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Oschatz Heimatliebe statt Großstadtdschungel
Region Oschatz Heimatliebe statt Großstadtdschungel
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16:11 06.06.2014
Mütter mit Nachwuchs im Uhrzeigersinn: Sina Weißbach mit Fabian (roter Kinderwagen/rotes T-Shirt), Anja Schladitz mit Lara, Ilka Bahlmann und Jette, Nadja Richter mit Emma, Nancy Täschner und Karl Alexander, Kim Zäppan und Bill, Elli Klatzek mit Paula, Sandra Müller mit Theresa sowie Daniela Rohrbach mit Edgar. Quelle: Dirk Hunger

Von Juliane Lange

Wurden in der sächsischen Kleinstadt im Jahr 2012 157 Kinder geboren, waren es 2013 bereits 207. Und in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres erblickten gar schon 95 Kinder das Licht der Welt - ganze sieben Monate folgen erst noch. Die auf der Webseite der Collm-Klinik veröffentlichte Babygalerie stimmt demnach positiv.

Zudem sei erwähnt, dass das Portfolio lediglich die Geborenen abbildet, deren Eltern in die Veröffentlichung einwilligten. Es kann also durchaus sein, dass die Zahl der Geburten für Oschatz und Umgebung noch höher ausfällt. Ähnlich verhält es sich mit der Anzahl der Geborenen allein für die Stadt Oschatz, wie das Statistische Landesamt informiert. So lag die Zahl der Geburten für 2012 bei 106 Kindern, von Januar bis November 2013 waren es schon 91. Die Zahlen für November und Dezember liegen noch nicht vor.

Bleibt also festzuhalten: Die Gartenstadt am Collm gewinnt offenbar an Attraktivität. Gerade junge Familien zeigen sich zunehmend heimatverbunden, verbleiben dort, wo sie aufgewachsen sind, wo Großeltern die Sprösslinge hüten, wo Freunde und Nachbarn vertraut über den Gartenzaun winken. Anonymität adé. "Ich war einige Zeit in Frankfurt. Nun hat es mich zurück in die Heimat gezogen", sagt Ilka Bahlmann. Seit knapp einem halben Jahr ist die 35-Jährige Mutter einer Tochter. Die kleine Jette ist der ganze Stolz der Familie. "Meine Eltern leben hier, wir haben Haus und Grundstück." Gute Gründe eben, um die Idylle des Landlebens der Großstadt vorzuziehen. Ein weiterer Pluspunkt: die unmittelbare Nähe zu gleichfalls frischgebackenen Müttern. Regelmäßig treffen sich Ilka, Nadja, Anja und Co., um sich auszutauschen und dem Nachwuchs beim Großwerden zuzusehen. Immer im Gepäck: die Kleinsten. Jene schiebt die ohnehin schon muntere Frauengruppe wöchentlich durch den Ort. "Manchmal schlendern wir durch den O-Schatz-Park, ein anderes Mal gehen wir Eis essen", plaudert Daniela Rohrbach. Rohrbach ist 27 Jahre alt. Edgar, 20 Wochen jung, ist ihr erstes Kind. Ein zweites und drittes sollen folgen. Einzige Bedingung: In der Heimat soll das Projekt Familie vorangetrieben werden. "Wir sind Dorfkinder und fühlen uns nur hier richtig wohl", erklärt die Sozialpädagogin. Ob sie und all die anderen Kino, Kneipe und Kultur vermissen? "Keine Spur, wer sagt denn, dass wir das nicht trotzdem machen können?", kontert Elli Klatzek (28).

Spätestens dann, wenn die Minis die Krippe oder den Kindergarten besuchen, wollen die Mütter wieder zurück in ihre Jobs. "Vorausgesetzt nach dem Babyjahr klappt mit den Plätzen alles wie gewünscht", hofft Sandra Müller. Ende Juni dieses Jahres wird Theresa ein halbes Jahr alt sein. Bleibt Mama Sandra ein Jahr, um sich nach einem freien Krippenplatz umzuschauen. Derzeit gibt es in Nordsachsen 164 Kindertageseinrichtungen. 15 222 Kinder können dort betreut werden. 13 390 Kinder und ihre Familien nutzen gegenwärtig das Angebot, 2332 von ihnen sind im Alter von Null bis drei Jahre. Das entspricht einer Quote von 52,2 Prozent.

Verglichen mit sächsischen Ballungszentren wie Leipzig und Dresden, wo lange Wartelisten auf Kita-Plätze den Kinderwunsch mancher Eltern ausbremsen, können sich die Oschatzer auf einen entspannten Start ins junge Elternglück freuen. Noch so ein Plus, das den Großstadt-Verweigerern durchaus gefallen dürfte.

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