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Oschatz Herbstkonfirmation fällt aus
Region Oschatz Herbstkonfirmation fällt aus
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15:12 04.11.2013
Einer von mehreren sich noch immer an ihrem Platz befindenden Grenzsteinen in der Dahlener Heide. Quelle: Privat

Es gab danach eine kurze Zeit der relativen Ruhe. Das war jedoch trügerisch. Vielmehr bahnte sich eine große Entscheidungsschlacht hier bei uns in Sachsen an.

Das bedeutete auch, dass unzählige militärische Einheiten, ob Freund oder Feind, die sich hier zusammenzogen, auch von hiesiger Bevölkerung versorgt werden musste. Als Ort der bevorstehenden Entscheidungsschlacht kristallisierte sich immer mehr Leipzig und Umgebung heraus. Ein Ort, der gegebenenfalls in einem eintägigen Fußmarsch von Dahlen aus zu erreichen war. Das hatte natürlich Folgen.

Die hiesigen Bauern mussten jede Menge Spanndienste leisten und erhielten oft Pferde und Wagen nicht mehr zurück.

Anfang Oktober, nachdem die Franzosen die Elbelinie aufgeben mussten, quartierten sich in und um Dahlen etwa 30 000 Mann französische Soldaten ein. Sämtliche Häuser der Stadt, einschließlich des Schlosses quollen vor Soldaten förmlich über. Zahlreiche hohe französische Militärs bezogen in Dahlen Quartier.

Darunter General Fontanelle (1775-1838), General La Tour Maubourg (1768-1850), Marschall Macdonald (1765-1840), Colonel Deschange, General Noiret, General Souham (1760-1837), General Lauriston (1768-1828), General Bingt Cent und le General du Genie Balazo. Die Truppen fouragierten und raubten ungehemmt, räumten so manche Scheune komplett leer und zündeten einige Häuser an. Die Unruhe im Ort war so groß, dass sogar die anstehende Herbstkonfirmation zu Michaelis ausfiel.

Im Schloss wurde in diesen Tagen für Kaiser Napoleon selbst ein Quartier vorbereitet. Zu diesem hohen Besuch sollte es aber in Dahlen nicht kommen. Er zog am 8. Oktober von Oschatz kommend an Dahlen vorbei und nahm in Wurzen Quartier.

In seinem Gefolge befand sich quasi als Geisel und gleichzeitig Verbündeter der sächsische König. Und das sollte noch einschneidende Folgen für unser Land haben, da man sich durch das Verhalten des Königs nach dem Krieg auf der Verliererseite wiederfinden würde.

Vom 16. bis 19. Oktober 1813 kam es schließlich zur großen Entscheidungsschlacht, die als "Völkerschlacht bei Leipzig" in die Geschichte eingehen sollte. Der Kanonendonner soll sogar noch im etwa 50 Kilometer entfernten Dahlen zu hören gewesen sein. Die sächsischen Einheiten kämpfen zunächst auf der Seite Napoleons. Erst, als sich am 18. Oktober ein Sieg seiner Gegner abzuzeichnen begann, wechselten sie die Seiten. Der sächsische König selbst fiel am 19. Oktober den Siegern in die Hände und wurde als Gefangener nach Friedrichsfelde bei Berlin gebracht.

Nach der Schlacht zogen wiederum zahlreiche zersprengte Truppenteile durch das Land und nahmen sich, was sie bekommen konnten. Sachsen selbst wurde einem russischen Gouverneur, dem russischem Fürsten von Repnin (1778-1845) unterstellt.

Am 30. Januar 1814 wurde in ganz Sachsen ein Friedensdankfest gefeiert. Ob man ein solches Fest begangen hätte, wenn der sächsische Hof das Ergebnis, das der Wiener Kongress 1815 für den sächsischen Staat brachte, gekannt hätte, ist fraglich. Fortsetzung folgt

Hartmut Finger

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