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Oschatz Handball - DHB-Pokal: Handballerinnen bringen Oschatz erneut bundesweit positiv ins Gespräch
Region Oschatz Handball - DHB-Pokal: Handballerinnen bringen Oschatz erneut bundesweit positiv ins Gespräch
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17:24 09.01.2012

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Von Kerstin Staffe

Doch bis dahin war ein hartes Stück Arbeit zu erledigen. Die Gästetrainerin Franziska Heinz kann mit einer Reihe von Titeln aufwarten. Der wichtigste dürfte wohl das WM-Gold von 1993 sein. Außerdem wurde sie Vize-Europameisterin, nahm an Olympischen Spielen teil und gewann schon den DHB-Pokal. Klar, dass sie mit ihrer Mannschaft in die nächste Pokalrunde wollte. Aber das war auch das Ziel vonJana Delor und ihren Spielerinnen. Denen war das unbedingte Wollen in jeder Phase der Partie anzusehen. Umso mehr, da mit Katrin Miersch und Doreen Wiersma zwei Aktivposten krankheitsbedingt fehlten. "Dafür rückte meine Mannschaft noch ein Stück enger zusammen und bewies erneut, dass auf alle Spielerinnen unbedingt Verlass ist", bescheinigte die Trainerin Sarah Eichhorn und Franziska Staffe eine solide Leistung.

Die Gäste, die im Vorfeld betont hatten, den Unterdog aus Oschatz nicht unterschätzen zu wollen, warfen den ersten Treffer und hatten mit Ania Jaszczuk, die zehnmal traf, ihre erfolgreichste Werferin. Aber sie zeigte, abgeschirmt von Luise Ganske, in entscheidenden Situationen Nerven. Die Partie blieb, bis auf eine Ausnahme, sehr eng. Zwischen der 11. und 19.Spielminute konnte sich der SHV auf 14:8 absetzen. Vielleicht war dieser Vorsprung der entscheidende Motivator, dass etwas geht. Bis zur Pause gelang es den Gästen durch Tore von Jaszczuk und Glathe noch bis auf 17:15 zu verkürzen.

Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Grevener den besseren Start, schafften zunächst den Ausgleich, um dann selbst in Führung zu gehen. Der Ruck, der danach durch das SHV-Team ging, war in der Halle förmlich zu greifen. Jetzt begann der Pokalfight erst richtig. Nichts wurde sich geschenkt, Ausgleich und Führung fielen im steten Wechsel. Klasse, wie Stephanie Böhm ihre Chancen auf der rechten Außenseite nutzte. Super auch Anja Heine, die nach einer kurzen Verschnaufpause zurück aufs Feld kam. Die Gäste wechselten ihr Deckungssystem und schenkten den Oschatzerinnen nichts. Wie ernst sie die Situation nahmen und wie verbissen sie um das Weiterkommen kämpften, zeigt die Zeitstrafenstatistik. Während der SHV ohne eine Zwei-Minuten-Strafe auskam, schickten die souveränen Schiedsrichter Thöne und Zupanovic aus Berlin die Gäste viermal zum Nachdenken auf die Bank. Die sehr solide Abwehrarbeit des SHV, dass schnelle Nachrücken, das gegenseitige Aushelfen und Verschieben, waren zweifellos eine wesentliche Grundlage für diesen Erfolg. Die Sicherheit in der Oschatzer Deckung lässt sich daran messen, dass die SHV-Sieben nur zwei Strafwürfe verursachte. Einen davon entschärfte Sarah Eichhorn. Auf der anderen Seite brachte Carmen Schneider vier von fünf Siebenmetern im Gehäuse unter.

Carmen Schneider und Ivana Vujica waren es, die für jeden sichtbar die Mannschaft führten, die überlegt die Angriffe vorbereiteten und oft genug selbst erfolgreich abschlossen. Sehr positiv war, dass Maria Häußler stets dann zur Stelle war und den Hammer auspackte, als Schneider doch mehr und mehr in den Focus der gegnerischen Abwehr rückte. Jana Delor jedenfalls freute sich riesig über den erneuten Erfolg ihrer Mannschaft: "Wir sind natürlich happy. Dass es so läuft, war ja nicht unbedingt zu erwarten. Ich bin superstolz auf die Leistung meines gesamten Teams. Und eines ist sonnenklar, auch wenn Carmen Schneider und Ivana Vujica die Führungsrolle in der Mannschaft einnahmen. Wir sind ein Team und nur gemeinsam stark. Wie die beiden die anderen mitreißen können, das ist einfach phänomenal!"

Mit diesem Sieg ist dem SHV Oschatz der größte Erfolg in der Vereinsge-schichte im DHB-Pokal gelungen, denn noch nie stand ein Oschatzer Team im Achtelfinale des deutschen Pokals. Das tolle Oschatzer Handballpublikum kann sich nun auf einen Erstligisten freuen. Am 5. Februar ist im DHB-Pokal-Achtelfinale der VfL Oldenburg, bei dem zuletzt Ulrike Stange spielte, zu Gast in der Rosentalsporthalle.

Oschatz: Eichhorn; Heine (4), Schneider (11/4), Staffe, Vujica (9), Häußler (5), Ludwig (1), Böhm (3), Müller (1), Ganske, Natzschka.

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