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Oschatz Heimatvereine der Collm-Region rücken in Mügeln zusammen
Region Oschatz Heimatvereine der Collm-Region rücken in Mügeln zusammen
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00:17 10.02.2017
Das Treffen der Regionalen Heimatvereine in Mügeln bot auch in den Pausen Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Hier sind Marion Langenheim und Andreas Lobe vom gastgebenden Verein mit Regina Pareigis aus Luppa und dem Wermsdorfer Gundolf Schmidt (von links) im Gespräch. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Mügeln

Mit dieser großen Resonanz hatte der Vorsitzende des Mügelner Heimatvereins Andreas Lobe nicht gerechnet. Rund 50 Frauen und Männer waren als Vertreter ihrer Vereine zum ersten regionalen Treffen der Heimatvereine – organisiert vom örtlichen Heimatverein Mogolin – gekommen. Unterstützung hatte der gastgebende Verein von der Stadtverwaltung erhalten, die den Ratssaal zur Verfügung stellte. Das Kennenlernen, Erfahrungen austauschen, Probleme anderer Vereine erfahren war dabei nur ein Teil des Programmes.

Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden des gastgebenden Vereins begrüßte Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke die Vertreter der Vereine, die auch aus Orten jenseits der Kreisgrenze wie Mutzschen oder Schrebitz gekommen waren. Das Stadtoberhaupt betonte dabei: Ohne das Engagement der Heimatvereine wäre das Leben in vielen Orten undenkbar. Chroniken schreiben, die Pflege von historischen Traditionen, Feste und Feiern für die Gemeinschaft in den Orten organisieren – für diese Arbeit könne man den Mitgliedern der Heimatvereine nicht genug für ihren Einsatz danken. Zugleich machte Ecke deutlich, dass die Vereine im ländlichen Raum eng zusammenarbeiten müssten. Er dankte dem Mügelner Heimatverein für seine Initiative zu dem Treffen, denn über die Bürgermeister habe er den Versuch schon mal unternommen, ein solches Treffen anzuschieben. Dabei habe er aber gemerkt, dass jeder vorrangig bemüht sei, seine Kommune selbst zu vermarkten. „Doch wenn Besucher aus Städten wie Leipzig oder Dresden aufs Land kommen sollen, dann müssen alle zusammenarbeiten“, machte er deutlich.

Vortrag über Sächsische Meilenblätter

Zum Auftakt des Treffens hatten die Organisatoren einen Vortrag vorbereitet. Uwe Hessel, ein ehemaliger Mügelner, stellte die Sächsischen Meilenblätter vor. Hessel, der heute in Dresden lebt, ist Mitglied des Vereins WIMAD. Ein Verein, der die Industriegeschichte bewahren will. Zugleich hat der Verein die Sächsischen Meilenblätter aufgearbeitet und digitalisiert. Meilenblätter sind Kartenmaterial, das von 1780 bis 1806 im Auftrag des Landes Sachsen entstand. Trupps von Ingenieuren reisten in dieser Zeit umher, vermaßen örtliche Gegebenheiten, trugen Fluss- und Wegeverläufe, Besonderheiten und anderes mehr in Karten ein. Für eine Fläche von einer Quadratmeile waren sie jeweils verantwortlich. Auf den sogenannten Beilagen wurde zudem alles tabellarisch beschrieben, was wichtig war.

Der Dresdner Verein hat das Material digitalisiert, spätere Ergänzungen eingetragen und verfügt nun über eine umfassende Datenbank. Der Verein sei behilflich, wenn sich Heimatvereine für das gesammelte Material ihrer Orte interessierten, so Hessel.

Jeder Heimatverein hat Alleinstellungsmerkmale

Im Anschluss stellten sich die zwölf anwesenden Heimatvereine vor, berichteten von Erfolgen uns von neuen Zielen oder Sorgen. Dabei wurde schnell deutlich: Jeder Heimatverein hat seine Alleinstellungsmerkmale. Jeder pflegt und erhält örtliche Traditionen. Jeder bemüht sich, etwas für den Erhalt des Gemeinschaftssinns in den jeweiligen Orten zu leisten. Auch wenn in manchen Heimatvereinen die Mitglieder relativ alt sind, so entdecken doch immer wieder auch Jüngere die Heimatvereine für sich als Podium, sich in ihrem Wohnumfeld einzubringen.

So bunt wie die Farben eines Regenbogens ist dabei die Palette, reicht vom Theaterspiel für die Dorfkinder, vom Beschildern von Rad- und Wanderwegen, von Fasching bis zum Schreiben und Fotografieren für die Ortschroniken oder dem Erhalt der Dorfgemeinschaft. In Zeiten immer knapper werdender Fördermöglichkeiten für Vereine wird es deshalb immer wichtiger, dass Heimatvereine zusammenarbeiten, gesammelte Erfahrungen weiter geben oder in einer kleinen Region auch Veranstaltungstermine abgestimmt werden. Nur so wird Erfolg, Existenz jedes Vereins künftig möglich sein. Darüber waren sich alle einig und sprachen sich für weitere regionale Treffen der Heimatvereine aus.

Zum Abschluss bot der Mügelner Heimatverein noch eine Führung durch die Stadt mit dem Mügelner Nachtwächter alias Andreas Lobe an.

Von Bärbel Schumann

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