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Heimatverein Dahlen beendet Arbeit

Vereinsleben Heimatverein Dahlen beendet Arbeit

Der Heimatverein Dahlen, vor 17 Jahren angetreten um die Geschichte der Heidestadt zu pflegen, ist nun selbst Geschichte. Alter, Arbeit und Zeitnot haben Lücken gerissen, und die verbliebenen Mitglieder reichen nicht aus, um in Vereinsstärke weiter arbeiten zu können. Zum Abschied haben die Heimatfreunde den Dahlenern noch ein letztes Geschenk gemacht.

Barbara Gabriel (2.v.l.) und Bürgermeister Matthias Löwe (l.) bei der Enthüllung des Meilensteines.

Quelle: Dirk Hunger

Dahlen. Das war es: Barbara Gabriel klappt ihre grüne Mappe zu. Ein letztes Mal hat die Vorsitzende des Heimatvereins Dahlen Bilanz gezogen, auf Projekte zurückgeblickt, ihren Mitgliedern und Sponsoren gedankt. Ihre letzte offizielle Amtshandlung ist es nun, das Ende des Dahlener Heimatvereins zu erklären. 1998 war dieser gegründet worden, jetzt, nach 17 Jahren, wird die Arbeit beendet. Von einstmals 16 bis 18 Mitgliedern seien so wenige übrig geblieben, dass eine Vereinsstärke nicht mehr erreicht wird, begründet sie. Alter, gesundheitliche Gründe, der Wegzug von Mitstreitern oder zu wenig Zeit durch die Arbeit hätten dazu geführt, dass sich die Reihen gelichtet haben. Dabei habe man sich bemüht, neue Mitstreiter zu gewinnen, erinnerte Regina Weiß: „Wir haben immer wieder Leute angesprochen und zur Mitarbeit im Verein eingeladen.“

Obwohl die Arbeit nun beendet wird, blicken die Mitglieder durchaus mit Stolz auf 17 Jahre zurück. „Wir waren angetreten, unsere Dahlener Geschichte aus Büchern und Fotoalben hervor zu holen“, beschreibt Barbara Gabriel, „Das gelang uns mit Vorträgen, Ausstellungen und vielen anderen Aktivitäten.“ Eine feste Größe war dabei der Heimatkalender, den der Verein 16 Jahre lang herausbrachte – zum Abschied ist aktuell das jüngste Werk für 2016 erhältlich. 192 Bilder aus der Stadt und der Umgebung habe man damit in Erinnerung gerufen, so die Vorsitzende.

Letztes Projekt

Letztes Projekt: Der Heimatkalender 2016.

Quelle: Dirk Hunger

Doch auch der Einsatz für die Jüngsten gehörte für die Heimatfreunde dazu. Um Kindern Geschichte zu vermitteln sei eine Veröffentlichung mit Stadtansichten entstanden, außerdem habe man einen Waschtag wie vor 100 Jahren organisiert – als Geschichte zum Anfassen und Erleben. „Auch unsere Seniorennachmittage haben an längst vergessene historische Orte erinnert“, so Barbara Gabriel. Jetzt bleibe ihr nur, sich bei allen zu bedanken, die die Arbeit des Verein unterstützt haben. „Wir haben zum Beispiel immer Sponsoren gefunden, die uns geholfen haben, den Heimatkalender zu finanzieren.“ Auch wenn es nun keinen Verein mehr gebe, bleibe man der Dahlener Geschichte dennoch gewogen, versichern die Mitglieder. Schließlich reiche die Leidenschaft zur Historie zum Teil schon weit zurück. „Einige von uns haben schon beim Kulturbund mitgemacht und sich dort für die Heimatgeschichte eingesetzt“, blickt Ursula Diegmann zurück. Zum Teil seien es über Jahre die gleichen Mitstreiter gewesen, die an Ausflügen, Vorträgen oder Besichtigungen teilgenommen hätten. „Das war eine schöne Gemeinschaft und auch das Zusammensein hier im Verein hat mir immer gefallen“, sagte sie. Es sei schade, dass es diesen nun nicht mehr gebe. So falle auch der Betrieb im Heimatstübchen weg, das die Vereinsmitglieder bei Veranstaltungen auf dem Markt für Besucher geöffnet hatten, oder die Beteiligung an Festen wie der Kirmes.

Tatsächlich hat die Runde in den zurückliegenden Jahren einiges geschafft: Einen Überblick bietet da auch der neue Kalender, der eine kleine Fotoschau zur Vereinsarbeit enthält. So nahmen die Mitglieder an Festumzügen teil, setzten sich für die Restaurierung des Kriegerdenkmals auf dem Friedhof oder des Meilensteines am Bahnhof ein oder beteiligten sich an der Ausschreibung der Wahl zur Heidekönigin. Auch Informationstafeln, Wegweiser und Bänke, zuletzt sogar eine Litfasssäule wurden auf Initiative der Heimatfreunde aufgestellt. Das alles wird es künftig nun nicht mehr geben. „Unsere Kräfte sind einfach beschränkt, wir werden nicht jünger und jeder hat viel zu tun“, stellt Barbara Gabriel fest. Aus den Augen verlieren wolle man aber weder die Stadtgeschichte noch die Gleichgesinnten. „Wir werden uns auch künftig ab und zu treffen, dann bei mir im Wohnzimmer – aber privat und nicht als Verein“, kündigt Ursula Diegmann an.

Von Jana Brechlin

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