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Herrensitz Nuwendorf 1241 erstmals erwähnt

Herrensitz Nuwendorf 1241 erstmals erwähnt

Die Schlösser Mitteldeutschlands zählen mit zu den eindrucksvollsten: gewaltige Bauten mit großer Geschichte. Dazu gehört auch das Rittergut Naundorf. Nach dem Artikel "Chaos in Naundorf" (OAZ 29. Dezember 2010) heute ein weiterer Teil.

Tauchen wir ein in die Geschichte des Rittergutes und den Ort.

 

Bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts gab es keine öffentliche Post, man benutzte Boten und Reiter, die mit schriftlichen Nachrichten direkt zu den Zielorten geschickt wurden. Von den Besitzern des Rittergutes gibt es Nachfolgendes zu berichten.

 

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde ein Herrensitz Nuwendorf genannt, der 1241 erstmalig erwähnt wurde. Das Obergericht gehörte zu Meißen, das Rittergut hatte die Gerichtsbarkeit nur über seine eigenen Fluren und Schänke. Besitzer dieses Herrensitzes Nuwendorf war die Familie von Truchseß auf Wellerswalde, welche noch andere Rittergüter in der Region besaß, so Falkenhain, Bornitz und Casabra. Doch lange bevor die im Markgrafentum Meißen hochangesehene Familie von Truchseß das Rittergut Casabra mit Naundorf vereinte, war es bis zum 14. Jahrhundert im Besitz der Ritter von Cotzebrode, 1242 dagegen Schosebrode. Casabra hieß um 1334 Cozebrode. Auch Cozsebrode, Cotzenbrode und Casebrode. Dieser Ortsname wurde oft auch mit einem K anstelle des C geschrieben, ab 1791 Casabra (auch Cassabra).

 

Am 20. Februar 1334 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung von Casabra. Ein Ort, eineinhalb Wegstunden südlich von Oschatz mit Rittergut und Herrenhaus, umfangreichen Wirtschaftsgebäuden, Schäfereigut und einem Branntweinbrennereigut. Die Gerichtsbarkeit erstreckte sich neben Casabra auf Boseln, Kleinragewitz, Döberitz, Naundorf und Zeicha. Zu den Besitzern des Rittergutes Casabra zählten später die Familien von Koßritz, Esenig, Koppisch, Haußner und Stein-Jacoby. Von Letzterem gelangte die Gerichtsbarkeit nach Abtretung an den Staat am 13. Juni 1848 an das Königliche Landgericht Oschatz. Von 1850 bis 1893 besaß Julius Moritz Hermann Fischer das Rittergut, danach dessen Schwiegersohn, Amtmann Popp auf Ammelgostewitz. In der Silvesternacht zu 1766 brannten in Casabra die herrschaftliche Schäferwohnung und drei dazugehörige Scheunen ab. Im Jahr 1801 brannte das Gut Haus Nr. 9 und 1820 die Windmühle Haus Nr. 33 ab.

 

Die napoleonischen Kriege überzogen Europa, besonders Sachsen. Die Einwohnerzahl in Casabra schrumpfte, somit auch die Anzahl der Kinder. 1841 war Friedrich Wilhelm Nicol, geb. 1814 in Gleisberg bei Roßwein Lehrer. Der Schullehrer Helm suchte sich eine andere Stelle. Er verließ Casabra 1841 und ging als Schulmeister nach Goldbach bei Bischofswerda. Goldbach liegt an einem alten Verkehrsweg zwischen Dresden und Bautzen. 1871 zählte man in Casabra 303 Einwohner.

 

1890 wurde das erste Feuerlöschgerätehaus in Betrieb genommen. Eine Feuerlöschmannschaft mit Löschwasserfässern bestand in Casabra schon länger, oft aus Mitgliedern des Handwerks (Maurer, Zimmerleute und Bauern). Zu Casabra gehörten damals nur noch 216 Einwohner in 34 Feuerstätten oder sieben Pferdner-, zehn Gärtnergütern, 14 Häuslerwohnungen und einem Gemeindehaus sowie einer Windmühle. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Verbindung zwischen den Rittergütern Casabra und Naundorf gelöst, obwohl es immer wieder eine Verbindung gab.

 

Der Besitzer des Rittergutes wurde 1945 enteignet. Noch vor Ende des Krieges und nach 1945 beherbergte das Rittergut eine Anzahl Umsiedler. Später entstanden aus dem Gut und den Feldern Neubauernstellen. Erhalten blieb das Verwalterhaus als Ruine und Wirtschaftsgebäude.

 

Fortsetzung folgt

claus Schimmel

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