Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Heimatgeschichte: Schülerbrausebad und strickende Stammkundschaft
Region Oschatz Heimatgeschichte: Schülerbrausebad und strickende Stammkundschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:42 06.02.2012
Skizze der Badeanstalt im ersten Jahrzehnt. Repro: Reiner Scheffler

Stolz waren auch die Bau-, Glas- und Tischlermeister Jesch, Claus und Ludwig sowie der Malermeister Finsterbusch, an dieser Einrichtung mitwirken zu dürfen.

Die gesamte Anlage ist modern, hell und freundlich und somit einladend hergerichtet. Vier gusseiserne emaillierte Badewannen und drei Brauseeinrichtungen sowie ein Schülerbad mit je zwölf Brausen nebst besonderen Auskleideräumen gehörte dazu, wobei letzteres aus Schulsicht besonders anerkannt wurde. Vorteilhaft war, dass der Zugang zum Schülerbrausebad von der Längsseite des Gebäudes erfolgte, so dass die Kinder den Korridor des Bades nicht betreten brauchten.

Das Bad erzielt von Anbeginn großen Zuspruch und die beiden Badefrauen Frieda Reschke und Vera Arnold hatten vollauf zu tun. Sie waren alsbald stadtbekannt und erfüllten ihre, wenn auch schlecht bezahlte, Arbeit mit Stolz.

1929 nahm das wasser- und dampfliefernde E-Werk die gegenüberliegende Badeanstalt unter eigene Regie. Direktor Caspar sorgte für längere Öffnungszeiten, auch sollte das Brausebad künftig nicht nur den Schülern, sondern auch den sportlich agierenden Vereinen zur Verfügung stehen. Erstaunlich ist, dass die bereits 1925 vom Stadtbauamt erarbeiteten Pläne, aus dem Reithaus ein Hallenbad zu machen, noch nicht vom Tisch waren.

Bereits 1931 wurden neue Wannen und 1935 neue Boiler von 1500 Liter Inhalt eingebracht, 1936 das Bad neu gefliest. Nach diesen Erneuerungen gab es im Einrichtungsbereich erste Änderungen, denn nun standen neun Wannen und 15 Brausen zur Verfügung.

Schon bald gab es eine Art Stammkundschaft, wo vor allem mehr weibliche als männliche badende Personen auftrafen. Auch empfanden die weiblichen Badegäste gegenüber den Männern die Wartezeiten kaum als Nachteil, denn ein mütterlicher Plausch, in welchen sich auch oft die Badefrauen mit einbrachten, gehörte einfach dazu. Oft war neben dem Badezubehör auch Strickzeug mit dabei.

Auch kristallisierte sich heraus, dass in den ersten Wochentagen weniger Badegäste kamen als zum Wochenende. Vor allem am Freitag herrschte oft stressiger Andrang. Trotz dieser Erfolge gab es nicht wenige kritische Einwände. So standen sowohl die inzwischen erhöhten Preise als auch die Badefrauen selbst in der Kritik, weil sie die eigenen Baderichtlinien nicht immer befolgten und die an den Badezellen angebrachten Sanduhren nicht immer exakt bedienten.

Während der 1940er Jahre gab es Anordnungen, wonach einige Richtlinien der Badeordnung außer Kraft gesetzt wurden. So hatten Armeeurlauber Vorrang, mussten Störungen in der Strom- und Dampfversorgung hingenommen werden. Vom Badebetrieb in den Nachkriegs- und sozialistischen Folgejahren, ist in der nächsten Abhandlung zu lesen.

Fortsetzung folgt Reiner Scheffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die längsten Dienstzeiten hatten: Oberschule Collm/Lampersdorf Oberlehrer Erhard Assig 21 Jahre, Hortnerin Margarete Assig 18 Jahre, Köchin Anita Gaitzsch 15 Jahre, Hausmeister Horst Hammer 31 Jahre und Köchin Dorit Schubert 23 Jahre (beide in Touristenstation und Schullandheim).

06.02.2012

Kennen Sie außer den Großeltern noch ältere Verwandte? Generationen aus dem 17. Jahrhundert zum Beispiel? Die Ahnenforschung hilft, Verwandte zu finden und einen Stammbaum zu erstellen.

05.02.2012

Hans-Jürgen Haaser feiert heute seinen 70. Geburtstag. Dazu gibt es die besten Wünsche von der Oschatzer Allgemeinen. Hans-Jürgen Haaser hatte sich als Oschatzer Geschäftsführer um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2006 verdient gemacht.

05.02.2012
Anzeige