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Heimatgeschichte: Die Zweigmolkereien in Ostrau und Oschatz

Heimatgeschichte: Die Zweigmolkereien in Ostrau und Oschatz

In Ostrau stand 1909 die Molkerei zum Verkauf. Die Molkereigenossenschaft Mügeln hatte großes Interesse an diesem Objekt, demzufolge führte man Verhandlungen mit den Landwirten, ob sie weiter wie bisher, auch nach einem Eigentümerwechsel, Milch nach Ostrau liefern würden.

Mügeln.

 

Diese Verhandlungen waren nicht zufriedenstellend, von den bisherigen Lieferanten zeigten nur vier Landwirte Bereitschaft, sich als Mitglied der Molkereigenossenschaft Mügeln anzuschließen. In der Generalversammlung am 24. November 1909 hatten die Mitglieder beschlossen, dass die Molkerei in Ostrau nur mit einer Anlieferungsmenge von täglich 2000 Liter Milch übernommen wird. Da diese Mindestmenge von den vier Landwirten allein nicht gewährleistet werden konnte, machte das Aufsichtsratsmitglied, der Gutsbesitzer Woldemar Müller aus Töllschütz, den Vorschlag, neue Mitglieder aus den Dörfern Ober- und Niederlützschera zu werben. Müller und der Mügelner Geschäftsführer Hameister wurden vom Vorstand ermächtigt, sich mit den Landwirten aus beiden Orten in Verbindung zu setzen. Der Erfolg war überraschend, fünf Landwirte traten der Genossenschaft bei, und die geforderte Mindestmenge war gesichert.

 

Die Zweigmolkerei Ostrau wurde am 1. Januar 1910 von der Genossenschaft für 34 000 Mark gekauft. Weil die Räumlichkeiten und auch die technischen Anlagen nicht mehr dem aktuellen Stand entsprachen, wurde sofort umgebaut und vergrößert. Die neuesten Maschinen und Apparate wurden angeschafft und eingebaut, dadurch war die Ostrauer Molkerei auf dem gleichen technischen Stand wie die Molkerei in Mügeln. Durch einen weiteren Zuwachs an Mitgliedern konnte die Milchmenge bis 1913 auf 7000 Liter pro Tag steigen. Nach dem Umbau in Mügeln, im Jahr 1913, wurde auch in Ostrau wieder gebaut und erweitert, denn die alten Betriebsräume reichten durch die gestiegene Milchmenge nicht mehr aus. Besonders zu erwähnen ist der Kauf eines Dampfkessels, einer Dampfmaschine, einer Eis- und Kühlmaschine und eines Butterfertigers.

 

Zum Einzugsgebiet der Molkerei Ostrau gehörten inzwischen folgende Orte: Binnewitz, Clanzschwitz, Delmschütz, Gadewitz, Goldhausen, Goselitz, Hohenwussen, Jahna, Merschütz, Nieder- Lützschera, Noschkowitz, Ober- Lützschera, Ober- Wutzschwitz, Ostrau, Ottewig, Pulsitz, Staucha und Zschochau,

 

Die Molkerei Oschatz, damals ein kleineres Unternehmen, in Privatbesitz. Der Betrieb ruhte aber, weil sein Besitzer im Ersten Weltkrieg eingezogen und später gefallen war. Auf Drängen der Amtshauptmannschaft Oschatz wurde die Molkerei am 2. Januar 1919 von der Molkereigenossenschaft Mügeln käuflich erworben.

 

Ein Mitglied, das bisher seine Milch nach Mügeln brachte, wechselte nun nach Oschatz, alle weiteren Zulieferungen wurden durch die Amtshauptmannschaft in Oschatz zugewiesen. Später kamen drei Mitglieder dazu. Bauliche und technische Veränderungen wurden nach dem Kauf nicht vorgenommen, weil sie einerseits nicht genügend Mitglieder hatte und zum anderen eine bauliche Veränderung der Anlage nicht unbedingt notwendig war. 1923 wurden etwa 1000 Liter Milch pro Tag angeliefert.

 

Man hoffte, dass sich noch mehr Landwirte der Genossenschaft anschlossen, damit der Zweigbetrieb auch in Zukunft bestehen konnte. Zum Einzugsgebiet der Molkerei Oschatz gehörten folgende Ortschaften: Alt-Oschatz, Ganzig, Klein-Ragewitz, Kreischa, Lampersdorf, Merkwitz, Oschatz, Rosenthal, Saalhausen, Striesa und Thalheim.

 

Später kamen die Orte Casabra, Kreina und Naundorf dazu.

 

Fortsetzung folgt

Siegfried Tietze

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