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Oschatz Heim für Kriegsflüchtlinge
Region Oschatz Heim für Kriegsflüchtlinge
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17:12 13.06.2014
Gemeinsames Grillen zum Abschied (von links): Sozialamtsleiterin Ulrike Lösch, Bewohner Sebastian Herz, Sabine Galle (DRK), die Bewohner Silke Käding und Elke Förster (vorn) sowie Hans-Jürgen Günther und Jochen Schwarz (hinten) und Gabriele Thiel und Silvia Schwarz-Yadirgi (beide DRK). Quelle: Dirk Hunger

Künftig sollen in dem Gebäude Kriegsflüchtlinge untergebracht werden.

Seit 14 Jahren wohnt Jochen Schwarz im Oschatzer Obdachlosenheim. "Am Anfang waren wir hier so 20 Leute", erinnert sich der 55-Jährige, der aus Sibirien nach Deutschland gekommen ist. Heute wohnen noch acht Menschen hier - überwiegend Rentner oder Bezieher von Sozialleistungen. Jochen Schwarz hat von der Oschatzer Wohnstätten GmbH, der das Obdachlosenheim gehört, als Alternative eine Ein-Raum-Wohnung in der Karl-Liebknecht-Straße angeboten bekommen. "Ich wollte schon lange weg und finde das jetzt ganz okay", sagt der Rentner.

Silke Käding, die hier seit 17 Jahren wohnt, sieht das anders. Bei der gestrigen Abschiedsfeier sagte sie mit Tränen in den Augen, dass sie die Gemeinschaft vermissen werde. Ihr einziger Trost: Nach dem Umzug in eine Wohnung Am Langen Rain werde sie in der Nähe ihres Sohnes wohnen.

Da laut Stadtverwaltung sieben der acht Bewohner bereits längere Zeit hier wohnen, könne nicht mehr von Obdachlosen gesprochen werden. Jeder der jetzigen Bewohner, so versicherte Beigeordneter Jörg Bringewald zur Ratssitzung, bekomme als Ersatz eine Wohnung vermittelt. "Wir haben mit den Bewohnern gesprochen. Sie ziehen freiwillig um", sagte Bringewald auf Anfrage des Stadtrates Thomas Schneider (Linkspartei).

Unfreiwillig muss dagegen Silvia Schwarz-Yadirgi gehen, die sich seit neun Jahren im Auftrag ihres Arbeitgebers DRK um die Heimbewohner kümmert und nun die Kündigung bekommen hat. "Das tut schon weh", sagte sie.

Künftig, so Beigeordneter Bringewald, werde das Gebäude dem Landkreis Nordsachsen zur humanitären Unterbringung von Kriegsflüchtlingen zur Verfügung gestellt. Ein Verkauf des Hauses sei nicht geplant, betonte gestern Wohnstätten-Geschäftsführer Michael Schiffner auf OAZ-Anfrage: "Das ist und bleibt unser Haus."

Dem Landkreis Nordsachsen sollen in diesem Jahr 576 neue Asylbewerber zugeteilt werden (Stand Mitte Mai). Die meisten dieser Menschen sind Kriegsflüchtlinge aus Krisenstaaten wie Syrien. Familien sollen in Wohnungen und alleinstehende Männer in Wohnheimen wie in der Ambrosius-Marthaus-Straße untergebracht werden. © Kommentar

Frank Hörügel

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