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Oschatz Heimatgeschichte: Beschwerde über ungenaue Uhrzeit in Oschatz
Region Oschatz Heimatgeschichte: Beschwerde über ungenaue Uhrzeit in Oschatz
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14:52 06.08.2012
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So wird von dem Ministerium ein ausgedehnter Handel mit Weinen, Essig und anderen Genussmitteln sowie Benzinen ab sofort den Apotheken untersagt.

Dieses Angebot gehört in die Verkaufsstände von Drogeristen und Materialisten. Die Empörungen konnte der Apotheker schlichten, jedoch nicht aufheben. Weiterhin gab es eine Beschwerde, betreffs der Uhrzeit.

Oft sei die abgerufene Uhrzeit beim Postamt Oschatz eine andere als die eigene Uhrzeit. Der Telegraphen-Leitungsaufseher erläuterte geduldig. Jeden Morgen erschallt der Ruf beim Telegraphenamt: "Die Uhrenzeichen kommt".

Seit Jahren kommt das Zeitzeichen immer zur bestimmten Zeit in über 10 000 Orten Deutschlands, und in sämtlichen mit Telegraphenbetrieb verbundenen Postämtern. Vom Telegraphenamt in Berlin wird ein Signal mit der genauen mitteleuropäischen Zeit übermittelt. In ganz Deutschland gab es damals nur zwei absolut richtig gehende Uhren. Die Hauptuhr stand in der königlichen Sternwarte in Berlin.

Sternwarte und das Telegraphenamt Berlin war mit einem Leitungsdraht verbunden, welche hüben wie drüben in einem Morse-Telegraphen-Apparat endete. Punkt sieben Uhr markierte der Apparat überall, so auch in Oschatz, die genaue Uhrzeit nach einem bestimmten Reglement. Jeden Tag sind alle Tasten in Bewegung, berichtete er weiter.

Von Berlin kam ein Gruß: H bln gn mr (Hier Berlin, guten Morgen) und vom Telegraphenamt in Oschatz kam es zurück: h oscha gn mr (Hier Oschatz, guten Morgen). Sogleich ging es los. Berlin telegraphiert: ft (Fertig, ich habe ein Telegramm). Oschatz antwortete: k (Kommen, ich bin bereit) und der Betrieb begann. Somit gab es in Oschatz immer die genaue Uhrzeit, nach der man zu Hause alle Uhren genau stellen konnte.

Claus Schimmel

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