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Heimatgeschichte: Spurensuche und Erinnerungen

Heimatgeschichte: Spurensuche und Erinnerungen

Trotz mehrmaliger Umbauten und Anlagereduzierungen besitzt der Bahnhof Oschatz noch Einrichtungen, die obwohl seit Jahrzehnten nicht genutzt, kurioserweise überlebt und somit inzwischen einen symbolträchtig-historischen Wert besitzen.

Oschatz.

 

Eine dieser Einrichtungen ist der 1898 errichtete hölzerne Kohleschuppen vor dem schmalspurigen Heizhaus. Er hatte eine Doppelfunktion zu erfüllen. Von ihm aus wurden auf seiner nördlichen Seite die Schmalspurlokomotiven und von seiner Südseite am Gleis 25 die regelspurigen Rangierlokomotiven mit Kohle versorgt. Das ging nicht lange gut, denn für solche Vorhaben war der Schuppen zu beengt und staubintensiv, so dass die Schmalspurbahn alsbald ihre Kohlen außerhalb des Schuppens im Freien lagerte. Die Bekohlung erfolgte nun vom Schuppen aus nur noch zur Regelspurbahn. Von 1898 bis 1963 hatte im Bahnhof Oschatz ganztägig eine regelspurige Dampflok Rangier- und Industrie-Überführungsleistungen zu verrichten. Beheimatet waren die Loks im Riesaer Bahnbetriebswerk, die Personale jedoch weitgehend in Oschatz. Es handelte sich um Lokomotiven der Baureihe 89 und 91, die hier am Schuppen zwei- bis dreimal täglich bekohlt und gewartet wurden und auch ihr Wasser bekamen.

 

Die Bekohlung selbst erfolgte sowohl bei der Schmal- als auch Regelspur, in dem aus Tonnagegründen Körbe gefüllt und diese von zwei Personen von Hand vom Schuppen aus oder über angepasste Lauftreppen in die Loktender geschüttet wurden. Als zur Arbeitserleichterung Laufbänder eingesetzt werden konnten, nutzte schließlich auch die Regelspur ihre Bekohlung vom freien Basenlager aus. Mit der regelspurigen Traktionsumstellung von Dampf auf Diesel endete die Bekohlung. Der Schuppen diente sporadisch nur noch als eine Art Geräteschuppen der Starkstrommeisterei, wurde jedoch alsbald sich selbst überlassen. Dennoch hat sein hölzernes Gerüst auf seinem bruchsteinernen Untergrund bisher tapfer Stand gehalten. Vielleicht auch deshalb, weil es nie so recht gefordert wurde. Reiner Scheffler

Reiner Scheffler

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