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Oschatz Heimatgeschichte: Ratsdiener zur Nachtzeit in Oschatz unterwegs
Region Oschatz Heimatgeschichte: Ratsdiener zur Nachtzeit in Oschatz unterwegs
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17:11 09.01.2012
Oschatz

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Wohl aus verkehrstechnischen Gründen wurden das Brüdertor (genannt nach den Franziskanerbrüdern, die unweit davon in der Brüderstraße ihr Kloster hatten), das Strehlaer Tor (am Ausgang der Strehlaer Straße) und das Hospitaltor (am Ausgang der Hospitalstraße) teilweise schon am Anfang des 19.Jahrhunderts abgerissen.

Der einstige, sehr lebhafte, Fracht- und Transportverkehr von Leipzig nach Dresden führte damals von der Leipziger Straße durch das Brüdertor - Brüderstraße - Altmarkt - Sporergasse - Neumarkt - Hospitalstraße durch das Hospitaltor. Das gilt auch in der Folgezeit (1837) für den Verkehr vom Bahnhof nach der Stadt; denn erst 1883 wurde der kürzere Weg zu den Märkten durch den Bau der Lutherstraße erschlossen. Der sehr bekannte Lehrer und Heimatfreund, Walter Käseberg, schrieb dazu 1958:

"Das Altoschatzer Tor wurde 1867 beseitigt. Wir müssen es uns in unmittelbarer Nähe des jetzigen Kettnerschen Grundstückes (Altoschatzer Straße 31) vorstellen, von wo sich ja noch ein Stück alte Zwingermauer bis zur Breiten Straße hinzieht. Der Durchbruch durch die Zwingermauer zur Rosmarinstraße mit dem sächsisch-polnischen Wappen ist neueren Datums.

Bei allen Stadttoren unterschied man ein inneres unter dem Torhause und ein äußeres, das - wohl aus Gründen einer wirkungsvolleren Verteidigung - nahezu rechtwinklig zu dem inneren stand. Deutlich erkennen wir die sich um die Stadt ziehende Ringmauer, deren Unterhalt der Stadt dauernd hohe Kosten verursachte und deren Bau bei einer Höhe von etwa vier Metern zurzeit ihrer Entstehung eine große bauliche Leistung darstellt. Ihr parallel läuft die Zwingermauer ebenfalls um die ganze Stadt. Die Namen "Kleiner Ratszwinger" und "Großer Ratszwinger" erinnern uns noch daran. Auch die Zwingermauern waren ehemals mit kleinen Rondeln und halbrunden Türmen zu Verteidigungszwecken versehen. Die Breite des Zwingers wird von Samuel Hoffmann (Stadtchronist) mit sieben Schritten angegeben.

Einen Teil des Zwingers, bei dem nicht mehr vorhandenen Pulverturm (im Süden der Stadt) benutzte die Tuchmacherinnung gegen Zins zu Rahmenstellen. Ein weiterer Teil des Zwingers zwischen Hospital- und Strehlaer Tor diente den Schützen zu ihren Schießübungen. In den Kämmereirechnungen tauchen dafür die Namen Schießhof, Schießgraben, Schützengraben und Armbrustschützengraben auf. Anno 1551 liest man sogar von einem Schießhaus im Zwinger. Erst 1605 wird es endgültig auf die Viehweide vor die Stadt verlegt.

Über und links neben dem Tor hatte der Röhrmeister seine Wohnung, für die er als Angestellter der Stadt - ihm unterstand die Wasserversorgung - keinen Mietzins zu zahlen brauchte. Rechts vom Tore befand sich seit der Einführung der Generalakzise (Verbrauchssteuer) in Oschatz (1701) die alte Torschreiberwohnung.

Vorher wohnte ein Ratsdiener dort, der neben anderen Diensten auch das Ein- und Auslassen der Einheimischen und Fremden zur Nachtzeit besorgte. Ein kleines Häuschen - die Beifrohnwohnung - bildete den Anschluss zu der 1547 erbauten Ratsfrohnfeste. Sie ist eines der wenigen Häuser der Stadt, das beide großen Stadtbrände (1616 und 1842) glücklich überstand. Die Frohnfeste gab der Frohngasse ihren Namen (die amtliche Schreibweise ist Fronfeste). Hinter dem inneren Tore führten zwei Zugänge zum Stadtgraben.

Fortsetzung folgt Siegfried Nowak

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