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Heidegut Dahlen seit 25 Jahren gut im Geschäft

Landwirtschaft Heidegut Dahlen seit 25 Jahren gut im Geschäft

Am 1. Juli 1991 wurde das Heidegut Dahlen gegründet. Gefeiert wird das 25-jährige Bestehen rund um den Nordsächsischen Naturmarkt auf dem Dahlener Kirschberg am 11. September. Die Gründer Hans Lehmann und Ernst Bößneck gaben der Oschatzer Allgemeinen Auskunft über die Anfänge und die Entwicklung der Agrarfirma.

Hans Lehmann (l.) und Ernst Bößneck gehören zu den Gründungsmitgliedern des Heidegutes Dahlen

Quelle: Axel Kaminski

Dahlen. Am 1. Juli 1991 wurde das Heidegut Dahlen gegründet. Gefeiert wird das 25-jährige Bestehen rund um den Nordsächsischen Naturmarkt auf dem Dahlener Kirschberg am Sonntag. Die Gründer Hans Lehmann und Ernst Bößneck gaben der OAZ Auskunft über die die Entwicklung der Agrarfirma.

Wie stellte sich die Situation in der Landwirtschaft rund um Dahlen vor der Gründung des Heidegutes dar?

Es gab hier eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) Pflanzenproduktion, die 9600 Hektar Land bewirtschaftete. Zu ihr gehörten drei LPG Tierproduktion sowie eine zwischenbetriebliche Bauorganisation (ZBO). Im Juni 1991 hatten diese LPG 1902 Mitglieder.

Zur LPG Tierproduktion gehörten eine Landgaststätte, in der täglich 1200 Essensportionen gekocht wurden, Ferienobjekte wie das Bungalowdorf Olganitz und eine Schneiderstube.

... und das Heidegut hat die Nachfolge dieser Betriebe und ihrer Einrichtungen angetreten?

Nein. Das Heidegut ist kein Rechtsnachfolger der LPG. Es ist auch keine Genossenschaft, sondern eine Personengesellschaft. Aufbauend auf einer korrekten Bewertung des Vermögens wurden von der neuen Gesellschaft Kauf- und Pachtverträge abgeschlossen. Die Vermögensverwertungsgesellschaft (VVG) Dahlen hat uns diese Werte anvertraut. Das Heidegut Dahlen konnte 2015 die letzte Rate an die VVG zahlen.

Welche Standbeine hatte das Heidegut zu seiner Gründung, was hat sich in der Zwischenzeit geändert?

Das Heidegut ging mit Feld- und Viehwirtschaft an den Start. Schwerpunkte waren der Anbau von Raps, Getreide und Mais sowie Kartoffeln und Zuckerrüben sowie die Nutzung des Grünlandes. Bei der Tierhaltung haben wir mit Schweinen, Rindern und Schafen begonnen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit mussten wir uns 1995 von der Schweinehaltung trennen. Die Rinderhaltung brachten wir wegen der Quotierungen und Lieferrechte auf Maß. Aber wir haben auch neue Geschäftsfelder für uns erschlossen.

Welche sind das?

Wir bauen seit 1992 Vermehrungskulturen für Getreide- und Futtersaaten an. Dort sahen wir, ebenso wie bei der Grassamenvermehrung reelle Exportchancen. Uns war von Anfang an bewusst, dass wir für ein gutes wirtschaftliches Ergebnis Veredlungsstufen im Betrieb brauchen.

Wer sich noch an die Zeit vor 25 Jahren erinnert, weiß, dass vom Westen Deutschlands aus die ostdeutsche Wirtschaft vor allem als marode bezeichnet wurde. Wie sah es damit in der Dahlener Landwirtschaft aus?

Die Landwirtschaft hier war besser ausgestattet als viele Betriebe in den alten Bundesländern. Die Gründungsmitglieder des Heidegutes, dazu gehörten auch Rosemarie Döhler, Helmut Wendt und Frank Terpitz, waren sich darin einig, mit dem Thema Investitionen sehr konservativ umzugehen. Wir haben versucht, mit der vorhandenen Technik zu arbeiten.

Obwohl ich in der alten LPG Abteilungsleiter Feldwirtschaft war, sah ich die Priorität darin, neue Technik für die Tierwirtschaft anzuschaffen. Einen Melkstand braucht man jeden Tag, sogar mehrmals. Manche Gerätschaft, die auf dem Acker zum Einsatz kommt, wird dort nur wenige Wochen im Jahr benötigt.

Vor 25 Jahren sind viele Firmen gegründet worden. Nicht jede kann dieses Jubiläum feiern. Ist es nur die konservative Investitionspolitik, die dem Heidegut das Überleben gesichert hat?

Ganz sicher nicht allein. Wir haben uns stets auf das Wesentliche konzentriert, aber die Vielfalt nicht vernachlässigt. In unserem Wirtschaften waren und sind zwei Dinge wichtig. Wir haben unseren Betrieb so organisiert, dass es keine Abfälle gibt. Letzter Mosaikstein dafür war die 2007 in Betrieb genommene Biogasanlage. Und wir sind allen, die mit uns zu tun haben, ein zuverlässiger Partner zu sein. Dazu gehört, dass wir Kreditraten ebenso pünktlich zahlen wie Pachten und Löhne.

25 Jahre Heidegut bedeuten auch 25 miterlebte Jahre Landwirtschaftspolitik. Es gibt Landwirte, die da nur schimpfen. Zählen Sie dazu?

Anfang der 1990er Jahre gab es in der Bundespolitik schon tolle Vorstellungen, wie es in der ostdeutschen Landwirtschaft weitergehen soll. Da schwebte vielen vor, dass jeder Eigentümer wieder seine eigene Scholle bewirtschaftet. Das war unrealistisch.

Ich gebe zu, dass es nicht immer leicht war, alle Gesetze und Verordnungen zu begreifen. Dazu kommt, dass die Zyklen, in denen Politiker denken, nicht mit denen übereinstimmen, mit denen Landwirte rechnen sollten. Aber wir haben in den Programmen der EU unsere Möglichkeiten gesucht und gefunden, um unser Bestehen und unsere Entwicklung zu sichern.

Vor welchen Herausforderungen steht das Heidegut Dahlen zu seinem Jubiläum?

Ernst Bößneck: Die Milch ist eine ständige Herausforderung. Deren Preis hat immer wieder Höhen und Tiefen durchgemacht, wobei die Höhen eher den Normalpreis darstellen. Das sind Zeiten, in denen man über Investitionen nachdenken und mit der Bank sprechen kann. Derzeit muss man sich wieder einmal damit beschäftigen, wie man die Milch mit anderen Zweigen des Betriebes querfinanzieren kann.

Von Axel Kaminski

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