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Oschatz Heimatgeschichte: Der Gasthof Limbach
Region Oschatz Heimatgeschichte: Der Gasthof Limbach
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15:48 09.12.2013

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Limbach. Der Ort am lindenreichen Bach wurde wohl 1243 erstmalig urkundlich erwähnt und erlebt 2013 sein 770-jähriges Bestehen.

Von Dr. Manfred Schollmeyer

Neben der vermutlich im 15. Jahrhundert erbauten Kirche und der 1856 errichteten Schule war der "Gasthof Limbach" mit Sicherheit eine der wichtigsten Adressen im Ort.

Hier fanden die Familienfeiern der Limbacher statt, und hier trafen sich die Ortsvereine zu ihren Versammlungen und Geselligkeiten. Seit 1852 ist der Gasthof mit dem Schankwirt Traugott Uhlemann in den Akten erwähnt. Man darf aber davon ausgehen, dass die Wirtschaft schon früher bestanden hat.

Als der aus Glossen stammende Schankwirt Karl Robert Klesse im August 1890 den Recognitionsschein in den Händen hielt, war ihm der Kaufvertrag und der Eintrag in den Grundbüchern amtsgerichtlich bestätigt worden. Er hatte von dem Schankwirt Johann Traugott Kühne das in Limbach gegenüber der Kirche gelegene Schank- und Viertelhufengut mit dem gesamten Inventar und diversen Ländereien erworben. Das Wohnhaus mit seinem eindrucksvollen Schiefergiebel, um 1850 erbaut, und das Grundstück wurden vom neuen Besitzer in den folgenden Jahren modernisiert. Klesse erweiterte 1895 den alten Tanzsaal mit einem Neubau, baute 1905 die abgebrannte Scheune wieder auf und schuf im gleichen Jahr einen Bierkeller.

Mit der öffentlichen Telefonzentrale und dem Briefkasten am Haus sowie dem Einbau einer Viehwaage 1909 entstand ein zunehmender Publikumsverkehr, der sicher auch der Gastwirtschaft zugute kam.

1927 verkaufte Karl Robert Klesse das Anwesen an den aus Binnewitz (heute ein Ortsteil von Jahna im Landkreis Mittelsachsen) stammenden Landwirt Ernst Preiß (1902-1974).

Nun blühte der Gasthof weiter auf. Ochsen und Schweine wurden hier gewogen, die Post angenommen und von der Familie im Dorf ausgetragen. Zu Höhepunkten im Limbacher Gasthof entwickelten sich die Schießübungen des Limbacher Schützenvereins in den 1930er und 1940er Jahren. Auf den von W. Straube gemalten, noch im Familienbesitz befindlichen und gut erhaltenen Vereins-Ehrenscheiben, sind einige Schützenkönige von damals verewigt.

Zu gleicher Zeit bewirtschafteten neben Ernst Preiß sein Bruder Arno zwischen 1926 und 1931 den Gasthof in Kreischa und sein Bruder Kurt von 1929 bis 1945 das Café am Altmarkt Nr. 14. Ernst Preiß und seine Frau Frieda führten den Limbacher Gasthof bis zur Schließung 1958. Der erinnerungsträchtige Tanzsaal wurde 1994 von seinem Sohn Wolfgang zu einer Wohnung umgebaut. Das Grundstück wird heute noch von den Nachfahren genutzt. Wolfgang Preiß und dessen Frau Maria sowie René und Uta Przikopp sind hier zu Hause.

Dr. Manfred Schollmeyer

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