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Oschatz Heimatgeschichte: Frachtroute nach Übersee geplant
Region Oschatz Heimatgeschichte: Frachtroute nach Übersee geplant
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16:40 03.12.2012

Die Geschichte von einer Schifffahrtsstrecke Leipzig-Riesa:

Weiterhin war nochmals eine Kreuzung mit der Leipzig-Dresdener Eisenbahn (LDE) und der Chaussee Leipzig-Wurzen vorgesehen.

Der Kanal sollte dann Machern nördlich umgehen, dabei einen etwa drei Kilometer langen Höhenrücken, die Wasserscheide zwischen Mulde und Parthenaue, durchschneiden. Weiter ging die Trasse an den Dörfern Panitzsch und Borsdorf vorbei, kreuzte die Eisenbahnlinie der LDE, vorüber an den Dörfern Althen und Engelsdorf. Zwischen Mölkau und Zweinaundorf hindurch sollte der Kanal zu den südöstlichen Vororten Leipzigs, Neureudnitz und Thonberg, führen. Hierbei sollte die östliche Verbindungsbahn gekreuzt werden sowie die Leipzig/Grimmaer Straße.

In der Nähe des späteren Völkerschlachtdenkmals, an der projektierten Prachtstraße (heute Straße des 18. Oktober) sowie an der bayerischen Bahn sollte der Kanal Leipzig-Riesa enden.

Der Bayerischer Bahnhof in Leipzig befindet sich südöstlich der Leipziger Altstadt am Bayerischen Platz. Man muss beachten, dass Leipzig zur damaligen Zeit noch nicht so bebaut war wie heute. Die Hafenanlage mit Stapelplatz in Leipzig sollte einen über 1600 Ar großen Wasserspiegel bekommen. Die Kosten für das Wasserbecken waren mit neun Millionen Reichsmark veranschlagt.

Im Allgemeinen verfolgt der Kanal die Hauptrichtung von Ost nach West innerhalb des Königreiches Sachsen. Ein enger Kurvenradius wie auch die direkte Anbindung an die Eisenbahn in den Orten zwischen Riesa und Leipzig wurde prinzipiell vermieden. In Leipzig selbst sollte eine Verbindung des Kanals mit den hier einmündenden Eisenbahnen im Auge behalten werden, und zwar am zweckmäßigsten an der Parthen-Niederung an der östlichen Seite der Stadt.

Was die baulichen Anlagen des Kanals betrifft, so kommen noch Hebewerke und Staustufen, Wasserpumpenstationen, mehrere hafenartige Kanal- erweiterungen, wie auch Werkstätten, verschiedene kleinere Anlegestellen für Fracht sowie Bauwerke für Lager- und Stapelungen hinzu. Weiterhin waren Straßenanbindungen, Werkstätten und Wohnungen für Bedienstete, der Schiffspersonenverkehr mit mehreren Anlegestellen hinzu. Die Kaiserliche Reichspost hatte Interesse an vier Post-Expeditionen in Riesa, Oschatz, Wurzen und Leipzig bekundet.

Interesse zeigten mit je einem Kontor die Sächsische-böhmische Dampfschifffahrt Dresden, Hamburg-Amerikanische-Paketfracht-Actien-Gesellschaft (Hapag) und der Norddeutsche Lloyd aus Bremen für Fracht nach Übersee. Die Gesellschaften verfügten über schnelle Post-Dampfschiffe. Eine Ozeanfahrt nach New York sollte nur sechs bis sieben Tage dauern.

Außerdem übernahmen sie die Beförderung mit direkten deutschen Post-Dampfschiffen von Hamburg nach Skandinavien, Litauen, den Mittelmeerländern, Süd- und Ostafrika, West-Indien, Australien, Kanada, Baltimore (USA), Brasilien, La Plata, Havanna und Mexiko.

Claus Schimmel

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