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Oschatz Heimatgeschichte: Oschatzer Rat begrüßt den Monarchen
Region Oschatz Heimatgeschichte: Oschatzer Rat begrüßt den Monarchen
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16:23 14.01.2013

Der Oschatzer Rat und die Geistlichkeit empfingen den Kurfürsten auf dem alten Markte, wo 100 Schützen vor dem Monarchen vorbeimarschierten, mit einer kurzen Ansprache.

Seitdem sei der Kurfürst fast alle Jahre auf seiner Jagdreise von Dresden nach Sitzenroda durch Oschatz gekommen - zumindest bis etwa 1813. Denn nach der Niederlage Sachsens an der Seite Napoleons musste der inzwischen zum König ernannte August in preußische Gefangenschaft und nach 1815 hatte bekanntlich Sachsen im Sitzenrodaer Forst nichts mehr zu sagen, weil der von nun an für 140 Jahre zu Preußen gehörte.

Aber zurück zu der von August dem Starken geliebten Sitzenrodaer Messe. Sie gehörte seit ihrer Entstehung zum Dresdener Ritual bis vor fast 100 Jahren. In einer Überlieferung heißt es, dass manche Dresdener Katholiken das Gotteshaus nur besuchten, weil sie wussten, dass nach einer Viertelstunde der Gottesdienst bereits zu Ende ist. Der Brauch, die Sitzenrodaer Messe in der beschriebenen Form ablaufen zu lassen, wurde bis zum letzten Sachsenkönig Friedrich August III. (1865 bis 1932: "Macht euren Dreck alleene") beibehalten. Noch in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, also schon Jahre nach dem Ende der Monarchie in Sachsen, sei die Sitzenrodaer Messe ein fester Begriff des katholisch-kirchlichen Hoflebens in Dresden gewesen. In der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Dresdener Hofkirche, dem katholischen Gotteshaus, am zweiten Weihnachtsfeiertag früh 6 Uhr die Sitzenrodaer Messe gelesen - wahrscheinlich bis zur Zerstörung der Hofkirche im Zweiten Weltkrieg.

Sitzenroda - ein geschichtsträchtiger Ort unmittelbar hinter unserer ehemaligen Oschatzer Kreisgrenze. Das besondere Interesse der sächsischen Herrscher an diesem Ort, der 1933 mit seinen über 1000 Einwohnern einer der größten Orte des preußischen Kreises Torgau war und heute als Ortsteil der Stadt Belgern-Schildau ungefähr 1100 Einwohner hat, wurde hier angedeutet. Doch auch Martin Luther, wahrscheinlich auch der Verfasser des Schildbürgerbuches und Napoleon bei seinem Feldzug nach Russland im Jahre 1812 - sie und andere Persönlichkeiten sind mit diesem Ort verbunden. Luther war in Sitzenroda, der Verfasser des Schildbürgerbuches wurde in Sitzenroda geboren und Napoleon ist bei seinem katastrophalen Russland-Feldzug nördlich von Sitzenroda vorbeigezogen.

Werner Breitenborn

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