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Oschatz Heimatgeschichte: Schweden können alles gebrauchen
Region Oschatz Heimatgeschichte: Schweden können alles gebrauchen
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15:56 17.09.2012
Dahlener Stadtansicht aus der Vogelperspektive. Repro: Siegfried Nowak

Nunmehr lagen Handel, Gewerbe und Landwirtschaft endgültig und völlig hilflos am Boden. Seit 1637 gab es bereits keine Wochenmärkte mehr. Auch das Bierbrauen war eingestellt worden. Der Rat der Stadt klagte in der schon erwähnten Bittschrift, "dass die Einwohner von Dahlen ihren Bürgerstand nur noch dem Namen nach führten". Dazu bezeugte der Amtsvogt von Oschatz in seinem offiziellen Bericht über den Zustand der Stadt nach dem Krieg, "dass von 1637 bis 1645 in diesem offenen und an der Landstraße nach Torgau und nicht weit von der Straße nach Leipzig gelegenen Städtchen Dahlen, eine Einquartierung, Durchzug und Plünderung der anderen gleichsam immerzu die Hand geboten habe, wobei die übrig bleibende Bevölkerung die Lasten der Kontributionen tragen musste."

Nachdem die Schweden Dahlen im Jahre 1637 verlassen müssen, drangen sie aber 1640, als auch Frankreich aktiv gegen den Kaiser in den Krieg eingegriffen hatte, wieder nach dem Süden vor.

In den Oktobertagen 1642 zog daher die kaiserliche Hauptarmee nach Leipzig, den Schweden entgegen. Dabei kamen sie auch durch Dahlen und nahmen hier mit, was ihnen gefiel. Sie wurden aber am 23. Oktober bei Breitenfeld geschlagen und flüchteten zum Teil wieder durch Dahlen zurück. Dabei eigneten sie sich das an, was ihnen beim ersten Mal entgangen war. Den Kaiserlichen folgten aber die schwedischen Reiter auf dem Fuße. Auch sie konnten so mancherlei brauchen und schleppten all das aus Dahlen fort, was die Kaiserlichen vergessen hatten. Von nun an verging bis in das nächste Jahr kein Tag, an dem nicht irgendwelche Truppen durch Dahlen zogen und es im Verlaufe dieser Besuche so ausplünderten, dass die Bevölkerung - wie ein Chronist schreibt - "Brot aus Leinen bereitete und für Hunger verzehrte".

Fortsetzung folgt Siegfried Nowak

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