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Heißer Kampf um Nachwuchskräfte in der Region Oschatz

Feuerwehr Heißer Kampf um Nachwuchskräfte in der Region Oschatz

Die Jugendfeuerwehren der Region können noch so gut aufgestellt sein – eine Garantie dafür, dass alle in die Einsatzabteilung wechseln, ist das noch lange nicht. Die Sorge um Nachwuchs teilen die Feuerwehrhäuptlinge der Region Oschatz mit ihren Kollegen in ganz Sachsen. Der Umgang mit der Situation ist jedoch unterschiedlich.

Oberstes Credo bei der Nachwuchsarbeit der Feuerwehr ist es, die Jugend rechtzeitig an die Herausforderungen des Einsatzgeschehens heranzuführen.

Quelle: Dirk Hunger

Region Oschatz. Die Jugendfeuerwehren in Sachsen sind größtenteils gut aufgestellt – allerdings fehlt es an Kräften, die den Grundlehrgang absolvieren und im Ernstfall mit ausrücken. Nur ein Bruchteil der Jugend kommt in der Einsatzabteilung an. OAZ sprach mit Wehrleitern über die Situation.

Der Oschatzer Stadtwehrleiter Karsten Saack freut sich über eine proppevolle Jugendfeuerwehr – bei 50 Mitgliedern wurde ein Aufnahmestopp verhängt, weil der Aufwand personell nicht mehr zu bewältigen wäre. Ein Patentrezept dafür, die Jugendlichen als Erwachsene in der Wehr zu halten, hat er jedoch nicht. „Wir versuchen, die Engagierten auf das Einsatzgeschehen vorzubereiten und bieten ihnen mehr als das Einmaleins der Feuerwehr“, so Saack – am Wochenende findet beispielsweise ein Austausch mit der Partnerwehr im polnischen Klodawa statt. Denn die Konkurrenz durch andere Aktivitäten wie Sport sei immens groß.

Jugendwehr in Bornitz etabliert

René Tschierske hat als Leiter der Ortswehr Bornitz eine Jugendwehr etabliert, in der auch aus anderen Orten der Gemeinde Liebschützberg Nachwuchs ausgebildet wird. „Wir sind mit der Mitgliederzahl zufrieden, mehr könnte es aber immer sein.“ Dem Grundproblem, dass junge Menschen nach Schule oder Ausbildung abwandern und der Wehr verloren gehen, hat er wenig entgegenzusetzen. Die Ausbildung sei ein zweischneidiges Schwert: „Machen wir uns nichts vor. Für eine fitte Einsatztruppe braucht es Mitstreiter, die hier verwurzelt sind. Das Bekenntnis zu Region muss da sein. Ein Feuerwehrmann, der nur am Wochenende ein paar Stunden da ist, nützt mir nichts“, so Tschierske. Für die Nachwuchswerbung gehen die Bornitzer in die Grundschule und wecken Begeisterung für den Brandschutz. „Das läuft im Moment sehr schleppend, hier müssen wir mehr tun“, gibt er selbstkritisch zu.

In Naundorf haben Jugendliche weniger Interesse an der Wehr

In der Gemeinde Naundorf gibt es keine Jugendwehr. Gemeindewehrleiter Thomas Lohse setzt darauf, dass sich, wie in seiner eigenen Familie, die Begeisterung für das Ehrenamt von Generation zu Generation fortsetzt. „Bedauerlicherweise haben immer weniger junge Leute Interesse an der Arbeit in der Wehr. Und das, obwohl die Bedingungen dafür besser sind als noch vor einer Generation“, meint Lohse. Für ihn ist es wichtig, junge und jüngere Interessenten nach der Berufsausbildung zu ködern. „Wir haben einen Kreisausbilder in der Hohenwussener Wehr, das ist ein Vorteil. Der ersetzt aber nicht die Bereitschaft, die umfangreiche Grundausbildung zu absolvieren – neben dem Beruf und der Familie. In Hohenwussen ist es jetzt mit einer Handvoll gelungen. Der Erfolg wird sich in rund zwei Jahren zeigen.“

Mügelner laden Kinder zum Tag der offenen Tür ein

Ingo Fischer hält wenig davon, Nachwuchs in den Schulen zu suchen – weil das oft Eintagsfliegen seien. „Wir laden die Kinder zum Tag der offenen Tür ein oder geben Kindertagesstätten und Schulen die Gelegenheit, uns zu besuchen“, sagt der Chef der Mügelner Wehr. Daran, dass einige aktive Kameraden nur an Wochenenden da sind, hat er sich gewöhnt. Dem werde mit der gemeinsamen Alarmierung mehrerer Wehren Rechnung getragen, um genug Kräfte zur Verfügung zu haben.

Von Christian Kunze

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