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Oschatz Heimatgeschichte: Die Gastwirtschaft Saalhausen
Region Oschatz Heimatgeschichte: Die Gastwirtschaft Saalhausen
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15:32 13.01.2014

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Saalhausen. Der "Ort hinter dem Walde", wie die Sprachforscher den Ortsnamen deuten, wurde über Jahrhunderte durch sein Rittergut dominiert.

Dr. Manfred Schollmeyer

Der Bau der Oschatz-Mügeln-Döbelner Schmalspurbahn 1885 verhalf dem Ort gemeinsam mit dem nur wenige Schritte entfernt liegenden Kreischa zur Haltestelle "Kreischa-Saalhausen" und damit zu einer weiteren Anbindung nach Oschatz und Mügeln. Saalhausen und Kreischa bildeten einst eine Landgemeinde und wurden 1936 nach Thalheim eingemeindet.

In seiner "Historischen Beschreibung der Stadt, des Amtes und der Diözese Oschatz" schildert der Oschatzer Stadtchronist Carl Samuel Hoffmann den Ort Saalhausen 1817 mit den Worten: "Jetzt zählt das Dorf 71 Einwohner in 11 Feuerstellen [-] worunter ein Haus mit einer Schmiedewerkstatt und einer Schankwirtschaft [ist], die den Oschatzer Stadtbewohnern zu einem Vergnügungsorte dienet." Damit ist wohl der Gasthof in Saalhausen an der Leubener Straße gemeint.

Die Besitzer und Pächter wechselten häufig. Nach dem Schankwirt Galle war der Gasthof im Besitz der Familie Kießling. Die Witwe des Schankwirtes, Johanna Christiene Kießling, verkaufte den Gasthof um 1888 an Oscar Claus, der im gleichen Jahr begann, den Gasthof entscheidend umzubauen. Im Erdgeschoss schuf Oscar Claus neben dem Gastzimmer ein Sommerrestaurant. Im Obergeschoss entstanden ein elf Meter langer und acht Meter breiter Tanzsaal mit umlaufender Galerie, eine Bühne, eine Garderobe und moderne Toiletten. Auch der nachfolgende Wirt Oswald Kirbach veränderte das Grundstück. Er baute 1895 längs der Leubener Straße Kolonnaden und errichtete 1926 ein Wäschemangelhaus in seinem Garten. Er wollte seiner Familie sicher eine weitere Einnahmequelle schaffen.

Seit dem Ende der 1920er Jahre prägte Alfred Schulze den "Gasthof Saalhausen". Er verstand es in den folgenden Jahrzehnten, die verkehrstechnisch gut gelegene Gastwirtschaft zu einem beliebten Ausflugsziel weiter auszubauen. Auch nach den Kriegsjahren und in den frühen DDR-Jahren bewirtschaftete Alfred Schulze das Haus an der Leubener Straße. Mit der Übernahme durch die Oschatzer Konsumgenossenschaft 1960 wurde der Gasthof bis zur Schließung Ende der 1980er Jahre von den Gastwirten Alfred Fischer, Heinrich Maciag, Walter Pöschel, Peter und Monika Hesse (1975-1981) und Edith Hesse (1981-1987) geführt. Das danach zunehmend verfallende Gebäude wurde 1994 abgebrochen und durch ein modernes Wohnhaus ersetzt.

Vorbei waren die Zeiten, als hier noch die Handwerksburschen und Abiturienten ihre Feste feierten und am Vatertag der Gasthof "angesteuert" wurde.

Dr. Manfred Schollmeyer

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