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Heimatgeschichte: Dahlener Alltag unter preußischer Herrschaft

Heimatgeschichte: Dahlener Alltag unter preußischer Herrschaft

Von nun an bestimmten Kontributionen, Einquartierungen, Zwangsrekrutierungen, Fuhr- und Spanndienste, Kommandierungen zu Arbeitsdiensten (Schanzgräberdienste, Holzhacken) sowie weitere der verschiedensten Forderungen der Besatzer den Alltag der Leute hier.

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Das Dahlener Rathaus.

Quelle: Dirk Hunger

Dahlen. In Dahlen wird es Bürgermeister Johann Christian Vogel ähnlich wie Hanß George Erlich in Schmannewitz ergangen sein, der all diese Forderungen seinen Bürgern nahe bringen musste. Dabei hatte sich die Stadt Dahlen noch nicht vom letzten Stadtbrand 1719 erholt. So befand sich die Amtsstube immer noch provisorisch im Gasthaus zum Engel.

In der überwiegenden Zahl der Forderungen handelt es sich um Forderungen von den preußischen Besatzern. Aber auch die kaiserlichen Verbündeten waren nicht zurückhaltend, wenn sie eine der wenigen Gelegenheiten hatten, hier einzutreiben.

Auf einen der größten zu liefernden Einzelposten an die Preußen, die wir im Gemeindebuch von Schmannewitz verzeichnet haben, verweist eine am 1. November 1758 in Dresden ausgestellte Quittung: Nachdem "Das Ritterguth Dahlen nebst dem Dorffe Schmannewitz hat dato nach ergangener Land Mehllieferung auf Abschlag 1694 Scheffel Mehl in das Königliche Preußische Mehl Magazin richtig abgeliefert". Diese 1694 Scheffel Mehl sind eine riesige Menge und dürften auch für das zu dieser Zeit größte landwirtschaftliche Gut der Amtshauptmannschaft Oschatz ein enormer Aderlass gewesen sein. Dies entspricht nach heutigen Maßen etwa 180 Tonnen. Im Gemeindebuch finden wir allein für Schmannewitz viele solcher Lieferungen verzeichnet, welche entsprechend der landwirtschaftlichen Fläche veranlagt wurden.

Noch häufiger sind Spann- und Fuhrdienste verzeichnet. Unzählige Male mussten die Dahlener und Schmannewitzer ihre Pferde und Ochsen anspannen, um alle kriegswichtigen Güter zu transportieren. Wenn man sämtliche Fuhr- und Spanndienste auflistet, die allein die Schmannewitzer für die Besatzer leisten mussten, wird einem klar, wo die viel gerühmte Mobilität des preußischen Heeres ihren Ursprung hatte. Es versteht sich von selbst, dass die "Spediteure" von Dahlen oder von Schmannewitz keine Möglichkeit besaßen, einen Auftrag abzulehnen.

Was die Fuhrdienste für den Einzelnen bedeuteten, kann man vielleicht ermessen, wenn man sich eine solche Tour vor Augen führt. So wurden die beiden Schmannewitzer Bauern Christian Kracke und Gottfriet Haberkorn losgeschickt, um am 14. Dezember 1757 eine Mehlfuhre nach Leipzig zu machen. Für diese Tour "von Dorgau aus bis Laibzieg hin haben (sie) sieben dage zugebracht". Den Beiden, die im Winter bei klirrender Kälte, eine Woche lang auf einem zugigen Planwagen sitzend, diesen Auftrag ausführten, wird man nicht erklärt haben müssen, was eine "Ochsentour" ist. Ob so eine Tour im Sommer, bei glühender Hitze und staubigen Wegen, oder im Herbst bei grundlosen morastigen Wegen, angenehmer war, ist ebenso zu bezweifeln.

Fortsetzung folgt, Hartmut Finger

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