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Heimatgeschichte: Die F-Buden an der Bahnstrecke

Heimatgeschichte: Die F-Buden an der Bahnstrecke

Eines der auch heute noch auffälligen Relikte der Eisenbahn sind ihre mit dem großen F auf weißem Untergrund gekennzeichneten Fernsprechbuden.

Region.

Sie haben ihre Standorte zwischen zwei Bahnhöfen sowohl auf der freien Strecke selbst als auch in deren Zwischeneinrichtungen wie Schrankposten, Blockstellen oder in den Wartehallen der Nebenbahnen. Deshalb werden ihre im Inneren vorhandenen Fernsprecher als Streckenfernsprecher bezeichnet. Eine ihrer Besonderheiten ist die Einrichtung eines Kurbelinduktors, womit durch das Kurbeln ein Rufzeichen erzeugt wird und dadurch eine Sprechverbindung zu den angeschlossenen Rufstellen innerhalb eines Sprechkreises geschaffen wird. Die direkte Verständigung erfolgt durch festgelegte Kurbel-Ruf-Signalzeichen. Kurz = eine, lang = zehn Umdrehungen. Dadurch erkennt der Anlieger, ob er gemeint ist oder nicht. Es gibt aber auch Sammel- und Gefahrenrufzeichen, die jeden Teilnehmer verpflichten, sich einzubringen.

 

Die nahezu aller ein bis vier Kilometer zugänglichen F-Buden werden mit einem speziellen Kantschlüssel geöffnet. Benutzt werden sie von Strecken-, Zug- und Lokpersonal, um bei dienstlichen Belangen, Unfällen, Bränden oder Arbeitseinsätzen eine Sprechverbindung mit dem Fahrdienstleiter der nächstgelegenen Dienststelle herstellen zu können. Obwohl es für solche Informationen inzwischen modernere und dadurch schnellere Verbindungsmöglichkeiten gibt, sind solche ortsfesten Streckenfernsprecher noch nicht überall entbehrlich und vor allem als Signalfernsprecher vor den Einfahrsignalen der Bahnhöfe von Nutzen. Bei Neben- und Schmalspurbahnen wurden und werden die in den Wartehallen oder als Freieinrichtung installierten Streckenfernsprecher vom Zugpersonal zur Zugmeldung und vom Bahnagent zur betrieblichen Information mit dem Fahrdienstleiter genutzt.

 

Auch auf größeren Stationen wurde dieses Streckenfernsprechsystem als Rufverständigung zwischen der Fahrdienstleitung und dem Zug als auch dem Rangierpersonal genutzt. Der Bahnhof Oschatz war dafür ein markantes Beispiel.

 

Ein Großteil der noch vorhandenen F-Buden ist inzwischen, wie eingangs erwähnt, als Relikt anzusehen. Ein verkehrsgeschichtliches Überbleibsel, das jedoch im historischen Eisenbahnbetrieb und somit bei Traditions- und museal betriebenen Bahnen einfach dazu gehört. Reiner Scheffler

Reiner Scheffler

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