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Heimatfest entwickelt sich zu einem echten Tag der Limbacher

Dorffest Heimatfest entwickelt sich zu einem echten Tag der Limbacher

Das Heimatfest in Limbach stand in diesem Jahr unter einem ganz besonderem Vorzeichen. So waren diesmal vor allem ehemalige Einwohner eingeladen, sich über ihr altes Heimatdorf zu informieren. Tatsächlich kamen viele auswärtige Gäste und ließen alte Erinnerungen aufleben.

Annemarie Eisner aus Borna bei Leipzig, Bernd Walbe, Regine Lohmann und Vereinsvorsitzende Angelika Rädler an der Fotowand.

Quelle: Bärbel Schumann

Limbach. „Fünf Jahre habe ich in Limbach gelebt und bin auch in dieser Zeit hier zur Schule gegangen“, erzählt Horst Bürgel. An diesem Nachmittag hat er sich nach Limbach aufgemacht, will das Heimatfest besuchen. Seit der Mutzschener und seine Partnerin durch Mund-zu-Mund-Propaganda erfuhren, dass alle ehemaligen Einwohner zum diesjährigen Heimatfest eingeladen sind, hatten sie sich den Pfingstsonnabend nicht verplant. „Ich wollte unbedingt dabei sein und ehemalige Schulfreunde treffen“, so der Senior, der einst als Flüchtling mit der Familie nach dem zweiten Weltkrieg in Limbach gelandet war. Schon bei seiner Ankunft auf dem Festgelände am Vereinshaus, begegnet er einem einstigen Schulkameraden. Doch es dauert einige Sekunden und bedarf erklärender Worte, bis die beiden Männer wissen, wer dem anderen gegenüber steht. „Ihr habt im Schloss gewohnt“, erinnert sich Dieter Hoffmann plötzlich und die beiden liegen sich in den Armen.

Das ist nur eine der Episoden, die beim diesjährigen Limbacher Heimatfest zu erleben war. Zudem bestätigte sich dabei immer wieder der Spruch „Wiedersehen macht Freude“. Die Erklärung dafür, liefert die Vorsitzende des Heimatvereins Angelika Rädler: „Bernd Walbe, Dieter Hoffmann und Ekkerhard Aust hatten die Idee dazu, alle ehemaligen Einwohner des Dorfes zu einem Wiedersehensfest einzuladen. Wir als Verein haben das gern angenommen und mit unserem Heimatfest verbunden.“ Über 100 Flyer wurden verschickt. Die Mund-zu-Mund-Propaganda ebenso wie persönliche Verbindungen genutzt, um einstige Dorfbewohner einzuladen. Zudem regte das Ideengebertrio an, eine Fotoausstellung zu organisieren und half dabei tatkräftig mit. Im Festzelt und Vereinshaus sind so an diesem Nachmittag Fotos mit Häusern aus vergangenen Tagen und von heute mit und ohne ihrer Bewohner zu sehen. An einer Wäscheleine im Festzelt und im Vereinshaus sind viele aufgehängt. Andere werden am Nachmittag in einer fotografischen Zeitreise als Vortrag präsentiert. Doch auch Fotos von besonderen Ereignissen fehlen nicht und erinnern an Markantes: Die 750-Jahrfeier des Ortes wird ins Bild gerückt. Fotos vom Kampf gegen die geplante Mülldeponie im benachbarten Thalheim werden gezeigt. Einige berichten von der Rosenpflanzaktion gegen die Deponie, die die Limbacher mit Unterstützern ins Leben riefen. Jemand hat sogar einige der damals selbst gefertigten Transparente aufgehoben und nun mitgebracht. Erinnert wird an das Leben im einstigen Schloss, das nach dem Krieg zwölf Flüchtlingsfamilien ein Dach über den Kopf bot. Sie alle, darunter auch Horst Bürgel, mussten die Behausung wieder verlassen, denn in den 1950er Jahren wurde hier eine Parteischule eingerichtet. Später wurde das Areal mit seinem schönen Park und dem herrlichen Festsaal Bildungsstätte der Centrum-Warenhäuser der DDR. „Leider wurde mit der Wende alles privatisiert. Früher hat es im Schloss viele schöne Feste gegeben. Ich habe meine Hochzeit dort auch gefeiert“, blickt die Vorsitzende des Heimatvereins zurück.

Fotos erinnern aber auch an manche Dorforiginale, wie etwa Hildegard Pawletta, die heute in einem Seniorenheim lebt. Die einstige Küsterin der Dorfkirche hatte dafür gesorgt, dass es der heute rund 240 Einwohner zählende Ort bis ins Fernsehen der DDR schaffte. Ein Drehteam der Sendung Außenseiter Spitzenreiter war vor Ort und drehte mit der ehrenamtlichen Küsterin.

„Es ist schon schön, wie die Idee von den ehemaligen Einwohnern angenommen wurde. Dank geht deshalb an die drei Ideengeber und ihren Einsatz“, freut sich Angelika Rädler. Dank zollt sie auch allen anderen Helfern. Und dann hält der Tag noch einen Höhepunkt für die derzeitigen Dorfbewohner bereit. Offiziell übergibt Thomas Schlechte vom Oschatzer Kuchenfachgeschäft die neue Küche im Vereinshaus, die mit Unterstützung des Teams des Küchenhauses erneuert werden konnte.

Von Bärbel Schumann

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