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Oschatz Feldbrände: Das größte Risiko sind weggeworfene Zigarettenstummel
Region Oschatz Feldbrände: Das größte Risiko sind weggeworfene Zigarettenstummel
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10:31 06.07.2018
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Oschatz löschen einen Feldrandbrand am Oberweg bei Collm am 2. Juli. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Collm-Region

Kein Tag vergeht inzwischen ohne Meldungen über Feldbrände in der Region. Sie verlangen Feuerwehren mehr ab als üblich. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Torgau-Oschatz, Frank Reichel, spricht im LVZ-Interview über die Maßnahmen, um das Feldbrand-Risiko zu minimieren.

Trockenheit, Hitze, Wind – das Wetter begünstigt derzeit das Entstehen von Feldbränden. Aber brennt es auf landwirtschaftlichen Flächen tatsächlich häufiger als in anderen Jahren?

Die Häufung in den vergangenen Wochen ist sicherlich extrem und außergewöhnlich. Nahezu jedes Feld ist abgeerntet, Temperaturen über 30 Grad Celsius und wochenlang kein Niederschlag – da kommt vieles zusammen. Allerdings dürfen wir auch nicht vergessen, dass ein Feuer auf dem Feld auch bei weniger extremen Wetterlagen ausbrechen kann – durch Funkenflug, technischen Defekt oder nachlässiges Handeln. Bisher sind die Wehren den Bränden – dank entsprechender Ausrüstung und Einsatzstärke – recht gut Herr geworden.

Die Tageseinsatzbereitschaft ist nach wie vor gewährleistet. Ferienzeit ist Urlaubszeit – auch für Feuerwehrleute. Bangen Sie in den kommenden Wochen um ausreichend Personal?

Nein. Die aktiven Kameraden in der Region sind gut aufgestellt. Wenn es an Kräften und Technik fehlt, wird nachalarmiert. Die Ausrückeordnung sieht bei Extremen wie derzeit vor, dass in den Kommunen keine Ortswehr abgemeldet ist. All werden gemeinsam alarmiert, um genügend Kräfte zur Verfügung zu haben. Es fahren auch nicht alle Retter zur gleichen Zeit in den Urlaub. Eine Abstimmung ist also nicht notwendig.

Abgestimmt ist dagegen, dass Arbeitgeber, die ehrenamtliche Helfer beschäftigen, diese freistellen und Lohnfortzahlungen leisten...

Ja das stimmt – und es ist bei einer solchen Häufung von Einsätzen auch besonders wichtig, dass Arbeitgeber dieses Verständnis aufbringen. Die Bevorzugung von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr bei Tätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung wird zwar oft kritisiert. Ich begrüße sie jedoch ausdrücklich, weil die Modalitäten der Lohnfortzahlung hier deutlich einfacher geregelt sind.

In Torgau und Riesa gibt es hauptamtliche Beschäftigte für den Brandschutz...

In beiden Städten herrschen jedoch durch die angegliederten Feuerwehrtechnischen Zentren andere Rahmenbedingungen – personell und finanziell. Ein Umkrempeln der Strukturen in unserem Verbandsgebiet ist nicht sinnvoll. Die Wehren auf dem Dorf müssen erhalten bleiben. Sie erfüllen nicht nur die Pflichtaufgabe der Kommune, den Brandschutz, sondern halten Dorfkultur aufrecht, sind mancherorts der einzige Verein.

Welche Rolle spielen bei der Bekämpfung von Feldbränden die Landwirte?

Die Bewirtschafter der Felder sind für uns unverzichtbar. Oftmals sind sie es, die bis zum Eintreffen der Wehren schon dazu beitragen, dass die Gefahr minimiert wird. Zu DDR-Zeiten war es üblich, dass während der Ernte an jeder Fläche ein Pflug und ein Wassertank bereit standen. Das müsste sich noch stärker durchsetzen – schließlich ist der Schutz der Felder im ureigensten Interesse der Landwirte.

Welche Vorkehrungen können sonst noch getroffen werden, um Feldbrände zu vermeiden oder die Gefahr zu minimieren?

Weggeworfener Abfall am Straßenrand, allen voran Zigarettenstummel, stellen das größte Risiko dar. Begünstigt wird es außerdem durch Autos, die am Feldrand geparkt werden – und sei es nur zum Telefonieren. Hier ist man bei feuerungefährlichen Flächen auf der sicheren Seite. Droht ein bereits ausgerochenes Feuer, sich auf Wälder oder bebaute Gebiete auszubreiten, appellieren wir an die Bürger, selbst zu löschen und so das eigene Hab und Gut zu schützen.

Von Christian Kunze

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