amerikanischen Filmmusik, dem emigrierten Juden Erich Wolfgang Korngold bis hin zur ungarischen Schach-Ikone Judit Polgar. „Allen gemein ist, dass ihre Eltern einen wesentlichen Anteil an ihrem Lebenslauf haben – entweder, weil sie mit dem Erfolg ihrer Kinder eigene Unzulänglichkeiten kompensieren oder eben unter Beweis stellen wollten, dass in jedem Menschen Talent stecke, dass man eben fördern muss“, beschreibt Kunze einen „roten Faden“.

Nur drei Frauen

Dass unter den 16 Kurzporträts nur drei Frauen zu finden sind, erklärt der Auto damit, dass das Besondere bei weiblichen Wunderkindern nie in dem Maße gefördert wurde wie bei den Jungen, oder dass sie im Schatten ihrer Brüder standen – so wie bei Mozart und Mendelssohn. Laura Bassi, Europas erste Professorin, eröffnet den Reigen, beschlossen wird er von Lang Lang. Dazwischen entdeckt man auf rund 120 Seiten Menschen, die zwischen Ehrgeiz und Selbstvermarktung allesamt einen Platz in der Geschichte hinterlassen haben.

Am 20. Oktober liest Hagen Kunze im Ovalsaal in Wermsdorf aus „Große Sachsen“.

Von Christian Kunze

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